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Viacrucis migrante - Kreuzweg der Migrant_innen

"Viacrucis Migrante - der Kreuzweg der Migranten" Ein Film von Hauke Lorenz. Rezension: Gabriele Busse

Migrieren ist ein Recht und kein Verbrechen", sagt Alberto aus Honduras. Er versucht wie viele andere über Mexiko in die USA zu gelangen, um einem Leben voller Gewalt, Kriminalität, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit zu entfliehen. Ähnlich wie ihm ergeht es vielen Menschen, denen man im Film von Hauke Lorenz begegnet.

Er gibt den Flüchtenden, die sonst im Dunkeln bleiben müssen um nicht abgeschoben zu werden, ein Gesicht und eine Stimme. Die meisten von ihnen kommen aus Honduras, Guatemala und El Salvador. Sie versuchen, ihr Leben und das ihrer Familie zu retten, indem sie in die USA fliehen - aber nur den wenigsten gelingt es.

Hauke Lorenz ist ihnen begegnet und hat ihre Geschichten aufgezeichnet. In einer Migrantenherberge an der Grenze Mexikos, die den Menschen eine kurze Atempause verschafft, kommen viele zusammen und warten auf den Güterzug Richtung Norden. Man selber als Zuschauer wartet mit ihnen und hofft, dass sie es irgendwie schaffen. Ihr weiteres Schicksal erfährt man erst ganz am Ende des Films in nüchternen Zeilen im Abspann, die gerade in ihrer lakonischen Kürze bewegend wirken.

Dem jungen Filmemacher aus Hamburg ist ein Film gelungen, der sich nicht aufdrängt, nicht kommentiert und nichts erklärt. Er lässt allein die Menschen sprechen und ihre Gesichter. Umso berührender ist sie geworden, seine Dokumentation "Viacrucis migrante - der Kreuzweg der Migranten". Noch Tage später wird man sich fragen, wie es den Menschen wohl jetzt ergehen mag, denen man in seinem Film begegnet ist.

Der Film "Viacrucis Migrante" ist im Rahmen vom Cine Latino am Di, 25.04.2017, um 18.00 im Kino Museum zu sehen.


Audio

Download (21,04 MB)
Rezension-Kreuzweg-der-Migranten.mp3



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