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Nachrichten vom 15.02.2016

Aufenthaltsrecht erteilt

Die Afrikaner Abdou Latedjou und Mary Kiriuki dürfen nun doch in Deutschland bleiben. Latedjou kam schon vor 14 Jahren von Benin nach Deutschland und gab auf Geheiß seines Schleußers den Kongo als sein Herkunftsland an, weil dieser angeblich höhere Bleibechancen versprach. Seine Frau Mary Kiriuiki kam vor neun Jahren aus Kenia. Beide lernten sich in Tübingen kennen und haben inzwischen zwei Kinder. Die Verwaltung war 'verstimmt', als sie Latedjous Täuschung aufdeckte und sah es trotz der Kinder als legitim an, die Familie in unterschiedliche Staaten abzuschieben. Kenia würde nicht-eheliche Kinder nämlich nicht aufnehmen. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen gab nun trotz allem die Empfehlung, die dauerhafte Aufenthaltserlaubnis auszustellen. Die Stadt Tübingen will dieser nachkommen.

Gartenstraßenanwohner zur Unterkunft

Die Tübinger Stadtverwaltung will auf dem Werkhof-Gelände neuen Wohnraum vor allem für geflüchtete Menschen schaffen. Das Areal liegt zwischen der Tennishalle und der Werkhof-Halle beim Stauwehr. Die benachbarten Anwohner trafen sich nun mit Baubürgermeister Cord Soehlke im Ruderclub Fidelia und diskutierten über die Zukunft des Standorts. Anwohner und Vertreter der‚Initiative Gartenstraße’ sowie der Gruppe ‚Leben in der Gartenstraße’ sprachen sich mehrheitlich für eine Bebauung des Areals aus. Auf eine konkrete Größe des Gebäudes konnten sie sich allerdings nicht einigen. Weiterhin forderten die Anwohner eine Erweiterung des benachbarten Parks und Spielplatzes. Über 90 Prozent stimmten zudem für eine gemischte Belegung des Hauses. Geflüchtete Menschen sollen zusammen mit ortsansässigen Personen wohnen und leben. Der Baubürgermeister will die Anwohner in jedem Falle mit in die Planungen einbeziehen. Darüber wird allerdings der Gemeinderat entscheiden.

Geflüchtete in der Shedhalle

Am Donnerstag sind die ersten 93 Geflüchteten in die Shedhalle gezogen. Insgesamt sollen dort 188 Menschen unterkommen. Bei dieser Maximalbelegung stehen jedem Geflüchteten 4,5 Quadratmeter Wohnfläche zu, das absolute Minimum laut Flüchtlingsaufnahmegesetz. Die Shedhalle hat neben den Schlafräumen auch ein Fernsehzimmer und ein Sprechzimmer für einen Arzt. Die Betreuung übernehmen ein Sozialarbeiter vom Landratsamt und ein ehrenamtlicher Unterstützerkreis aus etwa 50 Personen.

Schnelles Internet für Dörfer

Rottenburgs Gemeinden Höfendorf, Bietenhausen, Börstingen, Sulzau, Wachendorf, Remmingsheim, Nelingsheim und Kiebingen sind ab sofort an Breitband-Internet angeschlossen. Die Leitung soll je nach Wohnort zwischen 30 und 100 MBit/s liefern und wird über den privaten Anbieter Inexio bereitgestellt. Die Telekom hielt sich auf dem Land höflich zurück. Wer wechseln möchte, sollte am besten eine der lokalen Infoveranstaltungen besuchen und dann einen korrekten Portierungsantrag über Inexio ausführen, damit seine Telefonnummer erhalten bleibt.

Neuer Masterstudiengang

Am Zentrum für Interaktive Materialien der Hochschule Reutlingen gibt es den neuen Masterstudiengang "Interdisziplinäre Materialwissenschaften". Dabei sollen unterschiedliche Fakultäten der Hochschule zusammenarbeiten. Dies soll dann die Kommunikation im Berufsalltag erleichtern. Der neue Studiengang bringt Studierende der Angewandten Chemie, Informatik Technik, Textil und Design für forschungsorientierte Projekte zusammen. Es geht auch darum, neue Fachbereiche kennenzulernen und die spezifische Sprache zu verstehen. Die fachübergreifende Ausbildung könne mehr Möglichkeiten bei der Jobsuche bieten.

Reha-Mobil

Ältere Menschen sind oft nicht mehr in der Lage, sich für die Reha-Dienste regelmäßig zur Kur zu bewegen. Bad Sebastiansweiler ist nach Karlsruhe nun die zweite Stadt in Baden-Wüttemberg, die mobile Reha-Dienste anbietet. Dies geht zurück auf die gesetzliche Grundlage von 2008, in der ein Anspruch auf mobile geriastische Dienste geregelt wurde. Die gesamte Dauer der Reha schwankt zwischen sechs bis sieben Wochen. Die Geräte bleiben während der Behandlung im Haus des Patienten. Die Anfahrt von der Klinik sollte 20 min nicht übersteigen. Die Begründung des Bedarfs benötigt kein medizinisches Akutereignis, sondern es genügt ein beobachtbarer Kräfteabbau.

