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Nachrichten vom 16.03.2015

1. Entwicklungsplan für Schullandschaft

Vergangene Woche wurden in der Rommelsbacher Wittumhalle die Ergebnisse einer von der Stadt Reutlingen in Auftrag gegebenen Befragung von Eltern von Drittklässlern vorgestellt. Sie erbrachte einen Trend hin zur Gemeinschaftsschule und zu möglichst guten Bildungsabschlüssen, für die die Eltern weder Distanz noch Geld scheuen würden. Hauptschule und Werkrealschule dagegen sind nicht mehr begehrt. In Reutlingen ist derzeit die Eduard-Spranger-Schule die einzige Gemeinschaftsschule. Als Antwort auf die wachsende Nachfrage sind deshalb die Hermann-Hesse- und Gerhard-Hauptmann-Schule sowie das Bildungszentrum Nord als mögliche neue Gemeinschaftsschulen im Gespräch. Hier wäre der entsprechende Umbau vergleichsweise kostengünstig.

2. Erfolgreiches Bienenprojekt

Wendelsheimer Grundschüler gewannen beim Bundeswettbewerb von Schulen zum Thema „Bienen“ den mit 3.000 Euro dotierten, dritten Platz. Nach dem Besuch des regionalen Imkers Hugo Weiß aus Hailfingen war das Interesse der damaligen Drittklässler geweckt. Zusammen mit der Klassenlehrerin wurde rund um das Thema Bienen recherchiert und die Ergebnisse in einer Projektarbeit zusammengetragen. Die Kinder besuchten die Kreisökologin des Landratsamts, eine Heilpraktikerin, Apotheken sowie einen Obstlieferanten und informierten sich allgemein über Bienen, medizinische Bienenprodukte, Bienenorientierten Obstbau sowie die Arbeit eines Imkers.

3. Wohnprojekt mit Bürgertreff

Vor gut einem Jahr hat sich in Kiebingen der Dorfgemeinschaftsverein gegründet. Sein Ziel war es, alten Menschen die ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können die Möglichkeit zu geben, in ihrer gewohnten Umgebung des Dorfes zu bleiben. Nun sind für das Projekt Geldgeber gefunden worden, darunter beispielsweise die Stadt Rottenburg und die Kreissparkasse. Auf vier Säulen steht das Projekt der Dorfgemeinschaft. Sie vermietet zehn Zimmer mit gemeinsamer Küche und Aufenthaltsraum an maximal zwölf pflegebedürftige Personen, die eine selbständig verwaltete Wohngruppe bilden. Der Bürgertreff im Erdgeschoss soll mit entsprechenden Angeboten Bindeglied zwischen häuslicher Pflege und Wohngruppe werden. Der Raum kann von Vereinen für Veranstaltungen gemietet werden. Außerdem soll dort Mittagessen für die Schüler der Rohrhalden-Grundschule angeboten werden. "Der Bürgertreff soll dem ganzen Dorf zugute kommen", sagte Ortsvorsteherin Elisabeth Schröder-Kappus.

4. Neues Wohnheim

In das neue Flüchtlingsheim in Tübingen, hinter dem Landratsamt sollen Ende des Monats die ersten Bewohner einziehen können. Das Heim bietet 21 einfache jedoch freundliche und farbenfrohe Wohnungen über dem baulich geforderten Mindeststandards mit Raum für 96 Flüchtlinge. Landrat Joachim Walter spricht von einer dringenden Notwendigkeit des Bauprojekts um die Erstunterbringung im Landkreis gewährleisten zu können. 9,5 Stellen sind für Asylbegleiter im Landkreis vorgesehen-. Diese werden von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt.

5. Neuer Wahlspruch

Die KBF hat einen neuen Leitspruch und viele Pläne. "Miteinander – füreinander" lautet das Motto, für das die Mehrheit der Mitarbeiter/innen beim letzten Konzeptionstag im November stimmte. Zusammen mit dem Regenbogen wird er nun den 2010 entworfenen Button zieren, wobei die Farben des Regenbogens für die einzelnen Tätigkeitsbereiche der KBF stehen: Blau für Kinder, Grün für die Senioren, Gelb für die schulischen Einrichtungen und Rot für die erwachsenen Menschen mit Behinderung. Für letztere soll ab Frühjahr 2016 auf dem Mössinger Merz-Areal ein Wohnhaus gebaut werden: zwei Stockwerke mit mindestens 8 Plätzen für stationäres Wohnen sowie vier oder fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen für betreutes Wohnen im Dachgeschoss. Im Erdgeschoss sollen Läden unterkommen. Die KBF möchte kurze Wege für Rollstuhlfahrer und strebt für Menschen mit Behinderung ein Leben im Zentrum an. Auch in der Stadtmitte von Balingen werden 16 Plätze für stationäres und betreutes Wohnen entstehen. Das Ofterdinger Seniorenhaus Mauritiusblick soll um acht Pflegeplätze und neun betreute Eigentumswohnungen erweitert werden. Damit stellt sich die KBF auf die Erfordernisse der Landes-Heimbau-Verordnung ein, die mit einer Übergangsfrist von zehn Jahren 2009 in Kraft trat. Ab 2019 sind Einzelzimmer Pflicht.

