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Tom Frank; Gitarrist und Sänger von "Duel" aus Austin, Texas

Bei der Band "Duel" werden weder Songs, noch die US-Touren streng geplant. Dafür erleben die Bandmitglieder Geschichten, die sie sonst verpasst hätten.

Bevor Tom Frank die Band "Duel" gründete, war er Mitglied bei Scorpion Child und den Masons. Scorpion Child waren bei "Nuclear Blast" unter Vertrag - und diese hatten die Touren "ihrer" Bands immer rigoros durchorganisiert. 9 Monate im Jahr waren für Festivals, Konzerte und Touren durchgeplant. Dadurch sah Tom Frank seine beiden Kinder nicht so oft, wie er es gerne gehabt hätte. Deswegen löste er die alte Band auf und gründete seine neue Band, unter dem Namen "Duel". "Es gibt zwar viele Bands, mit diesem Namen. Aber wir haben uns gedacht, dass wir einfach besser sein müssen als die anderen Bands." 

In seiner neuen Band legen die Bandmitglieder vorwiegend selbst fest, wann und wie lange sie auf Tour sind; und wohin es geht. Auch um die Unterkünfte kümmert sich die Band selbst, wobei sie da weniger wert auf "luxuriöse Unterkünfte" legen. Sie schlafen lieber in Zelten oder in ihrem Van:

"Bei einer unserer Touren hatten wir unseren letzten Auftritt in New Orleans. Vor uns lagen um die 11 Stunden Heimfahrt. Als uns der Kühler quasi explodiert ist, sind wir bis zu einem Supermarkt-Parkplatz gekommen. Dort haben das Zelt aufgebaut und gepennt. Am nächsten Morgen sind wir mit Skateboards zu einer Autowerkstatt gefahren, haben uns Ersatzteile besorgt und den Kühler repariert. Ich mochte das."

Auch was das Schreiben der Texte angeht, lässt sich die Band (fast) alle Zeit der Welt. Während manche Bands im Studio unter Zeitdruck arbeiten müssen, um einen Song zu produzieren, nimmt sich "Duel" manchmal bis zu 3 Monate oder mehr zum Texten, Komponieren und Aufnehmen. Tom Frank sieht darin eher Vorteile als Nachteile:"Wenn du zu beschäftigt bist, ist das nicht gut fürs Schreiben."
Apropos Schreiben und Komponieren: Hier hat Tom als Inspirationen eher unbekanntere Bands, wie zum Beispiel die australische Band "Buffalo". "Die kennt zwar kaum jemand, die machen aber richtig gute Musik." Auch schwedische Bands wie zum Beispiel die Hardrock-Band "Jerusalem" gehören dazu. "Die Stimmung der Musik ist einfach eine großartige Inspiration." Ansonsten hat Tom Frank kaum andere Inspirationen. Er spielt einfach gern Gitarre - von Morgens bis Abends.

"Ich wohne in einem Haus mit sehr vielen Musikern. Ich habe immer meine Gitarre griffbereit neben mir und das erste, das ich am Morgen tue, ist mich für etwa eine Stunde hinzusetzen und einfach drauf loszuspielen. Manchmal höre ich, wie mein Zimmernachbar an einem Song arbeitet, wo ich dann denke "Cooler Song", manchmal arbeite ich an einem Song und die anderen hören das ebenso. In diesem Haus stört es keinen, wenn es mal lauter wird, im Gegenteil. Es wird geschätzt."

Eine echte Botschaft steckt allerdings nicht in den Texten. Wenn Tom Frank anfängt für einen Song einen Text zu schreiben, denkt er meistens an eine Szene aus einem Film. Diese Szene versucht er zu beschreiben, das Bild und die Stimmung. Und aus dieser Vorstellung, dieser Beschreibung der Szene entsteht dann ein Liedtext.

Wenn Tom Frank von Austin spricht - der Heimatstadt der Band -, fängt er an zu schwärmen. Beinahe, als sei Austin das Musikerparadies im Herzen von Texas. "Es ist ein großartiger Ort zum (Musik) spielen". Es gebe zwar zwischen den Bands eine Art Wettbewerb; dieser sei jedoch nicht schlimm. Im Gegenteil; der Wettbewerb lege die Latte höher und motiviere die Bands dazu, weiter zu machen, an ihren Songs zu feilen und immer bessere Texte zu schreiben. Doch auch die Stadt selbst kümmert sich um ihre Musiker: In Austin gibt es einen Verband, den Health Alliance for Austin Musicians (kurz: HAAM), in den große wie kleine Unternehmen Spenden einzahlen. Aus diesem Spendentopf werden den Musikern in Austin beispielsweise die ärztliche Versorgung und Versicherungen wie zum Beispiel Zahnversicherungen bezahlt.

Die Stadt selbst sei so ähnlich wie Tübingen, erzählt Tom Austin. Es sei eben eine Universitätsstadt mit vor allem vielen jungen Leuten; die Mieten seien dort erschwinglich und es gebe viele Jobs. Außerhalb der Stadt sehe die Welt jedoch anders aus: "Im Umkreis von etwa 20 Meilen gibt es in jeder Richting nichts als Ödland". Auch außerhalb von Austin spielt die Band - während jedoch innerhalb der Stadtgrenzen von Austin alles relativ entspannt - beinahe liberal -  zugeht, ist zum Beispiel die Polizei in anderen Städten in Texas "etwas" strenger. "Deswegen sind wir immer ein bisschen vorsichtig, wenn wir in andere Städte gehen", sagt Tom Frank im Interview.


Audio

Interview mit Tom Frank (Duel) - kurz

Download (21,38 MB)
Interview_Duel_kurz.mp3


Interview mit Tom Frank (Duel) - lang

Download (60,73 MB)
Interview_Duel_lang.mp3



Bilder




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