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Nachrichten vom 29.01.16

Versperkirche eröffnet

Am vergangenen Sonntag fand in der Tübinger Frischlinstraße der Eröffnungsgottesdienst der Vesperkirche statt. Zum Auftakt fanden sich etwa 400 Besucher in den Räumlichkeiten ein. Der 34-jährige Ahmed Güler hielt die Eröffnungsrede, in der er auf seine ganz persönliche Vergangenheit einging. Im August 2000 sollte Güler in die Türkei abgeschoben werden, wo dessen Eltern als kurdische Aleviten politische Verfolgung erlitten hatten. Durch das Kirchenasyl und mit Hilfe von viel Geduld konnte er letztlich in Tübingen bleiben. Diakon Peter Heilemann betonte die Wichtigkeit des Verzichts, um anderen Asyl zu gewähren. Es könne doch nicht sein, dass eine schwarze Null im Haushalt wichtiger sei.

Bundeswehr-Demo

Etwa 300 Menschen protestierten am vergangenen Samstag in der Tübinger Altstadt gegen den Einsatz der Bundeswehr in Syrien, Irak und in der Türkei. Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung kritisierte vor allem den Einsatz der deutschen Tornados. Dieser sei sowohl verfassungs- als auch völkerrechtswidrig. Man habe die Europäische Union nun endgültig zu einem Militärbündnis umgedeutet.

Sprachtest für Asylbewerber

Reutlingen bietet für Geflüchtete nun auch den Sprachstandstest an, den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut bereits 2007 entwickelt hat. Zu 65 Fragen werden Antworten für typische schriftliche Texte angeboten, aus denen entscheiden werden muss. Langfristig sollen alle Asylbewerber den Test machen, das dient zur besseren Einstufung ihres Standes, damit ihnen möglichst die passenden Sprachkurse angeboten werden können. Davon gibt es nämlich reichlich, nicht nur von der VHS, sondern auch von der Arbeitsagentur und Ehrenamtlichen. Letztere sind übrigens dazu aufgerufen, sich zur besserten Koordination bei der Stadt zu melden. Der Sprachstand ist sehr verschieden: Einige Geflüchtete können noch nicht einmal die lateinischen Buchstaben, andere haben sich bereits solide Alltagssprache beigebracht. Die eigentlichen Integrationskurse gehen 900 Stunden und vermitteln auch Kenntnisse über Land und Leute und die Gendergleichstellung in Deutschland.

Feuerwehr zieht Fazit

Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Reutlinger Feuerwehr blickte man überwiegend positiv auf das vergangene Jahr zurück. Insgesamt konnten die Florians-Jünger bei Ihren Einsätzen 175 Personen aus lebensbedrohlichen Lagen retten. Ein deutlicher Anstieg war bei der Anzahl der Fehleinsätze zu verzeichnen. Dies stehe vor allem im Zusammenhang mit der Rauchwarnmelder-Pflicht in Privathaushalten. Die Personalstärke der Reutlinger Feuerwehr mit knapp 70 Einsatzbeamten sei stabil geblieben.

Schülerfirma "baeg-it-up", das sind recycelte Auto-Airbags in neuer Funktion von Taschen. Die Idee hatten Schüler eines Wirtschaftskurses der 11. Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums im Projekt einer Schülerfirma. Das Material wird unter anderem von Restbeständen einer Maulburger Airbags-Firma aufgekauft. Die Beutel von baeg-it-up gibt es auf der Facebook-Seite der Firma und im Himmelbrett am Albtorplatz zu kaufen.

Kosten gestiegen

Die Kosten für die neuen Haltestellen der Regionalstadtbahn auf Tübinger Stadtgebiet sind nach einer Revision der Planungen erheblich in die Höhe geschossen. Zur Kostenreduktion schlug die Tübinger Verwaltung vor die geplante Unterführung am neu zu errichtenden Güterbahnhof in eine kostengünstigere Überführung umzuwandeln. Im Gegensatz zu den unstrittigen Planungen im Rahmen des Großprojekts Regionalstadtbahn, wie z.B. die Elektrifizierung der Strecke Herrenberg und Bad Urach,ist vor allem die ursprünglich geplante Unterführung am Güterbahnhof ein Streitfaktor zwischen Tübinger Verwaltung und Stadträten vor allem aus der Fraktion AL/Grüne. Die Verwaltung möchte lieber eine Überführung, die laut Expertenschätzungen ca. 2 Millionen Euro günstiger wäre, als die Unterführung. Die Stadträte hingegen setzen auf die langfristige Wirkung des neuen Bahnhofs und haben nicht nur die Finanzen im Blick. Des Weiteren bemängeln Sie, daß eine Überführung mehr Stufen hat als eine Unterführung. Eventuell gibt es zu dem Thema einen Volksentscheid in Tübingen.

Haaggasse wird saniert

Nach dem Tübinger Rathaus kommt nun die Haaggasse dran: Bald sollen der obere und mittlere Bereich gleichzeitig saniert werden, das hat der Planungsausschuss des Gemeinderats am Montagabend einstimmig beschlossen. Die Bürgersteige sollen entfernt werden, womit die Haaggasse barrierefrei gemacht werden soll. Veranschlagt sind 250.000 Euro Gesamtkosten, die im Haushalt bereits berücksichtigt waren. Aus logistischen Gründen sei eine komplette Sanierung aller Teile auf einen Schlag nicht möglich gewesen.

Gute Quote

Das Tübinger Universitäts-Brustzentrum der Frauenklinik präsentierte innerhalb eines Zehnjahres-Berichts erfreuliche Zahlen. Die Rückfall-Quote bei entfernten Brust-Tumoren sei sehr gering, so Diethelm Wallwiener, Leiter des Zentrums. Bestätigt sieht er auch die Interdisziplinarität des Hauses. Radiologie, Gynäkologie und Radioonkologie arbeiten von der Diagnostik bis zu Therapie zusammen. Die geringe Rückfall-Quote hänge allerdings auch mit der Früherkennung zusammen. Über 1000 Patienten werden pro Jahr operiert. Bei zirka 45 der Behandelten tritt erneut ein Karzinom auf.

Gemeindeordnung im Land

Die baden-württembergische Landesregierung hat im Dezember eine Novellierung der Gemeindeordnung verabschiedet. In Reutlingen soll sie Ende Februar satzungsgemäß umgesetzt werden. Die Inhalte sind begrüßenswert: Der Informationsfluss soll verbessert werden, mehr Transparenz gebracht und niedrigere Hürden für die Bürgerbeteiligung umgesetzt werden. Kretschmann erklärte im Oktober, dass sie auch den Gemeinderat als Hauptorgan der Gemeinde stärken solle. Damit will man gegen die derzeitige Machtfülle von Bürgermeister und Verwaltung arbeiten, die nirgends sonst in der Republik so weitgehend sei wie in BW. Ab jetzt sind Bürgerentscheide bei der Bauleitplanung möglich. Nach heftiger Kritik der Verwaltungen hat man die angedachten öffentlichen vorberatenden Ausschussitzungen nicht umgesetzt. Dafür wurden die Quoren bei Bürgerbegehren heruntergesetzt, so dass es nun leichter ist, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Zudem kann nun bereits eine Fraktion – also ein Sechstel der Ratsmitglieder – Themen auf die Tagesordnung setzen. Außerdem bekommen die Jugendgemeinderäte ein Antragsrecht im Gemeinderat.




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