6. Inklusion in Unternehmen

Menschen mit Behinderung werden in Unternehmen oft aus Berührungsängsten nicht eingestellt. Sozialpädagoge Prof. Thomas Meyer klärte Firmenvertreter aus der Region darüber in Reutlingen auf. Viele Arbeitgeber machen sich um die Teamarbeit große Sorgen, wenn sie Menschen mit Handicap einstellen. Deshalb werden sie in den meisten Fällen gar nicht erst eingestellt. Meyer betont jedoch, dass dies vor allem falsche Vorstellungen seien. Inklusion bedeute nicht nur Menschen mit Behinderung einzustellen, sondern tatsächlich auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Meyer meint: "Die Arbeitsbedingungen und der Unterstützungsbedarf müssten Hand in Hand gehen". Der Sozialpädagoge plädiert dafür, dass neue geeignete Stellen für Menschen mit Behinderung geschaffen werden. Besonders gelungen ist es, wenn Behinderte zunächst als Praktikanten die Unternehmen kennenlernen dürfen, so werden auch Vorurteile abgebaut. Denn für Meyer ist klar, erst der Nicht-Kontakt führt zu falschen Vorstellungen.

7. Hoffmeister-Akademie

Die Rottenbuger Musikschule gründet die Hoffmeister-Akademie, um begabte Schüler von klein auf zu fördern. Dabei soll es auch eine Förderung finanzschwacher Familien geben. Wer es sich leisten kann, bezahlt die Musikschulbeiträge, wer weniger hat, wird gefördert. Ein Konzept für die Finanzierung stehe bereits, es fehlten lediglich die Sponsoren. Die Musikschüler sollen nicht nur von guten Lehrern unterrichtet werden, die sich mehr Zeit als üblich für die Schüler nehmen, sondern sie sollen auch in einem Orchester spielen. Als Solist sei man sein eigener Takt- und Impulsgeber. Sich auf andere Musiker und einen Dirigenten einzulassen, sei ein ganz anderer Anspruch, weiß Heiss.

8. Neue Koordinatorin

Seit 2012 gibt es in Mössingen die Stabstelle für bürgerschaftliches Engagement. Barbara Schott nahm dieses Amt als neue Koordinatorin vor vier Wochen auf. Ihre Aufgabe ist es bereits bestehende Organisationen zu unterstützen und ehrenamtliche Tätigkeiten zu beraten. Die Arbeit gestaltet sich sehr vielfältig, von Fair-Trade-Projekten bis hin zum Thema Asyl. Schotts Vorgängerin Polly Stürmer verstarb vergangenen August. Seither gibt es viel aufzuarbeiten. Schott hält es für besonders wichtig ehrenamtlichen Tätigkeiten viel Anerkennung zu schenken.

9. Palliative Lebenskultur

Das vierjährige Projekt „Entwicklung Palliativer Lebenskultur im Landkreis Reutlingen“ soll die schmerzlindernde Betreuung verbessern. Ziel der Initiative sei es, würdevolles Leben aber auch Sterben in einer immer weiter alternden Gesellschaft zu gewährleisten. Das soll vor allem durch engere Vernetzung der im Betreuungsprozess beteiligten sowie mit Schulungen von Pflegepersonal geschehen. Eine eigens eingerichtete 25% Stelle im Landratsamt soll den Ablauf koordinieren.

10. Meditation und Depression

Das Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen startet eine Studie zur Achtsamkeitstherapie bei wiederkehrenden Depressionen. Bei der Achtsamkeitstherapie sollen Patienten mittels Meditation oder Konzentration die Gedanken in der Gegenwart halten, statt negativ zu grübeln. Die Teilnehmenden können während der Studie in Therapiekursen das Achtsamkeitstraining lernen. Das Training senkt das Rückfallrisiko um bis zu 50 Prozent. Durch die Studie möchten die Mediziner verstehen lernen, was bei der Achtsamkeitstherapie im Gehirn genau passiert. Wer an der Studie teilnehmen möchte, sollte zwischen 18 und 65 Jahre alt sein, schon drei depressive Episoden erfahren haben, aber aktuell nicht daran erkrankt sein.

11. Entwarnung

Der Schindhau-Wald zwischen Tübingen und Wankheim ist jetzt wieder fast komplett für Spaziergänger freigegeben. 25 Hektar waren dort seit 2011 Sperrgebiet. Betreten verboten, Lebensgefahr, stand auf den Schildern. Spielende Kinder hatten damals Gewehrpatronen und eine Übungsgranate gefunden. Fachleute hatten seither in Militärarchiven und über Luftaufklärungsbilder der Alliierten nach besonders belasteten Bereichen gefahndet. 2014 entnahmen die Experten zudem fächendeckend Stichproben und gaben jetzt Entwarnung. Das Risiko, auf Munition zu stoßen, sei ebenso gering wie in anderen Gebieten rund um Tübingen. Allein zwei Hektar bleiben weiterhin gesperrt. Dort könne es weitere Kampfmittel geben. Im Herbst stehen weitere Erkundungen an und im Falle von Munitionsfunden auch deren Räumung.

12. Wir alle sind Migranten

Am vergangenen Sonntag, wurde in der Mössinger Kulturscheune die Ausstellung „Wir sind alle Migranten“ eröffnet. In Kooperation mit dem Museum haben Schüler des Quenstedt Gymnasiums die Ausstellung konzipiert und gestaltet. Themen sind unter anderem die Zuwanderung nach Mössingen, die Mössinger Geschichte sowie persönliche Schicksale und Geschichten von Flüchtlingen. Die Ausstellung soll Integration und kulturelles Kennenlernen fördern sowie Raum für interkulturelles Kennenlernen schaffen.




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