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Nachrichten vom 09.10.2015

Güterhallen-Nutzung beschlossen

Der Tübinger Gemeinderat hat jetzt über die Nutzung der Güterhalle im neuen Güterbahnhofs-Viertel entschieden. Es wird die von der Stadtverwaltung favorisierte Variante mit Stadtarchiv, Café und dem Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus (LDNS) im Untergeschoss. Die geplante Kindertagesstätte muss jetzt in einem nahen Wohngebäude entstehen. Das war auch der Kritikpunkt einiger Gemeinderäte: Im Wohnhaus solle Wohnraum entstehen und keine Kita. Doch eine deutliche Mehrheit war für das Stadtarchiv. Es sei das Gedächtnins der Stadt und diene der kulturellen Bildung. Die jetzt beschlossenen Variante ist mit knapp 7 Millionen Euro Kosten die günstigste von allen.

Mössingen verzichtet

Das Herbizid Glyphosat wird von der Mössinger Stadtgärtnerei vorerst nicht mehr verwendet. Aufgrund eines Antrags der Grünen-Fraktion hat der Gemeinderat den Verzicht mehrheitlich beschlossen. Glyphosathaltige Mittel werden vor allem zur Bekämpfung von Unkraut verwendet. Sie sind jedoch sehr giftig und krebserregend. Besonders Grünflächen, die direkt an Straßenrändern liegen, wurden von der Stadtgärtnerei mit dem Herbizid behandelt. Oberbürgermeister Bulander warnte jedoch die Gemeinde, dass ein komplettes Verzicht auch weniger Blumen für die Stadt bedeuten. In Zukunft würden die betroffenen Grünstreifen nicht mehr mit Blumen bepflanzt werden. Die Pflege ohne das Herbizid ist der Stadtgärtnerei zu aufwendig.

Studium im Verzug

Rund 1.300 Studierende der Uni Tübingen warten bis jetzt vergeblich auf ihre Studien-Unterlagen. Neue Studierende bekommen ihre Unterlagen normalerweise pünktlich zum Semesterbeginn, doch dieses Jahr hinkt die Studierendenabteilung der Uni nach. Der neue Leiter der Abteilung, Thomas Bonenberger, entschuldigte sich hierfür im Internet öffentlich. Die Ursachen für die Verspätung sind noch nicht ganz klar, es gab aber wohl personelle Engpässe. Ohne die Unterlagen können Studierende kein Semesterticket kaufen, nicht auf ihre Zugangsdaten für die Online-Dienste der Uni zugreifen und auch nicht in der Mensa essen oder in der Unibibliothek Bücher ausleihen. Mit einer Entschädigung ist nicht zu rechnen.

Studierenden-Wohnheim bezogen

Zum Start des aktuellen Wintersemesters konnten 73 Studierende der Hochschule Reutlingen in einem neu gebauten Wohnheim einziehen. Das moderne Gebäude befindet sich auf dem Campusgelände der Hochschule. Die Warmmiete der Zimmer beträgt knapp 300 Euro. Oliver Schill vom Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim zeigte sich erfreut, zumal sich die Wohnungssuche zu Beginn des Semesters oft als schwierig darstellt. Zum April nächsten Jahres soll ein weiteres Wohnheim an der Pestalozzistraße eröffnet werden. Finanziell unterstützt werden die Bauvorhaben vom Land Baden-Württemberg.

Schulfusion

Tübingen verliert seine letzte Realschule. Die Walter-Erbe-Realschule fusioniert in zwei Schritten mit der Französischen Schule. Das beschloss am 5.10.15 die Mehrheit des Tübinger Gemeinderates. Die Zusammenlegung erfolgt aufgrund der drastisch gesunkenen Schülerzahlen an der Walter-Erbe-Realschule. Innerhalb von drei Jahren sank die Schülerzahl von 400 auf 280. Dadurch bedingt sank die Lehrerzahl und es gab nur noch eine kommissarische Schulleitung. Trotz vielerlei Bedenken von Elternseite bezüglich der Eigenständigkeit des Realschulprofils wird die Fusion im Schuljahr 2016/17 abgeschlossen sein. Somit sind die jetzigen neuen Schüler an der Walter-Erbe-Realschule die letzten, die diesen Schultyp durchlaufen. Der jetzige Rektor der Französischen Schule wird auch künftiger Schulleiter des Schulverbundes.

Pläne fürs Hölderlin-Museum

Der Tübinger Gemeinderat hat einen neuen Vertrag für das Museum im Hölderlinturm beschlossen. Demnach soll die Museumsleitung künftig vom Gemeinderat gewählt werden. Die Geschäftsführung soll weiterhin bei der Hölderlin-Gesellschaft liegen. Allerdings sollte die Entscheidung einvernehmlich fallen, aber ein Vetorecht habe die Hölderlin-Gesellschaft nicht. Die Amtszeit der neuen Museumsleitung wird künftig nur noch sieben Jahre, statt bisher 20 Jahre betragen. Sobald der immer wieder verschobene Umbau abgeschlossen ist, wird eine neue Leitung beginnen.

