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Nachrichten vom 12.02.2016

Schulungen für Geflüchtete

Reutlingen bietet Geflüchteten ein breites Kursangebot und will damit laut Verwaltung das Signal setzen, dass ihm auch das Ankommen der Geflüchteten wichtig ist. Nun haben am Sonntag 16 Geflüchtete die freiwillige Schulung über Gesundheit und Religion begonnen. Auch die Dozenten haben Migrationshintergründe. Der aus Ägypten stammende und in Tübingen promovierte Prof. Ahmed A. Karim klärt die Menschen über Traumatisierungen und auch über die Furcht vor dem sozialen Abstieg auf. Die Themen Depressionen, Aggressionen und Schlafstörungen kommen zur Sprache. Er möchte auch Wert auf eine Verbindung zum Koran legen und dass psychische Störungen keine Dämonen sind, wie mancherorts noch geglaubt werde. In einem zweiten Modul erhalten die Geflüchteten ein soziales Kompetenztraining, in einem weiteren geht es um den Islam in Deutschland. Das leitet Abdelmalik Hibaoui vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen, der 2002 aus Marokko nach Tübingen gekommen ist und über Islambilder in Deutschland promoviert hat. Die Unterrichtssprache für diese kulturellen Seminare ist Arabisch, damit die Geflüchteten sofort alles verstehen können. Die Kosten für die Kurse trägt die Stadt.

Pilot-Projekt für Sprachförderung

„Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“, kurz TigeR, nennt sich das Angebot des Reutlinger Tagesmütter-Vereins. Mit einem Pilotprojekt zur Sprachförderung möchte sich der Verein nun für die Integration von Kindern mit migrantischem Hintergrund einsetzen. Bis zum 1. März läuft noch das Antragsverfahren beim Kultusministerium. Dann wird entschieden, welche TigeR-Gruppe das Projekt durchführt. Die Betreuerinnen erhalten Fortildungen und supervisorische Begleitung. Ist das Projekt erfolgreich, soll es Schule machen.

Migranten-Chor

Seit knapp drei Monaten gibt es in Reutlingen eine neue Chorgemeinschaft. Zusammen mit der Musikschule riefen die Mitarbeiter der Volkshochschule eine wöchentliche Singstunde ins Leben, die sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund richtet. Bisher singen 15 Personen mit, die zum größten Teil auch den Deutschunterricht an der Volkshochschule besuchen. So stehen vor allem deutsche Volkslieder auf dem Programm. Mit Musik lerne man die Sprache besser; außerdem fördere man dabei die Phonetik, was letztlich zu einer besseren Aussprache führe, meint die Gesangslehrerin Antje Angerstein. Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos. Kommen kann jeder – und zwar jeden Mittwoch ab 12:15 Uhr in die Gartentorschule.

Neues Diagnoseverfahren

Der Schimmelpilzvirus Aspergillus fumigatus ist quasi allgegenwärtig und macht gesunden Menschen nichts aus. Für immunschwache Patienten stellt er jedoch ein großes Risiko einer Infektion bis zur Todesursache dar. Die frühzeitige Diagnose ist entscheidend, diese war bisher jedoch nur kompliziert möglich. Tübinger Wissenschaftler in der Leitung eines EU-geförderten Forschungsprojekts haben nun ein vielversprechendes Diagnoseverfahren über radioaktiv markierte Antikörper entwickelt. Bei dem Bildgebungsverfahren wird die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Magnetresonanztomografie (MRT) verbunden. Da sich die Antikörper ausschließlich an den Schimmelpilz heften, kann mit dem neuen Verfahren ausgeschlossen werden, etwas Falsches zu diagnostizieren.

Projekte zur Krebsforschung

Das Deutsche Konsortium für Transnationale Krebsforschung fördert mehrere innovative Projekte unter Tübinger Beteiligung mit mehr als zweieinhalb Millionen Euro. Das Interfakultäre Institut für Zellbiologie (IFIZ) der Uni Tübingen forscht mit anderen Wissenschaftlern zu bestimmten Mutationen von Krebszell-Genomen an bösartigen Krebsformen der Haut und des Gehirns. Dies soll Erkenntnisse über die Ursachen der Entstehung der Krebserkrankung bringen. Das zweite Projekt ist eine klinische Studie von Tumorimpfungen für junge Leukämiepatienten. Maßgeschneiderte Impfstoffe sollen das Immunsystem der Patienten dazu bringen, veränderte Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. In zwei weiteren Projekten geht es darum, Mutationen für die Therapie von seltenen Krebsarten zu nutzen und um eine verbesserte Bildgebung für die Diagnostik von Prostatakrebs.

