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MELE - Tschau Karen! Tour 2017

Mele ist Newcomerin in der Deutsch-Pop-Szene. Am 1. November 2017 brachte sie ihr erstes Album heraus. Mit ihren Bandkollegen Björn, Peter und Nils ist sie jetzt auf "Tschau Karen! Tour". Bei dem Gespräch mit dem Osnabrücker Quartett fehlte es definitiv nicht an Humor...

Die Band Mele aus Osnabrück besteht aus Mele (Gesang, Keys), Björn (Backings, Bass, Synthesizer), Nils (Gitarre) und Peter (Schlagzeug). Sie haben sich im Laufe ihres Musikstudiums in Osnabrück kennengelernt. Mele war Initiatorin der Band. In den letzten zwei, drei Jahren kamen dann erst Nils und Peter, dann Björn dazu. Am 1. November 2017 erschien ihr erstes Album, mit dem sie jetzt auf Tour sind. Sie haben ihren Tourbegleiter Max mitgebracht, der selber Musiker in der Band "Alter Kaffee" ist.

Mit der Musik angefangen hat Mele schon vor 18 Jahren - klassisch mit der Blockflöte. In ihrem Musikstudium hat sie Gesang im Hauptfach und lernt nebenbei noch Klavier und Bass. Sie schreibt schon seit mehreren Jahren Songs. Zunächst waren es englische, die noch mithilfe einer Reimmaschine entstanden. Mit der Band wurden es dann jedoch deutsche Texte. Mit deutschen Songs kann Mele authentischer sein - die passen besser zu ihrer Künstlerfigur, sagt sie.

Die Songs enstehen auf der Grundlage einer Zeile, die Mele gefällt. Diese Zeile bringt sie dann zur nächsten Bandprobe mit und zusammen jammen sie dann über die Zeile drüber, bis ein musikalisches Gerüst (ent)steht. Auf dieser Basis schreibt sie den Songtext dann fertig. Mele hat immer eine Vision, wie das Lied klingen soll. Die Textideen basieren manchmal auf Themen, die sie interessieren, meistens jedoch auf persönlichen Erlebnissen, die sie besonders gefreut oder geärgert haben. Der Song "Karen" gründet zum Beispiel auf nächtelangen Telefonaten mit jemandem, der dabei ständig von seiner Exfreundin Karen erzählte.

Mele beschreibt ihren Musikstil als Deutsch Pop mit Neue Deutsche Welle und elektronischen Einflüssen. Ein bisschen frech und rotzig und nicht gefällig. Die Vier kommen ursprünglich nicht aus Osnabrück. Peter stammt aus Nürnberg, Nils aus Bielefeld, Björn aus dem Sauerland und Mele aus Esslingen. JedeR bringt andere musikalische Einflüsse mit. Nils und Peters Inspiration ist "alte Musik", wie Pink Floyd, Blues und Rock. Björn bringt die Hamburger Schule, Indie und experimentelle Musik mit, während Meles Texte eher in Richtung 80er, mit Nina Hagen als Ideal, gehen. Von dieser Diversität lebt ihre Musik.

Die Vier wollen mit ihrer Band richtig durchstarten und stecken viel Zeit und Kraft in den Traum, irgendwann einmal von der Musik leben zu können. Die zehn Tage vor der Tour probten sie durchgehend. CD-Produktion, Merchandise, Tourbooking, Videodrehs etc. managen und finanzieren sie alles selbst. Medienpräsenz, Kontakte und "allen, die mehr Ahnung haben, als man selbst, richtig auf die Nerven gehen", sind ihre Mittel zum Zweck. Die Erfahrung, die sie bei der selbstständigen Organisation sammeln, sind goldwert, meint Nils. Um ganz nach oben zu kommen braucht es aber vor allem eines: Glück.

Auf ihrer aktuellen Tour haben sie bereits in Osnabrück und Nürnberg gespielt. Das Konzert in Osnabrück war komplett ausverkauft und so spielten sie auf kleiner Bühne vor großem Publikum - rund 100 Leute kamen. In Nürnberg spielten sie auf großer Bühne vor sehr kleinem Publikum. Die sechs Besucher waren gute Freunde. Zwei sehr unterschiedliche, gleichermaßen tolle Erfahrungen, die ihnen gezeigt haben, dass sie sowohl vor großem, als auch vor kleinem Publikum abgehen können. In Nürnberg konnten sie wegen des geringeren Drucks und der intimeren Atmosphäre sogar etwas mehr aufblühen. 

Mele findet, dass die Performance auf der Bühne genauso wichtig ist, wie der Song. Die Songs wären nicht ihre Songs, wenn sie sie kerzengerade performen würde. Im Gegenteil: "Ich dance auf jeden Fall richtig ab, ich bin locker in den Knien - die ganze Show!", sagt Mele lachend. Maximal zwei Bier gibts vor der Show, denn "vor dem Konzert ist nach dem Konzert und nach dem Konzert ist vor dem Konzert", erklärt Björn. Saufen, rauchen und dabei Songs schreiben - das gehört zum Musikerleben natürlich dazu. Auf Tour sein bedeutet, einen Assi-Lifestyle zu leben - "dann ist einem alles irgendwie egal. Das kann ich auch zelebrieren.", sagt Mele.

Zusammen mit Nils war Mele einmal in den Semesterferien auf Straßenmusik-Tour. Aus Spaß an der Freude. An sich sei Straßenmusik kein sehr lukrativer Job. "Sich die Seele aus dem Leib brüllen, weil sonst nur der erste Meter vor einem überhaupt was mitbekommt. Aber zum Spaß kann man das machen.", findet Mele. Ihre Musik ist zudem eher auf die Bühne ausgelegt. Ohne Elektronik klingen ihre Songs nicht richtig. Darum machen sie eigentlich keine akustische Musik.

Für uns machen sie eine Ausnahme und spielen eine akustische Studioversion ihres Songs "Fischereisen". Ein Liebessong, sowohl in Sinne einer Partnerschaft, als auch im Sinne einer Freundschaft. Mele hat den Song für ihre beste Freundin geschrieben, die sie nur selten sieht. Wenn sie sich treffen komplementieren sie sich auf eine Art, die Mele in dem Song metaphorisch zum Ausdruck bringt: "Wärst du ne Decke, dann würd ich dich fluten und wärst du ein Schnatz, ich würde dich suchen... wenn wir zusammen sind, ergibt alles neuen Sinn."

"Heute Abend wird nen richtiger Abriss.", sagen alle Vier voller Vorfreude auf ihren nächsten Auftritt. Aufgeregt sind sie nicht - dazu bleibt keine Zeit und keine Energie, bei dem ganzen Auf- und Abbauen und Städtehopping. Am Samstag den 4. November spielen sie um 20:00 im Pfleghof in Tübingen. Alle, die einen Abriss a lá Mele miterleben wollen, sind herzlich eingeladen zu kommen und ihr Übriges dazu beizutragen.


Audio

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Interview-MP3.mp3


Exklusiv: "Knäckebrot" von Alter Kaffee

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Alter_Kaffee-MP3.mp3


Akustik-Liveversion des Songs "Fischereisen"

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Fischereisen-MP3.mp3



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