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Nachrichten vom 01.04.2016

Preise für Tübinger Theater

Das Zimmertheater und das LTT haben jetzt für zwei ihrer Stücke Preise erhalten. Die Zimmertheater-Inszenierung "Auch Deutsche unter den Opfern" bekam beim Heidelberger Stückemarkt den undotierten Nachspielpreis samt Gastspieleinladung zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin. Der Nachspielpreis möchte Theater ermutigen, neue Stücke ebenfalls zu inszenieren. "Auch Deutsche unter den Opfern" sei ein präzises Recherchedrama zum NSU-Verfahren, das man gar nicht oft genug inszenieren könne. Das LTT teilt sich den Günther-Rühle-Preis der Stadt Bensheim mit dem Berliner Ensemble. Den ersten Preis gab es für das Stück "Palmer - Zur Liebe verdammt fürs Schwabenland". Die Inszenierung sei das Portrait eines Mannes in einer modernen Theaterform voller guter Ideen, klug eingesetzter unterschiedlicher Medien und intelligenter Lösungen, so die Jury.

Preis für Alte Weberei

Die Alte Weberei in Tübingen wird mit dem Flächenrecyclingspreis Baden-Württemberg 2016 ausgezeichnet. 1992 meldete der Frottierhersteller Egeria Konkurs an - die Krise in der Textilindusitrie hatte auch das Unternehmen aus Lustnau nicht verschont. Etwa 14 Jahre später wird das Gelände von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIT aufgekauft. Ähnlich wie beim Französischen Viertel sollten mit Hilfe von verschiedenen Bauträgern das Gelände erschlossen werden. Entstanden sind viele kleine Oasen, eine bunter und unterschiedlicher als die anderen. Neben Wohnräumen sind auch Laden- Praxis und Büroflächen entstanden. Neben der Neugestaltung des Geländes entwickelte das Tübinger Architekturbüro Hähnig+Gemmeke zusammen mit Landschaftsarchitekt Stefan Fromm ein Konzept für ein Zusammenleben mehrerer Generationen. Einziger Kritikpunkt sei der laute Verkehr, der durch das Viertel führt. Nur die wenigsten hielten sich an das vorgeschriebene Tempolimit von 20 km/h.

Obdachlosigkeit in Reutlingen

2015 drohten 700 Menschen der Verlust ihrer Wohnung, davon 222 Kinder. Die Mehrzahl der Menschen sind alleinstehend. Auffallend sei, dass die Zahl der jungen Menschen steige. Mittlerweile sind die meisten der von Obdachlosigkeit bedrohten Personen unter 25 Jahre alt. 40 Prozent der Menschen, die zur Obdachlosenbehörde kommen, sind Sozialhilfeempfänger. 23 Prozent der Betroffenen sollen zwar Ewerbseinkommen haben, trotzdem gäbe es Schwierigkeiten im Wohnverhältnis. Während die Obdachlosenbehörde der Stadt dafür zuständig ist, Menschen den Wohnraum zu sichern oder sie in Notunterkünfte einzuweisen, berät die AWO Menschen in Wohnungsnot. Gezielte Hilfen soll ein neues Präventionsprojekt der AWO bieten, das von der EU gefördert wird. Zusammen mit der Stadt und anderen Einrichtungen soll ein "Netzwerk ambulanter Wohnungssicherung" (NaWo) entstehen. Die AWO erhält verteilt auf die nächsten drei Jahre aus dem "Europäischen Hilfsfonds für besonders benachteiligte Personen" insgesamt 320 000 Euro, damit soll die NaWo aufgebaut werden.

Neues Grünkonzept

Die Stadt Rottenburg will in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld in die Grünpflege investieren und dafür zusätzliches Personal einstellen. Langfristig will man aber auf Pflanzen umstellen, die weniger Pflege benötigen. Am Dienstag beschloss der Gemeinderat das entsprechende Konzept. In den vergangenen zwei Jahren wurde eine umfangreiche Datenbank von allen innerörtlichen Grünflächen und Straßenrandstreifen in Rottenburg erfasst – vom Kinderspielplatz bis zum Friedhof. Viele Beete, Wiesen und Hecken sollte man häufiger pflegen als vorher – der errechnete Personalbedarf ergibt zwölf zusätzliche Vollzeitkräfte. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, für den kommenden Sommer zwei zusätzliche Saisonkräfte und in den kommenden Jahren vier weitere Vollzeitkräfte einzustellen. Außerdem soll ein Pflegekonzept erstellt werden, das die Biodiversität deutlich erhöhen wird.

Vielfalt-Projekte

Vergangenes Jahr konnte der Verein „Vielfalt“ über 50 Projekte im Landkreis Tübingen unterstützen. Möglich wurde das unter anderem durch Fördergelder von Land, Bund und der EU. Besonders gut habe sich hierbei der Schwerpunkt „Pflege von Streuobstwiesen“ entwickelt, so der Geschäftsführer des Vereins Kolja Schümann. Möglich wurde die Entwicklung mit Hilfe von Kursen und Vorträgen zum richtigen Baumschnitt, der Anschaffung von Geräten und Direktvermarktung. Für 2016 ist zudem geplant, dass speziell ausgebildete „Streuobstpädagogen“ für Grundschüler in der dritten Klasse eine Unterrichtseinheit anbieten. Außerdem sind bereits weitere Artenschutzprojekte angelaufen, wie zum Beispiel das Fördern von Brut- und Nistplätzen für Kiebitze und Grauammern am Ammer und am Neckar. Am Anfang stehe jedoch die Schaffung von inklusiven Arbeitsplätzen im Bereich der Landschafts- und Naturpflege, räumte Schümann ein.

