Login

 Infos und Regionales


Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 3.2

1. Zelle gewinnt

Das autonome Jugendzentrum Zelle hat vor dem Finanzgericht Stuttgart gegen das Reutlinger Finanzamt gewonnen. Im Streit um die Schanklizenz und die unterstellte Gewinnerzielungsabsicht zwischen Zelle und der Stadt Reutlingen hatte das Finanzamt Daten zur Gewinnermittlung an die Stadt übermittelt. Dies war rechtswidrig, denn die Daten würden dem Steuergeheimnis unterliegen, so das Finanzgericht. Das Gericht bewertete zudem eine interne Mail des Finanzamtes über den Informationsfluss vom Steueramt zum Ordnungsamt als sehr fragwürdig. Das Finanzamt habe gewusst, dass es um die Schanklizenz und nicht um Gewerbesteuer ging. Es scheint dem Gericht so, als hätte das Finanzamt selbst Zweifel an der Rechtmäßigkeit des eigenen Handelns gehabt.

2. Sudhaus-Verzögerung

Der Kampf um die Erweiterung des Sudhaus-Saals und den damit verbundenen Auflagen für ausreichend Stellplätze kommt nur langsam voran. Das Regierungspräsidium genehmigt ein Parkhaus auf dem Waldhörnle-Areal direkt an der B 27 nur unter strengen Lärmschutz-Richtlinien. Dies führt zu höheren Kosten, die die Stadt nicht tragen will und an denen sich das Land nicht beteiligen wird. Das Sudhaus klagt über die städtische Hinhalte-Taktik, man gerate zwischen die Mühlsteine der Haushaltspolitik. Die Stadtverwaltung dagegen hält ein Parkhaus beim Sudhaus für nicht wirtschaftlich. Darum sind jetzt drei verschiedene Varianten im Gespräch. Mit ein, zwei oder drei Parkebenen, aber alle Varianten mit ausreichend Stellplätzen und Schalldämmung.

3. Reutlinger Radklima

Beim bundesweiten Fahrradklimatest des ADFC war Reutlingen nur auf Platz 34 von insgesamt 37 Vergleichsstädten. 361 Radfahrerinnen und Radfahrer aus Reutlingen haben sich an der Online-Umfrage beteiligt. Allgemein bemängelten die Teilnehmenden, dass in Reutlingen für Radfahrer insgesamt zu wenig gemacht werde, die schlechte Radwegführung oder häufig zugeparkte Radstreifen. Positiv bewertet wurde hingegen, dass Räder selten gestohlen würden, die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Rad und das Miteinander zwischen Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern. Holger Bergmann vom ADFC sprach von einem „verheerenden“ Ergebnis. Bergmann beanstandet fehlende Maßnahmen der Stadt und kritisiert die Verwendung des jährlichen Fahrrad-Etats von 170.000 Euro. Die Stadtverwaltung reagierte auf das Ergebnis der Umfrage mit einem „Masterplan Radverkehr“. Danach soll der Anteil des Radverkehrs bis 2030 von 15% auf 25% gesteigert werden.

4. Premium-Plan

Der Kultur- und Sozialausschuss des Landkreises Tübingen hat die Realisierung von 20 Premiumwanderwegen beschlossen. Tübingen, Rottenburg, Mössingen, Ammerbuch und Nehren sollen dafür jeweils maximal 10 000 € bekommen, sowie je 5 000 € in den beiden kommenden Jahren. Die Kosten für den Wege-Ausbau betragen rund 3000 Euro pro Kilometer. Zwei Drittel der Gesamtkosten werden über Landesmittel des Projekts PLENUM gefördert. Das Premium-Siegel wird für stets drei Jahre vergeben, die Weiterführung hängt vom Zustand der Wege ab. Der Ausschuss ließ sich von den Ausführungen des Vorsitzenden des Deutschen Wanderinstituts Jochen Becker überzeugen. Die fünf Kommunen hatten bei seinem Planungsbüro „Projektpartner Wandern“ für 11000 Euro ein Gutachten in Auftrag gegeben. Becker legte die touristischen Vorteile sowie die Erfahrungen von Firmen, Gastronomen und Hoteliers mit bisherigen Premium-Wanderwegen dar. Er verwies auf die neue Zielgruppe der „Spazier-Wanderer“. Um Konflikten mit Radfahren vorzubeugen, empfahl er außerdem, ein eigenes Angebot für Mountainbiker aufzubauen. Von seinen 30 Wegevorschlägen blieben nach Begutachtung durch Forst und Naturschutz 20 übrig. Jochen Becker konzipierte auch den Mössinger Dreifürstensteig als Premiumwanderweg, der sich inzwischen immerhin mit dem Prädikat "Deutschlands zweitschönster Wanderweg" schmücken kann.

