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Pierre Omer's Swing Revue :: Crime Jazz

Am 3. Dezember spielten sie noch live in der Hausbar der Münzasse 13, am Morgen danach sind sie bei uns im Interview. Bei uns redeten die vier Bandmitglieder über ihre Idee des Swing, ihren Style auf der Bühne, die Geschichte des Swing und mehr.

Pierre Omer's Swing Revue besteht aus Pierre Omer (Gitarre/ Gesang) selbst, aus Christoh Gantert (Trompete/ Gesang), Jean-Philippe Geiser (Kontrabass/ Gesang) und Julien Israelian (Schlagzeug/ Perkussion). Die Band aus Genf lehnt sich an den Swing der 30'er und 40'er Jahre an verbinden dies aber noch mit Teenage Revolution Groove der 80'er. Was dabei rauskommt is Swing vom feinsten.

Ihre eigene Idee des Swing entstehe während sie ihn spielen, sagt Pierre. Es gehe nicht nur darum, so zu spielen wie die großen Namen, sondern es käme darauf an, auch zu genießen was man macht. Und sie genießen es, Swing zu spielen, aber auf ihre ganz eigene Art. Außerdem spielen sie sowieso nicht strikt Swing wie Benny Carter oder Billie Holiday, sondern ziehen ihre Inspiration aus verschiedenen Bereichen der Musik. Das Proben sei wie ins Sportstudio zu gehen, meint Pierre, man täte es um sich fit zu halten, aber richtigen Swing spielen sie auf der Bühne, wenn sie durch das Publikum in Hochform geraten.

Sie improvisieren nicht nur auf der Bühne selbst, so erzählt Christoph mit einem Lachem, wenn sie sich in ihrer eigenen Musik verlieren, sondern auch mit ihren Instrumenten. Im Song Chicken Rythm beispielsweise benutzen Christoph und Julien Papiertröten. Aber auch sonst kommen in ihrer Musik viele Gimmicks zum Einsatz, Kleinkram nennt es Christoph. Er hat in einem indonesischem Kleinladen in Tübingen ein Blasinstrument gekauft, dass wie eine Oboe klingt und total verstimmt sei. ''Man kann es eigentlich nicht brauchen, aber es muss trotzdem sein'' sagt Christoph und lacht.

Was den Swing auszeichnet seien die starken Beats auf der 2 und der 4, die Musik würde sich nie beruhigen. Das wäre, laut Pierre, was den Swing vom Jazz unterscheidet und weshalb der Swing einen immer in gute Laune versetzt. Denn während der Jazz schon immer versucht populär zu sein versucht Swing nur Swing zu sein. Deshalb passt die Musik auch so gut zu der Genfer Band, die ja auch nur versucht die Musik zu spielen, die ihnen selbst gefällt.

Aber die Jungs von Pierre Omer's Swing Revue sind sich auch der dunklen Seiten der Geschichte ihres Musikgenres bewusst. Denn der Swing ist in den 1930'ern in Amerika entstanden, eine Zeit der Krise. Als die USA sich von einer schweren Wirtschaftskrise erholten, sehnten sich die Leute nach etwas Fröhlichem und das lieferte ihnen der Swing. Der natürlich auch Musik der schwarzen Bevölkerung der USA war, auf ihrer Suche nach einem Platzt in einer Gesellschaft, die immer noch vor Rassismus strotzte.

Deswegen sei Swing auch heute wieder etwas, was die Menschen brauchen, sagt Jean-Philippe. Denn auch heute würden wir in schweren Zeiten voller Hass und Rassismus leben, wenn auch auf eine andere Art als in den 30'ern.


Audio

Interview mit Pierre Omer's Swing Revue

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Pierre_Omer-s_Swing_Revue_-_interview.mp3


Kurfassung Interview

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Pierre_Omer-s_Swing_Revue_-_interview_kurz.mp3


ID Jean-Philippe Swing Revue

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ID Julien Israelin Swing Revue

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ID Christoph Gantert Swing Revue

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ID Pierre Omer

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Bilder







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