Login
AKTUELL 20.10.2017
Wegen einer Erkrankung des Workshopleiters müssen wir leider den Basisworkshop auf den 29. Oktober von 12 bis 17 Uhr verschieben. >> weiterlesen

 Infos und Regionales


Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 04.04.2016

Graffiti ohne Genehmigung

Der Bürger- und Verkehrsverein BVV Tübingen hatte die Graffiti-Künstler von der "The Art Styler Krew" (kurz: TASK) beauftragt, die graue Wand vor der Türe an der Neckarbrücke mit einem Motiv vom Neckar mit Stocherkahn zu besprühen. Allerdings hatte der BVV keine Genehmigung für das Graffiti. Ebenso wenig wie die wilden Sprüher von der ADHS-Crew, die vorher ihre Lettern auf die Wand gesprüht hatten. Eigentlich wäre jedes Bild ab einem Quadratmeter im Geltungsbereich der Stadtbildsatzung baugenehmigungspflichtig. Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark sieht in dem Graffiti aber auch keinen Vandalismus. Baubürgermeister Cord Soehlke hält es für einen baurechtlichen Grenzfall. Man müsse auch auf die Gleichbehandlung achten, selbst wenn ihm der neue Zustand besser gefalle.

Tübinger Inklusionsbericht

Am 01. Februar 2010 hat Oberbürgermeister Boris Palmer die „Erklärung von Barcelona“ unterzeichnet. Darin heißt es, dass sich die Kommunen dafür einsetzen sollen, behinderte Menschen in allen Bereichen des Lebens teilhaben zu lassen und sie in die Gesellschaft zu integrieren. In ihrem ersten Inklusionsbericht stellt die Tübinger Verwaltung vor, welche Verbesserungen seit 2010 geschaffen wurden und welche noch fehlen. In Kindergärten werden seit 1986 Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut; dafür gibt es zusätzliche Stellen und Weiterbildungen für Erzieher_innen. Allerdings wäre immer noch hauptsächlich das „Stammpersonal“ für die Inklusion zuständig, wurde im Bericht kritisiert. Die Regelschulen wünschen sich Sonderschullehrer, die dauerhaft an die jeweilige Schule gebunden sind. Momentan kommen sie nur stundenweise. Positiv ist jedoch, dass in Schulen, Kindergärten und anderen Gebäuden Aufzüge und Rampen eingebaut wurden. Im kulturellen Bereich gibt es z.B. das barrierefrei umgebaute Stadtmuseum mit Audio-Guides und Bücher und eine Zeitung in einfacher Sprache in der Stadtbücherei. Eine Gruppe rief im Sportbereich das Projekt „Inklusion durch Sport“ ins Leben. Sie haben eine Umfrage mit Sportwünschen erstellt, organisieren Fahrdienste und haben eine FSJ-Stelle für das Projekt geschaffen. Auch im öffentlichen Bereich hat sich einiges getan: barrierefreie Bushaltestellen, Treppenmarkierungen, gesenkte Bordsteine und Altstadtpflaster mit Blindenleitsystemen.

Notmagazin im Archiv

Das Stadtarchiv Tübingen bekommt einen starken Zuwachs – über 150 Regalmeter mussten untergebracht werden, weswegen ein Notmagazin eingerichtet wurde. Nachdem das historische Rathaus am Marktplatz saniert wurde, ist das Technische Rathaus in der Brunnenstraße an der Reihe – dabei müssen alle Akten und Unterlagen irgendwohin untergebracht werden – am besten gleich ins Archiv. Dabei kommen schon 150 Regalmeter zusammen. Aus rechtlichen Gründen muss etliches dauerhaft im Archiv bleiben. So zum Beispiel alte Pläne von der Neckarvorstadt oder Skizzen aus der NS-Zeit für eine große Festhalle, die gegenüber der Neuen Aula errichtet werden sollte. Neben den Akten kamen auch bedeutende schriftliche Nachlässe ins Archiv, so der Fundus von Walter Schwenninger. Dieser besteht aus Briefen, Rede-Manuskripten, Plakaten, Fotos und Dias – und hat einen Umfang von 18 Regalmetern. Er gilt als überregional bedeutend, ist aber weder geordnet noch erfasst – weswegen damit noch nicht gearbeitet werden kann. Das Notmagazin, das sich im Teilort Weilheim befindet, könnte bald schon erschöpft sein. 2019 sollen alle Archiv-Bestände im ehemaligen Güterbahnhof unterkommen.

Aktionsbündnis Lichterkette

"Menschen, die gestern Flüchtlinge waren, sollen morgen Nachbarn werden". Dafür plädiert der Text „Appell gegen Terror und für Asyl“, der im Nehrener Gemeindeboten abgedruckt wurde. Verfasst wurde er vom Aktionsbündnis Lichterkette, welche sich als Reaktion auf die Anschläge der Satirezeitschrift Charlie Hebdo gebildet hatte. Ziel des Aktionsbündnisses sei es, auch im ländlichen Raum Präsenz zu zeigen und der Fremdenfeindlichkeit die Stirn zu bieten. Petra Schreckenbach, Sprecherin des Nehrener Asylfreundekreis, ging mit dem Text zu Bürgermeister Egon Betz und schlug vor, diesen im Gemeindeboten zu veröffentlichen. Egon Betz stimmte dem Vorschlag sofort zu und sorgte dafür, dass dieser prominent auf der ersten Seite erschien. Da es auch in Nehren einen „rechten Rand gebe“, die den Appell ebenfalls lesen, sei der Appell laut Schreckenbach eine passende und aktuelle Botschaft. Bis Ende 2016 werden zwischen 50 und 80 Geflüchtete erwartet, die in der Kommune untergebracht werden müssen.

