Login

 Infos und Regionales


Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 13.03.2015

1. Wohnraum-Beauftragte

Die Stadt Tübingen hat jetzt die Stelle eines Wohnraum-Beauftragten geschaffen. Damit reagiert man auf die immer höhreren Mieten und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Inzwischen ist Tübingen die teuerste Stadt in Baden-Württemberg und bundesweit auf dem vierten Platz, was die Mieten angeht. Die zwei Wohnraum-Beauftragten teilen sich die Stelle beim Baubürgermeister. Sie sollen bei Wohnraumfragen beraten, bestehende Strukturen vernetzen sowie Projekte für neuen Wohnraum entwickeln und fördern. Außerdem sollen die Wohnraum-Beauftragten Daten zum Bedarf ermitteln, Planungsziele festlegen und die Bauleitplanung mitgestalten. Dazu kommen wohnungspolitische Instrumente wie die Kappungsgrenze und die Mietpreisbremse gegen zu stark steigende Mieten. Mit der Zweckentfremdungsverordnung könnte die Stadt Bußgelder verhängen, wenn Hausbesitzer Wohnungen leerstehen lassen oder in Büroflächen umwandeln wollen.

2. Neue Gleichstellungsbeauftragte

Tübingen hat eine neue Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte: die 56-jährige Luzia Köberlein ist bestens auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Als Mädchen vom Lande musste sie zuhause darum kämpfen, Pädagogik mit Psychologie und Soziologie im Nebenfach an der Tübinger Universität studieren zu dürfen. Es gelang trotz früher Ehe, Mutterschaft mit 20 und einem Halbtagsjob als Sekretärin. Danach sorgte sie dafür, daß andere Frauen gestärkt wurden. Als Studienberaterin in der Zentralen Verwaltung der Tübinger Uni regte sie die ersten Rhetorik- und Selbstbehauptungskurse für Studentinnen an. Danach arbeitete sie bei der Beratungsstelle für Jugendliche aller Nationalitäten in Sindelfingen und für ein Kulturprojekt für benachteiligte Jugendliche in Göppingen. 2001 bis 2004 baute sie gemeinsam mit örtlichen Fachkräften in Niger ein Bildungs- und Ausbildungszentrum für Frauen auf. Ende 2004 nahm sie eine Stelle als Projektkoordinatorin beim Paritätischen Landesverband Baden-Württemberg an, dazu gehörten ebenso Projekte zur beruflichen Förderung und Integration von Flüchtlingen wie solche gegen häusliche Gewalt. Danach arbeitete sie im Auftrag des Sozialministeriums an einem Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen. Am vorverlegten Frauentag, am 7. März, engagierte sich Tübingens neue Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte bereits zusammen mit dem „Frauennetzwerk 8. März“ auf dem Holzmarkt. Am 14. März wird sie das Grußwort sprechen für das Podiumsgespräch zwischen Anne Wizorek und Susanne Maurer. Die Veranstaltung des BAF im d.a.i mit dem Titel „Jungfeministin trifft Altfeministin“ findet um 20:15 statt und wird von der Wüsten Welle live übertragen.

3. Inklusionsbegleiter

In Dußlingen fand ein Inklusionsseminar von Behinderten und Nicht-Behinderten Menschen statt. Ziel des Seminars sei es, den Abbau von Hemmungen und psychischen Barrieren zu fördern. Nicht-Behinderten Menschen mangele es häufig an Wissen, wie mit behinderten Menschen umgegangen werden muss, und wie diese Hilfestellungen aussehen können. Gegenseitiges Kommunizieren sei ein erster und wichtiger Schritt für ein erfolgreiches Miteinander.

