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Nachrichten vom 31.07.2015

Europaplatz-Umgestaltung beschlossen

Nach langer Debatte ist Mehrheit des Tübinger Gemeinderats ganz klar für eine Umgestaltung des Europaplatzes. Einige Entscheidungen sind jetzt schon sicher: Im Nordosten soll ein Neubau entstehen, der Busbahnhof wird parallel zum Bahnhof angeordnet und Autos werden nicht mehr durchfahren können. Durch die Änderungen soll der Platz attraktiver und funktionsfähiger werden. Allerdings soll nun überprüft werden, ob der Bau einer Tiefgarage für rund 80 PKW im Westen des Areals möglich ist. Die Tiefgarage für Fahrräder in der jetzigen Unterführung ist inzwischen kein Thema mehr. Stattdessen gibt es Entwürfe über ein Radparkhaus an der Ecke Allee/Park sowie Abstellmöglichkeiten beim Kupferbau. Die Unterführung soll zugeschüttet werden. In den Jahren 2017/18 beginnt der Umbau des Europaplatzes.

Flüchtlingsgipfel

Vergangenen Montag gab es in Stuttgart einen Flüchtlingsgipfel. Ab Oktober sollen 500 Menschen in eine „Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle" (BEA) auf dem landeseigenen Grundstück neben dem Landratsamt in Tübingen ziehen. Aufgrund des Mangels an Unterkünften kann die 7 Quadratmeter Neuregelung für Wohnraum nicht umgesetzt werden. Landrat Joachim Walter sprach von Wohncontainern, Turnhallen und Zelte kämen als Unterbringung nur im Notfall in Betracht. Er will weiter nach Wohnungen und Stellplätzen für Wohncontainer bei den Gemeinden und bei der Stadt Tübingen anfragen.

Fußverkehr-Check

15 von 60 Kommunen, die sich beworben hatten, wurden nun vom Verkehrsministerium auserwählt, um am Fußverkehr-Check teilzunehmen. Auch Reutlingen hatte sich beworben, da die Stadt sich stärker für den Fußverkehr einsetzen möchte. "Fußverkehr ist ein bedeutsames Thema für die bisher in unserem Verkehrsalltag benachteiligten Bevölkerungsgruppen.", so Verkehrsminister Winfried Hermann, bei der Bekanntgabe der auserwählten Kommunen am Dienstag. Nun werden Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Fußverkehr-Checks gemeinsam mit Verwaltung und Politik den örtlichen Fußverkehr bewerten. Dann soll ein Maßnahmenplan erarbeitet werden, um die Fußwege attraktiver und sicherer zu gestalten. Entscheidend für die Auswahl der 15 Kommunen war eine möglichst große Bandbreite an Fußverkehrsthemen.

Infos und Workshops zum Umsonst-Bus

Oberbürgermeister Boris Palmer hat am Freitagabend bei einer Bürgerversammlung in der Uhlandstrassen-Mensa die Werbetrommel für seine ins Stocken geratene Initiative des „Tübus umsonst“ gerührt. Diese Projekt soll eine kostenlose Nutzung des Nahverkehr ermöglichen. Die Finanzierung läuft laut Palmer über die Erhöhung der Grundsteuer. Vor überschaubaren 50 interessierten Tübingern musste sich der OB in seinem Einleitungsreferat zunächst mit der Kritik an „Tübus umsonst“ auseinandersetzen. Größter Kritikpunkt ist, dass durch die Erhöhung der Grundsteuer alle pauschal den „Tübus umsonst“ finanzieren müssten. Palmers Hauptgegenargument ist, dass das nunmal die Funktionsweise einer Solidargesellschaft sei. Ob „Tübus umsonst“ Realität wird, entscheidet sich bei einer Bürgerbefragung, die parallel zur nächsten Landtagswahl stattfinden soll.

Sieger-Entwurf für Mössinger Mitte

In den vergangenen Monaten arbeiteten fünf verschiedene Stadtplanungsbüros an Ideen und Entwürfen, wie die Mössinger Stadtmitte neu gestaltet werden könnte. Nun hat sich die neunköpfige Jury für einen Entwurf entschieden – Gewinner ist die Stuttgarter Architektenpartnerschaft ARP. Ihren Plänen zufolge besitzt die neue Mössinger Stadtmitte zwei unterschiedlich strukturierte Plätze mit Bäumen und Fontänen: Den Marktplatz sowie einen kleineren „Stadtplatz“, der sich vor dem neu gebauten Gesundheitszentrum befindet. Als verbindendes Element dient der Neubau der Kreissparkasse, in deren Erdgeschoss eine Gastronomie einziehen soll. Außerdem wird die Bahnhofstraße begrünt und die Falltorstraße zu einer verkehrsberuhigten Zone. Zum Preisrichtergremium gehörten Oberbürgermeister Michael Bulander, Stadtbaudirektor Gebhard Koll, drei Gemeinderäte sowie vier Architekten.

Windpark-Zukauf

Zwar gingen die Umsätze der Stadtwerke Tübingen im letzten Jahr leicht zurück, doch geht es beim Ausbau erneuerbarer Energien in großen Schritten voran. Im Frühjahr wurden vier neue Windräder gekauft, sodass noch in den nächsten Monaten gut die Hälfte des Tübinger Bedarfs mit Öko-Strom gedeckt werden könnte. Knapp 19 Millionen Euro investierten die Stadtwerke in die Windanlage bei Oberkochen in der Nähe von Aalen. Mit vergleichbaren Ausgaben ist auch beim Kauf weiterer vier Windräder in Rheinland-Pfalz zu rechnen. Dezember 2015 werden die Räder in Betrieb gehen.