Konflikt um Leitsystem

Damit es Touristen in Tübingen zukünftig leichter haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden, plant die Stadtverwaltung eine Installation von Informationstafeln im Bereich der Altstadt. Über die Standorte und das konkrete Design dieser Info-Stelen diskutierte nun ein Ausschuss. Zur Debatte standen zwei Entwürfe. Ein Stadtplan auf dunklem Hintergrund und einer auf einem hellem Hintergrund. Nach ausführlicher Diskussion entschied sich der Ausschuss entgegen der Meinung der Stadtverwaltung für den hellen Hintergrund. Der Entschluss soll dennoch erneut geprüft werden. Die Informationstafeln sollen bis zum Frühjahr 2016 errichtet sein.

Neuer Ausbildungsatlas

Den neuen Ausbildungsatlas 2015/2016 können Jugendliche, deren Schulzeit im kommenden Sommer zu Ende geht, sowie Lehrer kostenlos bestellen. In diesem Atlas präsentieren sich 130 Unternehmen mit ihren aktuellen Ausbildungsangeboten. Neben den Anforderungen für die Ausbildungsbewerber, ist auch erkennbar, ob Praktikumsplätze und oder ein ausbildungsbegleitendes Studium angeboten wird. Die Ausbildungsatlanten sind auch für den Berufsvorbereitungsunterricht an den Schulen gedacht.

Uni für Flüchtlinge

An der Uni Tübingen soll es interessierten Flüchtlingen erleichtert werden ein Studium zu beginnen. Man möchte den Flüchtlingen unbürokratisch entgegenkommen und keine unnötigen Hürden aufbauen. Gute Deutschkenntnisse sind natürlich von Vorteil, weswegen man plant, Deutschkurse anzubieten, die speziell für Flüchtlinge stattfinden werden. Auch kann es hilfreich sein, sich als Gasthörer anzumelden, um das deutsche Hochschulsystem kennenzulernen. Hierfür verlängert die Uni dieses Semester die Frist zur Anmeldung vom 15. Oktober auf den 15. November. Da man die bisherigen Planungen schon machte, bevor die Anzahl von Flüchtlingen anstieg, möchte man in Zukunft an noch mehr Angeboten arbeiten.

Politologen-Kongress

Auch die Namen von Preisen können zu Streit führen. Innerhalb der Politologen-Szene schaffte das der "Theodor-Eschenburg-Preis". Bei einem Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft vor drei Jahren ist darüber eine so heftige Debatte entstanden, dass in den letzten Jahren mehrere Mitglieder ihre Mitgliedschaft kündigten und Vorstände zurücktraten. Der Grund für den Unmut ist Eschenburgs Verstrickung in die NS-Zeit. Prof. Ulrich von Alemann, der Eschenburg als Namensgeber für den Preis vorgeschlagen hatte, würde das heute nicht mehr tun, erklärte er auf der Konferenz.

Historisches Herrenberg

Wer in unserer Region auf den Spuren der Vergangenheit wandeln will, hat dazu jetzt eine weitere Möglichkeit. „Der Herrenberger Stadtführer. Eine Zeitreise.“ ist der Titel des 96-seitige Buches, das die Kunsthistorikerin Michaela Bautz in Kooperation mit der Stadt erarbeitet hat und das der örtliche Verleger Ralf Krauss herausgibt. Es versteht sich als Begleitheft zu dem historischen Stadtrundgang, den man in Herrenberg abschreiten kann. Mit einem Geschichtsüberblick von der Steinzeit bis zu Herrenbergs "Weg in die Moderne" bietet es den Rahmen für eine Vielzahl an Informationen über das historische Herrenberg anhand der heute noch bestehenden Gebäude und Wege. Das handliche Handbuch ist für 9.90 Euro im örtlichen Rathaus und Handel zu haben.

Kamino Zwischenbilanz

Das Reutlinger Programm- und Genossenschaftskino „Kamino“, das einer Bürgerinitiative zu verdanken ist, kann über einen guten Start berichten. Fast alle Vorstellungen waren in den vergangenen drei Wochen ausverkauft, nur für die Spätfilme am Freitag und Samstag sowie die Kinderfilme am Sonntag um 16:00 muss noch etwas geworben werden. Vielleicht hilft da ja auch der namensgebende Kamin, der derzeit wegen einiger kleinerer Reparaturen eingerüstet ist und der demnächst illuminiert sein soll. Bis dahin können die Weintrinker auch ihre Gläser mit in den Kinosaal nehmen: Die Getränkehalter, die bislang nur Flaschen erlaubten, werden ausgetauscht. Auch für die zeitweiligen Schlangen an der Kasse, an der es außer Tickets auch Getränke gibt und das Gedränge nach gut besuchten Vorstellungen soll Abhilfe geschaffen werden. Vielleicht hilft dabei aber auch die zunehmende Routine der Ehrenamtlichen. Demnächst wird auch die Küche fertig sein und gesunde kleine Snacks anbieten.




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