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EVENT :: Axel Krauße und Udo Rau vom Zimmertheater

Nachdem ''Ein Traumspiel'' wegen kreativer Differenzen abgesagt werden musste sind Axel Krauße und Udo Rau kurzfristig mit der Aufführung von ''EVENT'' im Zimmertheater auf die Bühne. Am 14.12 hatten sie Premiere und am Tag danach waren sie bei uns, um über ihre Erfahrungen, die Wirkung und das Stück allgemein zu sprechen.

EVENT ist ein Monolog, in dem ein Mann über das Theater, die Schauspielerei, das Leben, Gott und und die Welt redet. So hört es sich zumindest an wenn Axel und Udo über das Stück von John Clancy reden. Es ist alles ganz schlicht gehalten, am Anfang kommt ein Mann auf die Bühne und fängt an mit dem Publikum zu sprechen. Später kommt noch ein Stuhl dazu. Dort steht beziehungsweise sitzt dann Udo und lässt sich in seinem einseitigen Dialog mit dem Publikum einfach treiben.

Das Stück ist natürlich mehr als nur irgendein vorgetragener Text. Allein hinter dem Titel steckt schon einiges an Gesellschaftskritik. Event bedeutet normalerweise etwas Pompöses und Besonderes, genau das ist das Stück aber nicht. Es spielt auf die Eventisierung an, die zwanghafte Individualisierung. Aus jedem Furz ein Event machen müssen, sagt Axel, jeder stellt Fotos von seinem Essen auf Instagramm und zelebriert das eigene kleine Stück Bedeutsamkeit. Da möchte das Stück dagegenwirken und bleibt bodenständig. Es gibt keine großen Showeffekte, kein Bühnenbild, wenn man eine Münze dazu zählt gibt es nur zwei Requisiten. Es gibt nur den Mann auf der Bühne der mit einem redet. ''Ein saftiges Stück Theater'' nennt es Udo mit einem Lächeln.

Etwas schizophren ist es schon, gibt Udo zu, auf der Bühne zu stehen und darüber zu reden, dass man auf der Bühne steht. Das Stück beschreibt sich selbst und durchbricht die Fourth Wall, indem es auch weiß, dass es das tut. Und fragt dabei, was kann die Bühne uns über unser eigenes Leben beibringen? Es geht aber weniger um die Beantwortung der Fragen, sondern viel mehr darum, den aktuellen Zeitgeist wider zu spiegeln. Das Bewusstsein, dass es schwer ist Antworten auf die großen Fragen zu finden. Das Stück will uns nur die Richtung weisen, in der wir suchen können.

Den Gedanken, dass das Leben eine Bühne ist und wir die Schauspieler gibt es ja schon seit Shakespeare und EVENT gehe dabei sehr mathematisch vor, beschreibe jede Kleinigkeit, erzählt Udo. Auch der Monolog kommt an den Punkt an dem er sagt: ''Wir sind alle gute Schauspieler in einem schlechten Stück''. Wir sprechen unsere Sätze und passen uns an alles an. Wir improvisieren bei jeder Ungereimtheit, wenn neue Charaktere plötzlich auftauchen und zu Helden oder Schurken werden.

Nur drei Wochen hatten Axel und Udo, um das Stück einzustudieren. Deshalb musste Udo 30 Seiten in zehn Tagen auswendig lernen. Was ihm viel über sich als Schauspieler beigebracht habe. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit hoffen die beiden, dass sie dem Stück gerecht werden. Aber Axel weiß, dass man an dem Stück als Regisseur nicht viel inszenieren kann, sondern dass der Text gut für sich selber steht.


Audio

Inerview mit Alex Krauße und Udo Rau

Download (68,28 MB)
Interview.mp3


Kurzversion des Inteviews

Download (10 MB)
Kurzversion.mp3



Bilder






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