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What Tomorrow Brings - Terre des Femmes Filmfest Frauenwelten

Der Dokumentarfilm "What Tomorrow Brings" dreht sich um das Zabuli Education Center, die erste Mädchenschule in Afghanistan. Er begleitet Mädchen und Frauen in der Schule und in ihrem Privatleben und zeigt, wie sehr das Privileg der Bildung geschätzt werden sollte.

I am sad because there are no rights

Sad because of all the years of misery

I am sad because my life is unstable

I am sad, and I can smell the sorrow

Sad because there is no compassion

Sad because I've become weak

I want to be educated until I am powerful

I am sad, but I have dignity

 

Der Dokumentarfilm "What Tomorrow Brings" spielt in Afghanistan in dem Bezirk Deh' Subz, 50 Kilometer außerhalb von der Hauptstadt Kabul. Er dreht sich um das Zabuli Education Center, die erste Mädchenschule Afghanistans. Seit 2009 begleitete die Regisseurin Beth Murphy Schülerinnen, Lehrerinnen und Razia Jan, die Gründerin der Schule, im Schulalltag und in ihrem Privatleben.

"What Tomorrow Brings" gibt aus nächster Nähe Einblicke in persönliche Schicksale von Mädchen und Frauen, die in einem Land leben, dessen Kultur vom Krieg tiefe Wunden trägt. Er zeigt, wie Frauen und Mädchen in einem zerstörten Land und in einer Gesellschaft, in der die Männer das Sagen haben, leben, überleben und vor allem eines nicht verloren haben: die Hoffnung. Die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Krieg und die Hoffnung auf Bildung.

Razia Jan gründete 2008 das Zabuli Education Center. Das Privileg der Bildung genießen in der afghanischen Tradition in der Regel nur die Männer. In den letzten paar Jahren gab es in Afghanistan über hundert Angriffe auf die Bildung von Mädchen: Schulen wurden abgebrannt, das Trinkwasser vergiftet oder es gab Säureattacken auf Mädchen.

Jeden Morgen wird deshalb das Wasser im Zabuli Education Center getestet und die Räume auf Giftgase kontrolliert. Der Mut, den Frauen wie Razia aufbringen, um Mädchen die Chance auf Bildung zu ermöglichen, zahlt sich aus. Gingen vor fünf Jahren gerade einmal eine halbe Millionen Mädchen in Afghanistan zur Schule, so sind es heute drei Millionen. Es hat sich nicht nur für die Mädchen etwas verändert, sondern auch in den Köpfen der Männer.

"The first year, when men spoke to you in these villages, when you had a meeting, they wouldn't look at you - because you're talking and you're not covered. They couldn't take it. And their heads wore down, because my head was way up high, 'cause I wanted to look in their eyes and say that you have to make a change. And what I see is the difference right now. I can see that these men are ready to talk to us." - Razia Jan

Jeden Morgen begrüßt Razia die Schülerinnen am Eingang der Schule und es wird gemeinsam gesungen. Auch auf Sauberkeit wird sehr viel Wert gelegt. Vor allem bei den Jüngeren gehen die Lehrerinnen noch durch die Reihen und kontrollieren, ob die Zähne geputzt, die Hände gewaschen und die Schuluniform sauber ist.

Den Schülerinnen wird nicht nur Englisch und Mathe gelehrt, sondern auch menschliche Lektionen. In einer Szene erzählt Razia ihren Schülerinnen von einer ehemaligen Schülerin, die von Taliban-Schützen erschossen wurde, weil sie in der Öffentlichkeit gesagt hatte: Ich habe das Recht zu lernen. Ich habe das Recht zu lachen. Ich habe das Recht zu spielen. Und ich habe das Recht zu studieren, was ich möchte. "Niemand hat das Recht Mädchen von der Bildung abzuhalten", sagt Razia zu ihren Schülerinnen. "Lernen ist keine Sünde. Bildung ist wie eine Blume, die sagt: 'Hier stehe ich. Ich bin stark. Auch wenn ihr versucht mich zu zerstören werde ich immer wieder blühen. Und ich werde wunderschön sein'. Egal wie wenig ihr wisst - die Schönheit der Bildung kann euch keiner nehmen".

Die Menschen im Dorf leben noch immer ständig in der Angst, dass die Taliban zurückkehren, wenn die Amerikaner ihre Soldaten abziehen. Dann würden sie die Frauen und Mädchen missbrauchen oder töten und die Schule zu ihrem Quartier machen. Jeder Tag ist eine Herausforderung, sagt Razia. "Every day counts and every day I pray that nothing goes wrong and they go forward. I can't be really sure what tomorrow brings. At least they are in school this year, which makes me very proud and happy. And now it's amazing that these girls getting education and I'm so proud of these girls."

 

I want my ruined and dusty land

To be rid of all its enemies

I want to use education and art

To rebuild my country

And to create peace and unity

Young people choose peace

While waiting for the oppression to end

When will we be free from cruelity and war?

When will we be free

To rebuild our homeland?

To find happiness in the fresh air

And blossoming flowers

When everything that has died

Will live again


Audio

What Tomorrow Brings

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