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Rezension "WUT" im Zimmertheater

Das Stück "WUT" drückt Elfriede Jelineks Wut darüber aus, dass Götter als Alibis für Gewalttaten herhalten müssen und dass es heutzutage so einfach ist zu töten.

Die Urfassung des Stücks "WUT" von Elfriede Jelinke umfasst 120 Seiten. Das Zimmertheater hat eine zusammengeschriebene Version nun auf die Bühene gebracht, die von Jelinkes Texten lebt. Nur ein eher schlichtes Bühnenbild und ab und an Musik unterstützt die zwei Schauspielerinnen.

Beide haben viel Text, den es für die Zuschauer zu verarbeiten gilt. Nicht immer kann man ganz den Geschehnissen folgen, aber was bleibt, regt zum Nachdenken an.

Das Stück handelt von jungen wütenden Männern, die in Paris die Redaktion einer Zeitung und einen jüdischen Supermarkt stürmen und Menschen töten. Zudem gibt es in Deutschland und anderen Teilen Europas eine deutliche Rechtsbewegung. Und Herakles wird von der Göttin Hera so weit getrieben, dass er seine Familie tötet. Wut ist der Antrieb für all diese Taten.

Elfriede Jelinek ist selbst wütend, wütend über diese schreckliche Taten und wütend darüber, dass Götter oftmals als Alibis dafür verwendet werden. Wütend darüber, dass Antisemitismus und Rechtes Gedankengut wieder salonfähig wird und wütend darüber wie einfach es heutzutage ist zu morden.

Die nächsten Vorstellung von "WUT" sind am 9.12. und 10.12. jeweils um 20 Uhr im Zimmertheater.


Audio

Download (23,6 MB)
WUT.mp3





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