Rottenburg erwägt Wohnbau-Gesellschaft

Trotz zahlreichen Baumaßnahmen mangelt es auch in der Kreisstadt Rottenburg an bezahlbarem Wohnraum. Oberbürgermeister Stephan Neher und der Gemeinderat diskutieren deshalb seit Kurzem über die Gründung einer städtischen Wohnbau-Gesellschaft, ähnlich der Tübinger Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG). Um den sozialen Wohnungsbau zu finanzieren, könnte die Gesellschaft auch Eigentumswohnungen bauen und verkaufen. Über 100 Wohnungen in knapp 30 Gebäuden besitzt und verwaltet die Stadt Rottenburg derzeit. Die Häuser seien insgesamt in einem schlechten Zustand. Investitionen in Schulen und Kindergärten stünden oft in Konkurrenz zu geplanten Sanierungen. Zunächst will man in Rottenburg nun prüfen lassen, ob und wie sich die Gründung einer Wohnbau-Gesellschaft realisieren lässt.

Ausnahme fürs Bürgerheim?

Zwei Verordnungen bringen derzeit die Altenhilfe Tübingen (AHT) in Bedrängnis. Nach der Bauverordnung, die noch unter der CDU-Regierung 2009 vom Landtag beschlossen wurde, müssen alle Pflegeheime, die vor 1999 saniert oder gebaut wurden, bis zum Jahr 2019 ausschließlich Einzelzimmer mit jeweils 14 Quadratmetern und einem Bad für zwei Bewohner anbieten. Im Pauline-Krone-Heim würden dadurch 15 Plätze wegfallen. Hier sind die Doppelzimmer laut Auskunft der AHT-Geschäftsführerin Anke Baumeister vornehmlich mit Ehepaaren und Geschwistern belegt. Da die letzte Sanierung 2002 erfolgte, beantragte Baumeister hier eine Verlängerung bis 2027. Beim Bürgerheim ist es fraglich, ob die baulichen Gegebenheiten des historischen Gebäudes aus dem 13. Jahrhundert überhaupt den geforderten Umbau zulassen. Unvermeidlich ist jedoch der Bau des aufgrund der Brandschutzbestimmungen notwendigen zweiten Fluchtweges.

Medienpsychologe zu digitalen Gerüchten

Der Tübinger Medienpsychologe Johannes Moskaliuk erklärte dem GEA, wie sich Gerüchte in sozialen Netzwerken verbreiten: „Das Gerücht wird immer häufiger gelesen. So wird tausendfach das Gleiche gesagt und das gilt als Beleg, dass die Aussage richtig ist“, erklärt Moskaliuk. Facebook wisse, was einen interessiert. Die Software verbindet einen dann mit ähnlich denkenden Nutzern: „Das funktioniert als Selbstverstärkung, bei der die andere Sicht ausgeblendet wird.“ Es gäbe keine Gegenstimmen, weil sie der Algorithmus nicht für relevant erachtet. Auch das 'Wir'-Gefühl sei entscheidend, etwa bei Pegida-Anhängern: Taucht Kritik in der Presse auf, wird sie als "Lügenpresse" verschrien und die Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe verstärkt. Das Internet werde zudem als rechtsfreier Raum betrachtet, in dem Beleidigungen und aggressive Hetze nicht geahndet würden – das sei ein Trugschluss.

Vortrag zur Welternährung

Der Filmemacher Valentin Thurn hielt an der Rottenburger Forsthochschule einen Vortrag über Welternährung. Es ging um die Frage, wie im Jahr 2050 eine Weltbevölkerung von voraussichtlich 10 Milliarden Menschen satt werden könne. Nachhaltige Lösungen für die Welternährung sieht er in der Unterstützung von lokaler Landwirtschaft und im Aufbau regionaler Versorgungsnetze. Alte Saatgutsorten seien den modernen Hybridsamen bei extremen Umwelteinflüssen häufig überlegen und die Bauern müssten sie nicht jedes Jahr neu kaufen. Börsenspekulationen mit Lebensmitteln seien ein Problem und hätten schon mehrfach zu Ernährungskrisen geführt. Valentin Thurn ist vielen bekannt durch seinen Dokumentarfilm "Taste the Waste", sein neuer Film heißt "Zehn Milliarden: Wie werden wir alle satt".

S-Haus Unter den Leuten

Das Reutlinger Lobbyrestaurant wird zum S-Haus. In diesem Bürgertreff bekommen finanziell Benachteiligte nicht nur ein warmes Essen, sondern ihnen wird auch kulturell etwas geboten. "Fläsch- Kultur Unter den Leuten" nennt sich diese Kulturveranstaltungsreihe. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht am 25. Februar Jörg Neff mit seiner Ausstellung "Landschaftliche Stimmungen". Durch dieses Konzept profitieren Künstler und Besucher wechselseitig. Das ganze Projekt lebt hauptsächlich von Spenden und wird zusätzlich von der Stadt mit einem Betrag von 20.000 Euro gefördert. Das S-Haus ist immer offen für Künstler aus allen Bereichen.

40 Jahre Mundartwochen

Der Festakt zur Eröffnung der diesjährigen Schwäbischen Mundartwochen in Reutlingen bewies schwäbische Pfiffigkeit: das Schwabenalter wurde gefeiert, 40 Jahre Mundartwochen, die 40. Veranstaltung war im letzten Jahr gefeiert worden. Am 10. Februar 1976 trat Wilhelm König als noch unbekannter Autor im Keller des Reutlinger Heimatmuseums auf. Heute ist er Präsident der Mundartgesellschaft und seine Veranstaltung nachgewiesenermaßen ein Sprungbrett für viele Künstler. Anderthalb Stunden dauerte das Programm zum Festakt im Foyer der Volksbank in der Gartenstraße. Die 41. Mundartwochen dauern noch bis zum 15. März, Karten gibt es unter anderem in den Reutlinger Volksbankfilialen und Informationen unter www.mundartgesellschaft-württemberg.de




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