5. Neuer Städtepartnerschafts-Verein

Am vergangenen Mittwoch wurde ein Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft zwischen Rottenburg und dem türkischen Yalova gegründet. Laut Satzung soll der Verein die Völkerverständigung und die internationale Freundschaft, sowie die Zusammenarbeit in allen Bereichen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens fördern. Zu den 46 Gründungsmitgliedern des Vereins gehören beispielsweise der Fußballclub Rottenburg, die Narrenzunft und die Stadtwerke Rottenburg. Vorsitzender des „Städtepartnerschaftsvereins Rottenburg am Neckar-Yalova“ ist Horst Simscheck, der ehemalige Rektor des Eugen Bolz Gymnasiums in Rottenburg.

6. 50 Jahre Partnerstadt

Tübingen und Ann Arbor, im amerikanischen Bundesstaat Michigan gelegen, feiern dieses Jahr das fünfzigjährige Bestehen ihrer Städte-Partnerschaft. Christine Arbogast, erste Tübinger Bürgermeisterin sieht in der Partnerschaft die Möglichkeit der Förderung des kulturellen Austauschs sowie die Völkerverständigung voranzubringen. Hierbei gehöre auch die Auseinandersetzung mit kritischen Themen dazu. Ende Mai wird eine Gruppe von Tübingern nach Ann Arbor reisen. Und im Gegenzug im Juni eine Gruppe aus Ann Arbor Tübingen besuchen. Für das Jubiläumsjahr sind einige Veranstaltungen geplant. Feste, Konzerte und Ausstellungen rund um die Partnerschaft. Ende April beginnt im Zuge des „Studium Generale“ die Vortragsreihe rund um die Deutsch-Amerikanische Beziehung.

7. Amateurfußballer des Jahres

Perica Lekavski, Trainer des TSV Lustnau ist zum Amateurfußballer des Jahres gewählt worden. Über 26.000 Nutzer der Internetplattform fussball.de des DFBs hatten sich an der Abstimmung beteiligt. Knapp 50 % der Stimmen gingen an Lekavski. Unlängst war der 35 jährige vom Württembergischen Fußballverband mit der Fair-Play Auszeichnung geehrt worden.

9. Stadtplaner weg

Der Tübinger Stadtplaner Tim von Winning wird neuer Baubürgermeister von Ulm. Gleich im ersten Anlauf konnte er die Wahl mit großer Mehrheit für sich entscheiden. Für den Tübinger Baubürgermeister Cord Soehlke ist der Weggang von Winnings ein herber Verlust. Aber er lobte von Winning hoch. Mit ihm habe Ulm den Besten gefunden, den sie haben können. Ein Nachfolger für von Winnings Stelle in Tübingen steht noch nicht fest. Soehlke geht davon aus, dass das noch bis Herbst dauern könnte.

10. Jugendpfleger hört auf

Kusterdingens Gemeindejugendreferent Swen Idahl hört nach 12 Jahren aus familiären Gründen auf. Er teilte dem Gemeinderat anläßlich des Jahresberichts am vergangenen Mittwoch seinen Entschluss mit. Idahl hatte eine 75-Prozent-Stelle bei der Gemeinde, die eine 25-Prozent-Stelle für die Soziale Gruppenarbeit an der Mähringer Härtenschule im Auftrag des Landratsamtes beinhaltete. Er organisierte Ferienprogramme für Jugendliche sowie Kindergarten- und Schulprojekte, wie beispielsweise Selbstbehauptungskurse an den Grundschulen. Einzelbetreuung und Beratung bei der Berufsorientierung legte er den Gemeinderäten als wichtige Empfehlungen vor. Als Erfolg wertete er die selbstverwalteten Jugendprojekte: den Jugendtreff in Mähringen sowie Milchhäusle und Bauwagen in Kusterdingen. Zum Bauwagen hat eine Gruppe zuletzt gar einen befestigten Weg angelegt, eine Feuerstelle errichtet und das Gelände mit mehr als hundert Sträuchern und anderem Grünzeug bepflanzt. Bürgermeister Soltau würdigte Idahls Verdienste in der kommunikativen Vermittlung bei Konflikten. Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt.

11. Demografisches Tübingen

Bürger und Fachleute berieten über den demografischen Wandel in Tübingen. Vieles ist für ältere Menschen in Tübingen nicht leicht. Was verbesserungswürdig ist und welche positiven Entwicklungen es gibt wurde diskutiert. Kritisiert wurde beispielsweise, dass die Strassenbeleuchtung mancherorts unzureichend sei. Außerdem gebe es noch Bushaltestellen, die nicht barrierefrei sind. Einigkeit herrschte darüber, dass das Älterwerden Planung erfordert. Betroffene sollten sich frühzeitig überlegen, wo und wie sie im Alter wohnen und leben wollen.




Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de