Preise für Zivilcourage und Umweltbewusstsein

Die Halfinger Sophie-Scholl Grundschule verlieh am Samstag einen nach Sophie-Scholl benannten Preis für Zivilcourage. Sophie Scholl, die als Mitglied der Organisation „Weiße Rose“ zum Widerstand gegen die Nazis aufrief, wurde 1943 mit 22 Jahren durch das Fallbeil ermordet. In Anlehnung an die Verhaltensweise von Sophie Scholl, die in jungen Jahren gegen die ungerechte Behandlung ihrer Schwester an der Schule protestierte, wurde dieses Jahr der neunjährige Viertklässler Finn Kaiser ausgezeichnet. Nach Aussage seiner Klassenlehrerin habe Finn viele praktische Lösungsansätze für „unparteiisches Verhalten“ in der Schule gemacht. Die Sophie-Scholl Grundschule wurde ihrerseits zum zweiten Mal mit dem EMAS Preis bedacht. EMAS steht für ECO-Management und Audit Schema und ist eine anerkannte Auszeichnung für nachhaltiges Umweltmanagement.

Gedenkpfad mit Skulpturen eröffnet

Eine Schülergruppe erarbeitete mit dem Bildhauer Rudolf Kurz zehn Steinskulpturen, die an die Geschehnisse in der KZ-Außenstelle Hailfingen/Tailfingen erinnern. Sie wurden am Samstag beim dirtigen Mahnmal präsentiert. Das Leitmotiv gab Rudolf Kurz, von dem das Mahnmal stammt, vor: Auge. Es ist eine formal kompakte Struktur. Sie steht für Hinschauen und Wegschauen und ermöglicht zahlreiche Assoziationen. Die entstandenen Kunstwerke sollen Beginn eines Gedenkpfades sein, der sich stetig erweitern soll. Ermöglicht wurde das Projekt auch durch Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildung und eine Spende der Firma Ensinger.

25 Jahre Ethik-Zentrum

Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Das internationale und interdisziplinäre Institut beschäftigt sich mit Problemfeldern und ethischen Fragen in der Wissenschaft und Forschung. Bei der Feier des Instituts sprachen viele Gastredner vor allem das Problem von Tierversuchen an. Unter den Gratulanten befanden sich auch viele prominente Gäste wie Gesine Schwan. Sie plädierte an diesem Abend für mehr Reflexion und Diskussion in der Wissenschaft, da unsere Welt durch die Digitalisierng immer schneller wird.

Neandertal-Forschung

Zur Eröffnung der Tübinger Sommeruniversität berichtete die Paläoanthropologin Prof. Katerina Harvati von den Ergebnissen ihrer Forschungen über Neandertaler. Katerina Harvati forscht und lehrt in Tübingen seit 2009 und wurde im vergangenen Jahr mit dem Landesforschungspreis ausgezeichnet. So fand sie heraus, daß Neandertaler schneller heranwuchsen als der anatomisch moderne Mensch. Neandertaler hatten zwar ein größeres Gehirnvolumen, dafür konnte man in fossilen Schädeln moderner Menschen eine stark ausgeprägte Gehirnregion nachweisen, die für den Geruchssinn verantwortlich ist. Neandertaler lebten etwa 300 000 Jahre in Europa, ihr Aussterben ist noch nicht völlig geklärt, vermutlich wurden sie vom Homo sapiens verdrängt.

Drogenhilfe-Kooperation

Die Tübinger Fachklinik Drogenhilfe schafft Angebote für neue Patientengruppen. Zusätzlich zu abstinenzbereiten Drogenabhängigen können sich dort künftig auch substituierte Patienten, Patienten mit zusätzlicher psychiatrischer Diagnose und Alkoholabhängige behandeln lassen. Dieser Ansatz ist neu und beruht auf einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Tübingen und dem Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH (bwlv). Der abgeschiedene und ruhige Standort auf dem Bläsiberg sei der Entwöhnungstherapie dienlich. Bis zu 50 Suchtpatienten kommen in der stationären Behandlung unter. Es gibt jetzt mehr ärztliches Personal und auch eine konzeptuelle Beratung bei der Alkoholtherapie.

Nachttanz-Bilanz

Vergangenen Samstag hatte ein breites Bündnis alternativer Initiativen aus Reutlingen und Tübingen zur zweiten Reutlinger Nachttazdemo aufgerufen. Unter dem Motto „Reclaim your city“ zogen etwa 500 Menschen tanzend und feiernd durch Reutlingen. Den Organisatoren ging es darum, sich den öffentlichen Raum für ihre Vorstellung von alternativer und unkommerzieller Freizeitgestaltung anzueignen. In verschiedenen Redebeiträgen ging es um sexualisierte Gewalt oder die Unverhältnismäßigkeit der Reutlinger Polizeiarbeit. Ein Wermutstropfen war die Aktion eines betrunkenen Teilnehmers, der Autos zerkratzt hatte. Die Organisatoren zogen dennoch eine positive Bilanz und behalten die Nachttanzdemo in guter Erinnerung.




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