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Ältestes Riesenfass :: Prof. Dr. Ernst Seidl, Frank Dürr und Tassilo Portig

Ab Januar kann das älteste Riesenweinfass im Keller von Schloß Hohentübingen wieder von Besucher_innen besichtigt werden. Vom Museum der Universität Tübingen MUT waren Prof. Dr. Ernst Seidl, Frank Dürr und Tassilo Portig zu Gast und haben vom Fass selbst, seinem Weg zurück in die Öffentlichkeit und weiteren kommenden Projekten des MUT erzählt.

Seit 1984 konnte man das Riesenweinfass im Keller des Museums der Universität Tübingen MUT aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen nicht mehr besichtigen. Ab dem 1. Januar 2018 wird es in vier täglichen Führungen erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weil man einen alternativen Zugang zum Riesenkeller gefunden hat, mit dem man die Fledermäuse im Schloß nicht stört, ist dies in einer knapp zweimonatigen Erprobungsphase möglich.

Das Fass fasst etwa 84.000 Liter, ist 7 Meter lang und 4 Meter breit. Es wurde 1546 aus über 90 Eichen erbaut. Doch da Herzog Ulrich das Fass von einem sehr jungen Küfer erbauen lassen hat, war es undicht. Als man es das erste Mal mit Bugunder befüllt hat, ist es ausgelaufen. Man hat es dann geleert und versucht zu justieren und neu auszurichten. Auch als man das Fass ein zweites mal befüllte, lief es immer noch aus. Das Fass war also tatsächlich nur sehr kurz im Einsatz. Trotzdem hat es damals einen ziemlichen 'Hype' um das Riesenfass gegeben, erzählt Frank.

Ob das Fass tatsächlich das älteste Riesenweinfass ist, soll vom Guinnes Buch der Rekorde ermittelt werden. Nach der Auffassung aus Halberstadt müsse ein Riesenfass nämlich mindestens 100.000 Liter fassen. Demnach stünde das älteste Riesenweinfass in Halberstadt, das zwar um einiges größer als das Fass in Tübingen ist, aber auch deutlich jünger. Einen wirklichen geschichtlichen Hintergrund besäße diese Definition nicht, weshalb sich der Fasspapst aus Halberstadt wegen des Superlativs beim MUT beschwert hat, der jetzt überprüft werden soll.

Die Eröffnung des Riesenfasses wird im Rahmen des Extended Museum Projekts durchgeführt. Dies führt das MUT zusammen mit Studenten der Karl-Eberhard Universität durch. In dem Kurs wurden verschiedene Gruppen eingeteilt, die sich um die verschiedenen Vorhaben des Projekts kümmern. Tassilo wurde zum Vorsitzenden des Kurses gewählt und dient als Schnittstelle zwischen den Studenten und dem MUT. Nach dem Riesenfass kommt noch ein Projekt in der Sternwarte.

Im Schlosslaboratorium werden zum Teil Objekte aus dem historischen biochemischen Labor ausgestellt, aber auch eine Nukleinprobe von Friedrich Miescher. Nuklein ist der Grundstoff aus dem DNS besteht und wurde in Tübingen von Friedrich Miescher entdeckt. Es stehen aber auch einige Moderne Biochemie-Gerätschaften im Labor. Zum Beispiel gibt es vier Mikroskope an denen man mit seinem Smartphone die ausgestellten Objekte beobachten kann und dann direkt auf Facebook hochladen könnte, fügt Seidl mit einem Lachen hinzu.

Die Sternwarte wird gerade noch restauriert. Im Sommer aber soll der Reichenbachsche Doppelkreis zurück in die Tübinger Sternwarte kommen. Diese Werkzeugmaschine gibt es Weltweit nur viermal, aber nur die Tübinger Sternwarte wurde speziell für diese Maschine errichtet. Das ganze ist also einzigartig. Besonders wichtig ist dies für die Landvermessung. Bohnenberger hat nämlich mit diesem Werkzeug das erste mal vor 200 Jahren das Land vermessen, wodurch die Tübinger Sternwarte zum Nullpunkt wurde.


Audio

Interview mit Prof. Dr. Ernst Seidl, Frank Dürr und Tasillo Potrik

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Interview.mp3


Kurzversion des Inteviews

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Kurzversion.mp3



Bilder






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