Schulkinder spenden für Ghana

Kwabena Amfo unterrichtete 9 Jahre in den Schulzentren der Stadt Begoro in Ghana. Heute ist er pädagogischer Assistent in der Mössinger Langgass- und der Gottlieb-Rühle-Schule. Die Schüler sind sehr interessiert an seiner afrikanischen Heimat. Amfo gründete 2009 den Verein „Chrystal“, mit dem Bildungs- und Sportprojekte für Kinder und Jugendliche in Begoro unterstützt werden sollen. Amfo liegt an einem kulturellen „Good-Will-Austausch“ zwischen Ghana und Deutschland – bislang vermittelte er mehr als 100 Helfer, die durch „Chrystal“ nach Ghana gereist seien. Vor allem werden aber Bildungsprojekte finanziert. Der Verein übernimmt das Schulgeld für bedürftige Kinder oder kauft Lernmittel ein. Da die Schulen in Begoro an keine Wasserleitung angeschlossen waren, gab es nie Trinkwasser – durch Vereinsgelder wurden Brunnen gebaut. Auch die Langgass-Schüler wollten sich daran beteiligen und spendeten den gesamten Erlös vom Sommerfest in 2015 für einen zweiten Brunnen.

125 Jahre Ortsgruppe

1891, drei Jahre nach der Gründung des Schwäbischen Albvereins in Plochingen, rief der örtliche Fabrikant Alfred Hartmann die Ortsgruppe Wannweil ins Leben. Sie begann mit 8 Mitgliedern, jetzt können 425 Mitglieder den 125. Geburtstag feiern. Wandern, Heimatpflege und Naturschutz gehörten von Anfang an zum Programm, dazu kamen im Laufe der Zeit Angebote für Senioren, ein Frauentreff und das Skifahren. Manfred Wolfer, seit 2013 der Vorsitzende, liegt besonders die Jugendarbeit am Herzen. Deshalb veranstaltet die Ortsgruppe gemeinsam mit der Uhlandschule und deren Förderverein Wochenenden und Aktivitäten im Ferienprogramm der Gemeinde. Ein erster Höhepunkt im umfangreichen Festprogramm ist der Jubiläums-Festtag am Samstag, 9. April, im Gemeindehaus. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und das Clownsspektakel "Pa-Püff", ab 17.30 Uhr Vesper mit dem Akkordeonspieler Berthold Grauer und ab 20 Uhr das Abendprogramm mit der Musik- und Tanzshow "Petticoat und Pomade".

Suchttherapietage

Vom 6. bis 8. April finden die 21. Tübinger Suchttherapietage statt. Dabei soll es um Herausforderungen und Chancen der Suchttherapie gehen, der zweitägige Kongress beschäftige sich aber auch mit den Folgen posttraumatischer Störung bei Geflüchteten. Die Suchttage werden gemeinsam vom Uniklinikum Tübingen, dem baden-württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation und dem Förderverein für abstinente Alkoholkranke veranstaltet. Krieg, Verfolgung und Folter sowie die Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Suchtmittelkonsum und einer Flucht aus dem Alltag in eine Abhängigkeit sind Themen, die die gesamte psychiatrische, psychotherapeutische und suchttherapeutische Versorgung in den nächsten Jahren tangieren werden. Neben diesen brisanten Themen, befasst sich der Kongress auch mit der Stigmatisierung von Suchtkranken, mit neuen Entwicklungen in der Schadensbegrenzung im Bereich der Tabakabhängigkeit durch den umstrittenen Einsatz der E-Zigarette sowie der Legalisierung von Cannabis. Zum Vortrag sind am Mittwoch, 6. April, um 19 Uhr im Hörsaal der Psychiatrie alle Interessierten eingeladen. Das Thema: "Cannabisgebrauch im Jugendalter - die Legalisierungsdebatte aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht". Darin berichtet Prof. Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), über die Risiken des Cannabisgebrauchs in Pubertät und Adoleszenz. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigten, dass Cannabis zu ernsthaften körperlichen und psychischen Erkrankungen, zur nachhaltigen Störung der altersgebundenen Entwicklungs- und Wachstumsprozesse, zu Schulversagen sowie zu sozialer Desintegration führen könne.

Osterseminare

Tanzen, Nähen, Zeichnen, Malen, Zirkusakrobatik, kreatives Schreiben und Trommeln – in der KBF Mössingen gab es in den Osterferien Kreativseminare für die 120 FSJler und Bufdis, die in Schulen und Internaten arbeiten. Das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst unterscheiden sich vor allem durch die Altersgrenze: FSJ gibt es bis 27 Jahre, den BFD können auch Ältere absolvieren – die dürfen dann auch in Teilzeit arbeiten. 25 Seminartage gehören bei beiden dazu. Nachdem der Zivildienst abgeschafft wurde, ist die KBF auf die Freiwilligen angewiesen. Früher beschäftige man bis zu 600 Zivis, heute sind es etwas mehr als 400 FSJler und Bufdis. Besonders für die Pflege ist es schwer, Freiwillige zu finden. Vor allem in den Kindergärten dagegen begegnen sich die verschiedensten Kulturen: junge Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und aus Madagaskar verbringen hier ein Auslandsjahr. Eine Zeitlang kamen durch ein Au-Pair Mädchen aus Kenia viele junge Kenianer; aber auch die Kinder ehemaliger Zivis findet man als FSJler in den Heimen der KBF.




Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de