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Wie der Punk nach Stuttgart kam :: Autor Simon Steiner

Der Autor und Musiker Simon "Sid" Steiner ist im Begriff sein neustes Buch "Wie der Punk nach Stuttgart kam" zu veröffentlichen. Aus der Idee eines Taschenbuches wurde allerdings schnell mehr als sich der Autor träumen ließ: Ein dicker Wälzer voller Fotos und Collagen, eine CD und eine gleichnamige Ausstellung.

Als Student interessierte er sich nicht nur aus privater und musikalischer Sicht für Subkulturen, sondern auch aus wissenschaftlicher Perspektive. Sein neues Buch soll die Entwicklung des Punks als Musikrichtung, Jugendkultur, Haltung und als Identität nachvollziehbar machen.

Zur Vorbereitung für das Buch führte er circa 120 Interviews mit Zeitzeugen durch. Sie erzählten, wie sie das Aufkommen des Punks in der Umgebung Stuttgarts am Ende der 1970er erlebten. Dazu kamen schnell Fotos, musikalische Beiträge und Gegenstände. Als Verlag für das Buch wurde EDITIONrandgruppe ausgewählt. Angesichts der Fülle an Material ging vom Verleger die Idee einer Ausstellung zum Buch aus. So wurde aus der urspürnglichen Idee eines Taschenbuches ein großes Projekt. In Wie der Punk nach Stuttgart kam geht es um Musikgeschichte, aber auch um politische Einstellung und das Selbstbild der Szene.

Der Beginn des Stuttgarter Punks liegt nicht in der Großstadt, sondern in den umliegenden Gemeinden. Etwa 1978 brachten deutsche Touristen aus London Punkkasetten mit. Diese "importierte" Musik wurde von den hießigen Jugendlichen auch auf britischen Soldatensendern gehört. Das Interesse an dieser fremden, frechen und provokanten Musik wuchs. Sie diente als perfekte Abgrenzung zu den Hippies und dem weit verbreiteten Prog-Rock. Die Kleidung der Punks wurde provokanter und diese Welle aus Musik und Auftritt erreichte bald auch die Großstadt Stuttgart.

Politisch war der Stuttgarter Punk eine Entfremdung von den konservativen "Alt-Nazis", die im Krieg jung gewesen waren und in den 1970gern zu Lehrern oder Eltern wurden. Selbstaufgenommene Kasetten, selbstgebautes oder geklautes Equipment waren die Werkzeuge des Stuttgarter Punks. Das wandelte sich im Laufe der Jahre: Feste Punklokale, Professionalisierung einiger Bands und moderne Technik veränderten die Szene bis heute kontinuierlich.


Audio

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Interview_Simon_Steiner_.mp3





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