4. Orientierungsstudie

Wer durch eine Stadt geht, nimmt charakteristische Orientierungspunkte oder Wegabzweigungen in der Umgebung aus einer individuellen Persepektive auf. Daraus konstruiert das Gehirn dann Ortskenntnisse. Forscher vom Institut für Neurobiologie der Uni Tübingen gehen nun davon aus, dass Orte im Gehirn als eine Sammlung von Ansichten gespeichert werden. Bei ihren Experimenten sprachen die Forscher an bestimmten Befragungsorten Fußgänger an und baten sie, einen Plan vom Holzmarkt zu skizzieren. Das Ergebnis: Bei Orten die man nicht im Blick hat, hängt die Orientierung aus der Erinnerung sowohl vom Zielort, als auch vom Befragungsort ab

5. Effektive Pädagogik

Bildungsforscher der Uni Tübingen haben mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ein Promotionskolleg organisiert. "Effektive Lehr-Lernarrangements: Empirische Evaluation und Intervention in der pädagogischen Praxis." lautete der Titel. Es ging darum, den Lehr- und Lernalltag zu verbessern und Beispiele aus der Praxis zu sammeln. 18 Doktoranden haben während der drei Jahre Projektlaufzeit ihre Doktorarbeit verfasst. Eine Arbeit befasste sich mit „Motivation für Mathematik“, eine untersuchte Möglichkeiten zur Verbesserung der Lehrerausbildung mit konkreten Fallbeispielen, eine weitere drehte sich um Schülerlabore. Die teilnehmenden Wissenschaftler lobten am Promotionskolleg die gute Betreuung von zwei Hochschulen und die Vernetzung von Fachdidaktik und Empirischer Bildungsforschung.

6. Diabetes-Prävention

In Deutschland gibt es derzeit sechs Millionen Patienten mit Diabetes Typ 2 - und die Zahl wächst - allein zwischen 1998 und 2012 um 38 Prozent. Auch Schwangere weisen einen steigenden Blutzuckerspiegel auf – und damit sind auch ihre Kinder gefährdet. „Immer mehr Softdrinks, immer weniger Bewegung." erklärt Ernährungsmediziner Prof. Andreas Fritsche die Entwicklung. Das Risiko erhöht sich durch zu hohen Blutzucker, ein etwas zu hohes Körpergewicht und zu wenig Bewegung. 2009 gründete das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung, an dem Tübingen als eine von fünf Unikliniken beteiligt ist. An einer Langzeitstudie nehmen mehr als 1.000 Frauen und Männer mit Diabetes-Risiko teil, davon 250 aus der Region. Vergangenen Freitag informierte die Medizinische Klinik rund 200 von ihnen über bisherige Erkenntnisse: anfangs reduzieren die Teilnehmer ihr Gewicht um ca. 5 %, dann lässt die Disziplin nach und nach acht Jahren wiegen die meisten wieder so viel wie am Anfang. Doch bei einer statistischen allgemeinen Gewichtszunahme von 0,8 Kilo pro Jahr ist dies ebenso wie ein Gleichbleiben des Blutzuckerspiegels immer noch als Erfolg zu werten. Bereits eine halbe Stunde Bewegung pro Tag wirke sich präventiv auf Organe und Stoffwechsel aus, auch wenn man es nicht am Ausschlag der Waage erkennt, erklärte Professor Fritsche.

7. Sandstein aus Pliezhausen

Seit 2012 wird das Rathaus in Tübingen renoviert. Bisher war geplant, für Fassaden und Fußböden einen Elbsandstein aus der Nähe von Dresden zu verwenden. Doch OB Palmer entschied sich jetzt für einen regionalen Rohstoff aus Pliezhausen. Bereits in den 60er Jahren wurde dieser Sandstein aus der Region verwendet. Immer mehr Konsumenten setzen auf regionale Produkte, doch bei Rohstoffen habe sich dieses Bewusstsein noch nicht durchgesetzt, so Thomas Beißwenger vom Industrieverband Steine und Erden Baden-Würrtemberg. Doch Palmer setzt auch bei der Rathaussanierung auf lokale Produkte. Mit diesem Vorhaben wird nicht nur die regionale Industrie gestärkt, sondern der CO2-Verbrauch sinkt damit deutlich. "Wenn es eine vernünftige, nicht viel teurere und realisierbare regionale Lösung gibt, dann nehme ich doch die Steine aus der Gegend und nicht aus Kuala Lumpur", so Boris Palmer.