Streuobst-Projekt

Daniela Häberle aus Öschingen ist Streuobstpädagogin. Mit Drittklässlern aus der Filsenbergschule startete sie ein Projekt, eigene Apfelbäume zu pflanzen. Später sollen auf der Obstwiese auch andere dritte Klassen ihren Schulbaum pflanzen können. Das Streuobst-Projekt ist Teil des Schulunterrichts, zunächst über ein hinweg, gefördert vom Landratsamt Tübingen. Dazu gehört die Einheit „Gasthof zum Wiesenwirt“, zum Lebensraum Streuobstwiese. Darin geht es um Nützlinge, Bestäubung und essbare Wildkräuter, abgerundet durch einen herzhaften Geschmackstest. Die Wiese im Entenloch sei gut von der Filsenbergschule zu erreichen. Es soll später eine ganze Obstwiese entstehen, die von den Nachfolge-Klassen weiterhin betreut werden soll.

Bekenntnis zur Regionalstadtbahn

Der Tübinger Landrat Joachim Walter hatte kürzlich die Finanzierung der Regionalstadtbahn nach dem Auslaufen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes 2019 bezweifelt und ein Signal für sichere Zuschüsse gefordert. Vom Landesverkehrsministerium kam jetzt die Aussage, dass große Infrastrukturprojekte auch nach 2019 eine Bundesförderung bekommen würden. Es gebe eine politische Zusage der Bundesregierung. Man könne die Regionalstadtbahn allerdings nicht gegenüber anderen Projekten bevorzugen, die ihre Anträge früher gestellt hätten. Außerdem könne das Land nicht sämtliche Risiken übernehmen.

Forschung zur Kurzsichtigkeit

Bis zum Jahr 2015 soll nach einer Analyse australischer Forscher fast die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. Doch viele Fragen zur Kurzsichtigkeit seien noch ungeklärt; Welche Faktoren sind genau beteiligt? Warum werden manche Menschen Kurzsichtig und wann? Genau diesen Fragen möchte ein internationales Trainingsnetzwerk „unter Professor Frank Schaeffel nachgehen. Finanziert wird das Projekt durch 3,6 Millionen Euro aus dem Forschungsrahmennetzwerk „Horizont 2020“. Finanziert wird das Projekt für vier Jahre. Man geht davon aus, dass Kurzsichtigkeit in Industrienationen zum größten Teil mit einem hohen Bildungsstand verknüpft sind und auf Seherfahrungen beruhen. Entscheidende Faktoren seien zum Beispiel eine zu starke Nähe beim Lesen oder Arbeiten am Computer und zu wenig Tageslicht.

Potenzmittel und Tumore

Tübinger Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Einnahme des Arzneistoffes Sildenafil das Wachstum von Hauttumoren anregen kann. Der Wirkstoff kam erstmals vor knapp 20 Jahren unter dem Namen „Viagra“ auf den Markt. Er dient hauptsächlich zur Behandlung von Erektionsstörungen bei Männern. Ein Forscherteam um den Biochemiker Robert Feil konnte nun zeigen, dass das Medikament einen Botenstoff stimuliert, der zum Wachstum von Hauttumoren führt. Dennoch bestehe kein Anlass, Männern von einer Einnahme abzuraten. Es sei unwahrscheinlich, dass der Wirkstoff auch die Entstehung von Tumoren fördere, so Feil. Für die Ergebnisse waren Versuche an menschlichen Zellen und an Tieren notwendig.

Jugend-Gremium

Rottenburg bekommt im Januar 2017 einen Jugendrat. Der Gemeinderat folgte damit einer Empfehlung von SchülersprecherInnen und Sozialausschuss. Die 19 Mitglieder der Jugendvertretung sollen allerdings nicht von allen jugendlichen RottenburgerInnen gewählt, sondern von den weiterführenden Schulen delegiert werden. Das Deputat der Jugendabteilung wird aufgestockt, um eine Viertelstelle zur Begleitung der ehrenamtlichen Arbeit der Jugendlichen zu ermöglichen.

Azubi olé

Vor einem Jahr startete das Ausbildungsprojekt „Azubi olé“ der Handwerkskammer Reutlingen. Durch das Projekt sollten junge Erwachsene aus Spanien in Deutschland eine handwerkliche Ausbildung beginnen. Damit wollte man den fehlenden Nachwuchs im Handwerk wettmachen und gleichzeitig jungen Menschen eine Chance auf einen sicheren Beruf geben. In Spanien liegt die Jugend-Arbeitslosigkeit derzeit bei knapp 50%. Von 20 jungen Spaniern, die im vergangenen September eine Ausbildung in der Region begonnen haben, sind allerdings nur noch 13 hier. Warum einige der Azubis abgebrochen haben, können sich die Vorsitzenden der Handwerkskammer auch nicht erklären. Die Übriggebliebenen seien jedoch hoch motiviert und gewillt auch nach der Ausbildung in Deutschland zu bleiben, so Monika Kromer von der Bildungsakademie. Vergleichbare Projekte gibt es bundesweit zuhauf. Finanziell gefördert werden diese Programme vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Jugend debattiert

Der Landessieger von „Jugend debattiert“ steht fest: 24 Minuten brauchte David Peti vom Tübinger Kepler-Gymnasium um erfolgreich gegen eine staatliche Prämie für Elektroautos zu argumentieren. Zusammen mit der Zweitplatzierten Johanna Williams reist er zum Bundesfinale nach Berlin. Zuvor erhalten sie mit weiteren 30 Qualifizierten ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training auf der Burg Rothenfels, wo sie auch die Themen erfahren, um die beim Finale am 18. Juni in Berlin debattiert wird.




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