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Nachrichten vom 07.03.2016

Wir wollen Freiheit, Frieden, Recht.

Der Internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. So auch morgen! Der Tag wird auch Weltfrauentag, Tag der Frau oder Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau genannt. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen gegen den Willen ihrer männlichen Parteikollegen die Einführung eines internationalen Frauentages vor, ohne jedoch ein bestimmtes Datum zu favorisieren. Die Idee dazu kam aus den USA. Dort hatten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, welches beschloss, einen besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu initiieren. Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Seit 1921 findet der internationale Frauentag am 8. März statt. Heute ist der 8. März in vielen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. In der Volksrepublik China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei. Es gibt jedoch auch insbesondere politisch aktive Frauen, welche sich inzwischen gegen die Feier des Frauentags aussprechen. Die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding stellte dazu fest: "Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen." Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

Mangelnde Anerkennung macht Mütter krank

Die Mütter von heute sind ständigem Zeitdruck und der Doppelbelastung in Beruf und Familie ausgesetzt. Dabei setzt ihnen besonders die fehlende Wertschätzung ihrer familiären Leistungen zu. Fast ein Drittel der Frauen, die in einer vom Müttergenesungswerk (MGW) anerkannten Klinik eine Kur machen, geben die mangelnde Anerkennung als Belastungsfaktor an. Haus- und Familienarbeit wird meist von Frauen erledigt, unabhängig von ihrem Beruf. Der Spagat zwischen dem traditionellen Rollenbild der fürsorglichen Mutter und dem Wunsch nach Gleichberechtigung und partnerschaftlich geteilte Arbeit im Haushalt bringt viele Mütter an ihre Grenzen. Der Internationale Frauentag am 8. März soll jedes Jahr an die Ziele der Gleichberechtigung erinnern – auch wenn sich vieles in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat, sind klassische Haushaltsroutinen wie waschen, putzen, bügeln oder Kinder zum Arzt bringen immer noch Müttersache, auch wenn sie berufstätig sind. Mütter leisten wesentlich mehr Familienarbeit als Väter – dabei bekommen Männer für ihre Leistung im Haushalt laut Umfragen mehr Anerkennung. Die mangelnde Wertschätzung gegenüber Müttern führt zu einer Stressbelastung, die langfristig zu physischen und psychischen Erkrankungen führen kann.

Auszeichnung für Engagement für Frauenrechte

Juliane von Krause macht sich seit mehr als 30 Jahren für Frauenrechte stark. Für ihre ehrenamtliche Arbeit wird sie an diesem Montag (7.März) mit dem Bundesverdienstkreuzes geehrt. Bundespräsident Gauck würdigt einen Tag vor dem Internationalen Weltfrauentag damit insgesamt 24 ehrenamtlich tätige Frauen. Krause ist die Geschäftsführerin der Organisation „STOP dem Frauenhandel“ und engagiert sich in dem gemeinnützigem Verein „Terre des Femmes“ für Frauenrechte. Ideal wäre für sie, wenn Frauenrechtsorganisationen irgendwann nicht mehr notwendig seien – bis dahin sei aber noch viel zu tun. Aktuell auf ihrer Agenda steht der aktuelle Gesetzesentwurf zu Vergewaltigungen. Der reicht ihr nicht aus – denn noch immer müsse die Frau Widerstand leisten. Dabei sollte ein deutliches verbales Nein genügen.

 

Private Altersvorsorge für Frauen nützlich

Seit fast 100 Jahren feiern Frauen am 8. März den Internationalen Frauentag. Auch heute fordern sie Gleichberechtigung - und auch heute ist diese Forderung in Deutschlands Arbeitswelt noch nicht vollständig erfüllt. Ob sie am Frauentag demonstrieren oder nicht: 90 Prozent der Frauen finden es wichtig, finanziell unabhängig zu sein. Weil Frauen insgesamt kürzer arbeiten, sinkt ihr späterer Rentenanspruch. Und das, obwohl der Bedarf bei Frauen höher ist - durchschnittlich leben sie länger als Männer und beziehen somit länger Rente. Dabei wird das Thema Altersvorsorge zu oft aufgeschoben. Erst spät merken viele, dass ihre gesetzliche Rente im Alter nicht genügen wird. Dabei gilt: Früh anfangen zahlt sich aus.

Geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Der Trend bei den Wunscharbeitszeiten von Unter- und Überbeschäftigten ist ungebrochen: Vor allem Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und in Teilzeit möchten ihre Arbeitszeit gerne ausweiten, immer mehr Männer ihre Stundenzahl reduzieren. Aber starre Arbeitszeitregelungen und Präsenzkultur machen es beiden – Frauen und Männern – unmöglich, Erwerbstätigkeit, Hausarbeit und Familienpflichten miteinander zu vereinbaren. Sie haben keine Chance, über Dauer, Lage und Takt ihrer Arbeitszeiten mitzubestimmen. Für eine geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauchen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Arbeitszeitsouveränität. Ohne einen gesetzlichen Rahmen lässt sich das nicht verwirklichen. Deswegen setzen Gewerkschaften am internationalen Frauentag 2016 ein Zeichen und fordern: - das im Teilzeit- und Befristungsgesetz enthaltene Recht auf Teilzeit auf alle Beschäftigten auszuweiten unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist, indem sie arbeiten. - ein Recht auf befristete Teilzeit. Damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Freiheit der Arbeit

Die Arbeitszeit steht im Mittelpunkt des Internationalen Frauentages 2016 Frauen in Deutschland sind immer häufiger erwerbstätig. Aber fast jede Zweite arbeitet in Teilzeit – oft ihr gesamtes Erwerbsleben lang. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenreiter. Und wird es wohl auch bleiben: Während Männer weiterhin überwiegend Vollzeit arbeiten, steigt der Anteil an erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Der Trend bei den Wunscharbeitszeiten von Unter- und Überbeschäftigten ist ungebrochen: Vor allem Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und in Teilzeit möchten ihre Arbeitszeit gerne ausweiten, immer mehr Männer ihre Stundenzahl reduzieren. Aber starre Arbeitszeitregelungen und Präsenzkultur machen es Frauen wie Männern unmöglich, Erwerbstätigkeit, Hausarbeit und Familienpflichten miteinander zu vereinbaren. Sie haben keine Chance, über Dauer, Lage und Takt ihrer Arbeitszeiten mitzubestimmen. Für eine geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauchen alle Beschäftigten Arbeitszeitsouveränität. Ohne einen gesetzlichen Rahmen lässt sich das nicht verwirklichen. Deswegen setzen Gewerkschaften am internationalen Frauentag 2016 ein Zeichen und fordern: - das im Teilzeit- und Befristungsgesetz enthaltene Recht auf Teilzeit auf alle Beschäftigten auszuweiten – unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist, in dem sie arbeiten. - ein Recht auf befristete Teilzeit – damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und damit auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren. - ein Recht, aus der Teilzeit wieder zurück zu kehren – Wer raus will aus der Teilzeitfalle, soll auch einen gesetzlichen Anspruch darauf haben! Die Frauen im DGB machen sich stark für eine geschlechtergerechte Verteilung der Arbeitszeit und eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen über alle Lebensphasen hinweg.

Heraus mit dem Frauenwahlrecht!

...war die Hauptforderung der "Mütter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität. Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen. Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam. Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz. 2016 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Planet 50-50 by 2030: Step It Up for Gender Equality". In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr "Heute für morgen Zeichen setzen!".

Frauennetzwerk

„Es lebe die Vielfalt“ heißt es am Dienstag, dem 8. März wieder in Tübingen. Der Internationale Frauentag wird hier vom "Frauennetzwerk 8. März" auf dem Holzmarkt" von 15 bis 17 Uhr mit Infoständen, Aufführungen, Musik und einem offenen Mikro gefeiert. Um 20 Uhr geht’s ins Foyer des Rathauses zu einem bunten Programm bis 22:15: mit dem internationalen Chor des Infö, Liedern und Tänzen aus aller Welt, einem Kurzfilm, einer Performance von Ulrike Helmholz und einer Djane.Außerdem sprechen die Gleichstellungsbeauftragte Luzia Köberlein und Ulrike Held vom Frauennetzwerk "8. März"sowie Oberbürgermeister Boris Palmer. Im Freien Radio Wüste Welle bestimmen an diesem Tag die Radiomacherinnen das Programm. Der Internationale Frauentag ist in diesem Jahr umrahmt von Veranstaltungen von "One Billion Rising" gegen sexualisierte Gewalt am 14. Februar bis zur Walpurgisnacht-Demo am 30. April.




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