8. Forschungsstipendien

Patrik Müller und Frank Chan, zwei Nachwuchsforscher des Tübinger Friedrich-Miescher-Laboratoriums, werden mit dem ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrates geehrt. Die Auszeichnung beinhaltet insgesamt drei Mio. Euro an Fördermitteln. Inhalt der Forschungen sind zum einen Untersuchungen der Entstehung von Embryos aus undefinierten Zellhaufen sowie die Entwicklungsforschung von Tieren. Chans Forscherteam möchte mit dem Preisgeld herausfinden, wie sich das Erbgut herkömmlicher Hausmäuse im Laufe von drei Mio Jahren verändert hat und inwiefern die Erbut-Veränderungen verschiedene Mausarten voneinander abgrenzen. Das Tübinger Friedrich-Miescher-Laboratorium ist Teil der Max-Planck-Gesellschaft und ermöglicht auch jungen Forschergruppen, Projekte zu verwirklichen.


9. Young women in public affairs

Die Tübinger Schülerin Dorothee Rilling wurde von der Frauenorganisation Zonta mit dem "Young women in public affairs"-Preis ausgezeichnet. Der Preis ehrt junge Frauen, die sich für die Allgemeinheit engagieren. Die 16-Jährige Dorothee ist unter anderem im Tübinger Jugendgemeinderat aktiv, wo sie sich besonders für das Jugendcafé engagiert. Außerdem betreut sie die "Aktion Wunschbaum". Hier sollen Wünsche von Kindern erfüllt werden, die keine Weihnachtsgeschenke bekommen können. Dorothee sammelt außerdem Spenden für eine Schule für blinde Kinder in Tübingens Partnerstadt Moshi in Tansania. Der Preis ist mit 250 Euro dotiert. Dorothee möchte einen Teil des Geldes spenden und eine Teil für eine Reise nach Norwegen sparen.


10. Stadtgespräche aus Rottenburg

Der Autor Werner Bauknecht hat ein Buch über Rottenburg und seine Bewohner geschrieben. Darin hat er 35 unterschiedliche Menschen aus Rottenburg porträtiert. Bei der Auswahl der Porträtierten war im wichtig, dass sie ein breites Themenspektrum abdecken sowie, dass nicht alle behandelten Personen im öffentlichen Leben stehen. Zu den bekannteren Gesichtern unter den Porträtierten gehört Hans-Peter Müller-Angstenberger, mit dem Bauknecht über dessen Weg vom Freizeitfußballer zum leidenschaftlichen Bundesliga-Volleyballtrainer sprach. Werner Bauknecht hat hier Heimatgeschichten versammelt, die eben nicht nur Leute porträtieren, sondern sie auch in ihrem Alltag zeigen

11. Solidarische Landwirtschaft

Auf dem Lärchenhof in Öschelbronn soll zukünftig auf fünf Hektar solidarische und ökologische Landwirtschaft betrieben werden. Die Grenzen von Produzent und Konsument werden dadurch aufgelöst. Es entsteht der "Prosument". Am vergangenen Freitag waren über 50 Interessierte bei der Vorstellung des Projekts. Die Solidargemeinschaft finanziert im Voraus die Kosten der Lebensmittel. Zum Beispiel den Lohn des Bauern, Pacht und Saat. Der Ertrag wird geteilt, ebenso wie das Risiko einer Missernte. Wöchentlich erhalten die Mitglieder der Genossenschaft eine Kiste mit Gemüse, Obst oder Eiern. Je nach Einfuhr. Seit 2012 gibt es dieses Projekt bereits erfolgreich in Tübingen.

12. 15 plus 5

In der Volkshochschule in Reutlingen findet derzeit eine Ausstellung mit Vorträgen zum Thema „15 plus5 - Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter“, statt. Die Ausstellung will auf das Problem der Wohnungsnot gerade für junge Menschen aufmerksam machen. Gezeigt werden 20 Porträts junger Erwachsener. 15 davon in einem sogenannten „normalen Leben“ und fünf von ihnen haben schon einmal Erfahrungen mit Wohnungsnot gemacht.




Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de