Patientenumfrage am Tumorzentrum

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat mehr als 1.000 Tumorpatienten am Tumorzentrum Tübingen in der jährlichen Patientenumfrage befragt. Die Gutachter bescheinigen eine hervorragende Behandlungsqualität und vergaben acht Gütesiegel. Vor allem die wöchentlichen Tumorkonferenzen mit Krebsspezialisten verschiedener Fachrichtungen seien eine gute Voraussetzung für eine ganzheitliche und erfolgreiche Behandlung der Patienten. Das Zertifizierungssystem gibt es seit 2002 und orientiert sich an hohen Qualitätsmaßstäben zur Verbesserung der Betreuung und Behandlung.

Stadtwerke investieren in Windpark

Die Stadtwerke Tübingen haben jetzt in der Lüneburger Heide den Windpark Brauel II gekauft. Die 15 Windräder haben eine Gesamtleistung von sechs Megawatt. Damit erhöhen die Stadtwerke den Anteil des Stroms aus ökologischen Quellen um drei auf 40 Prozent. Geplant sind 50 Prozent bis 2020.

Neuer Vorstand

Reutlingens Jugendgemeinderat hält nach der Hälfte seiner zweijährigen Legislaturperiode stets Neuwahlen des Vorstands ab. Zur Wahl standen sieben Mitglieder, die geheim gewählt wurden. Victoria Heinzmann und Joachim Straub bleiben dem Vorstand erhalten, neu hinzugekommen ist Eva-Maria Seitz. Anschließend wurden auch die Jugendgemeinderatsvertreter für die Gremien des Gemeinderats neu besetzt.

Bläsiberg im Mittelalter

Das Renaissance-Schlösschen Bläsiberg über dem Steinlachtal südlich von Tübingen wird von der Fachklinik für Drogenhilfe genutzt und wurde vor kurzem grundsaniert und erweitert. Dabei fand man ein Grabensystem aus vier hintereinanderliegenden Gräben mit versetzten Erdbrücken sowie Kalköfen,eine Stützmauer und altes Pflaster mit eingegrabenen Wagenspuren auf der Zufahrt zum Schloss. Das Grabensystem deutet auf eine mittelalterliche Fliehburg, wie man sie aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts kennt. Dafür spricht die erste urkundliche Erwähnung 1135 von einer "auf der Spitze einer zerstörten Stadt gelegenen Kirche des heiligen St. Blasius". Das Schloss wurde 1558 von dem damaligen Untervogt von Tübingen errichtet. Aus dieser Zeit stammen die Kalköfen als Hilfsmittel zum Bau. Die erwähnte Kirche könnte jedoch außerhalb des Sanierungs- und Erweiterungsgebietes an der Hangkante gestanden haben. Der vom Rottenburger Institut für Kulturvermittlung mit den archäologischen Untersuchungen beauftragte Sören Frommer vermutet, daß hier rivalisierende Machtsphären aufeinanderstießen. Der Bläsiberg könnte ein Vorposten der Grafen von Achalm gewesen sein, da von hier wichtige Verkehrsverbindungen zu kontrollieren waren.

Gesichter der Armut

Die städtische Fachbereichsleiterin Uta Schwarz-Österreicher sprach am Donnerstagabend in der Marienkirche über die Entwicklung der Armut in Tübingen. Zwar beziehen nur 1 Prozent der Haushalte Hartz 4, zählt man jedoch die Menschen die Wohngeld bekommen und im Besitz einer Kindercad sind dazu, ist man schon bei 5,3 Prozent. Zwar ist die Zahl der Kinder aus armen Familien seit 2005 rückläufig, jedoch stellt das Thema Armut und die damit verbundene schwierige Suche nach bezahlbarem Wohnraum immer noch ein akutes Problem dar. Daher mahnte Schwarz-Österreicher zur Verbesserung der Präventionsarbeit gegen Armut und für bezahlbaren Wohnraum.

Leerstehendes Jugendhaus

Wannweils Jugendhaus steht seit einem Jahr leer, als die Sozialarbeiterin Gisela Ziegler in den Ruhestand gewechselt ist. Seitdem sucht die Stadt nach einer Neubesetzung für die 50-Prozent-Stelle, mehrfach wurde diese ausgeschrieben. Die einzige aussichtsreiche Bewerberin zog sich zurück als sie den dunklen und sanierungsbedürftigen Jugendhauskeller gesehen hat. Grüne-Alternative Liste, SPD und Freie Wähler wollten ein Konzept für die neue Jugendarbeit in Auftrag geben, das heißt zunächst einmal die Befragung und Sondierung der Zielgruppe. Der Antrag wurde besonders von der CDU abgeschmettert: Es gäbe keinen Bedarf für mehr Jugendarbeit. Doch die ortsansässigen Vereine decken die Aufgaben der Jugendarbeit nicht huntertprozentig ab. Der Förderverein der Uhlandschule will an einem Nachmittag der Woche ein dreistündiges Mädchencafé für Acht- bis Vierzehnjährige anbieten. Der Gemeinderat will noch beraten, ob der Keller noch gerettet werden kann. Es soll geprüft werden, ob das Jugendhaus nicht doch besser umziehen sollte. Die Grünen haben versichert, am Thema dran bleiben zu wollen.




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