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Nachrichten vom 27.2.

1. Auf Warnstreik folgt Einigung

Am Montag nahmen in Reutlingen fast 1.000 Beschäftigte aus der Metallbranche am vierten Warnstreik in der laufenden Tarifrunde teil. Am Dienstag einigten sich IG Metall und Arbeitgeber bei Verhandlungen in Böblingen auf einen neuen richtungsweisenden Tarifabschluss mit Pilotfunktion für ganz Deutschland. Die IG Metall hatte 5,5 Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeber hatten 2,2 Prozent mehr geboten. Das Ergebnis lautet 3,4 Prozent mehr Lohn plus eine Einmalzahlung in Höhe von 150,- Euro. Außerdem vereinbarten die Tarifpartner noch Verbesserungen bei der Altersteilzeit und Bildungsteilzeit. Die IG Metall zeigte sich zufrieden mit einem „ordentlichen Kompromiss“, die Gegenseite sprach von einem „sehr schwierigen Kompromiss“ an der Belastungsgrenze.

2. Kinderbetreuung bleibt

Die Kinderbetreuung in Tübingen wird wie ursprünglich beschlossen ausgebaut. Die Pläne die Verbesserungen zu bremsen sind vom Tisch, Grund dafür ist mehr Geld vom Land. Das Land zahlt nun eine Million Euro mehr für die Kinderbetreuung als noch vor der Jahresfrist mitgeteilt. Genau um diese Summe sollte der Ausbau der Kinderbetreuung reduziert werden. OB Palmer kündigte an, die ursprünglich vom Gemeinderat beschlossenen Ausbaupläne im Etat zu beantragen. Demnach werden die Schließtage von 30 auf 25 Tage reduziert und werden ab September 13 neue Stellen geschaffen, um die Qualität zu verbessern.

3. Spitzen-Fahrradklima

Im Land auf Platz eins, im Bund auf Platz sechs – das ist das Ergebnis für Tübingen beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC. Etwa 100 Städte vergleichbarer Größe kamen in die Wertung der Umfrage zur fahrradfreundlichen Stadt. Es gab Fragen zum Fahrradklima und allgemeinen Verkehrsklima, es ging um den Stellenwert, die Sicherheit und den Komfort beim Radfahren und um die Infrastruktur und das Verkehrsnetz. In Tübingen bewerteten die Teilnehmenden besonders positiv: die Werbung für das Radfahren, das Vorhandensein öffentlicher Leihfahrräder und die Akzeptanz von Radfahrern als Verkehrsteilnehmer. Verbesserungswürdig ist die Situation bei Abstellanlagen, bei der Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr und beim Miteinander zwischen Radfahrenden und Fußgängern.

4. Arsenal-Oscar

Schon zum fünften mal hatte der Arsenal Filmverleih einen Oscar-Riecher: nach "Genghis Blues", "No Man's Land", "The Times Of Harvey Milk" und "Man On Wire" hat er nun mit „Ida“ des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowski einen weiteren Oscar gekrönten Film im Verleih. Auch der heiße Konkurrent in der Oscar-Sparte des diesjährigen besten fremdsprachigen Films, das Dschihadistendrama "Timbuktu" von Abderrahmane Sissako ist im Tübinger Verleih. „Timbuktu“ wurde letzte Woche mit sieben Césars ausgezeichnet. Auch „Ida“ fand bislang in Frankreich mehr Zuschauer. 700 000 sahen dort mittlerweile die Holocaust-Geschichte, in Deutschland wurden gerade mal 25 000 Karten vor allem im Westen Deutschlands verkauft. Als einen Grund dafür sieht Verleihchef Stefan Paul die sinkende Zahl der Programmkinos. Mit der begehrten Auszeichnung soll „Ida“ nun neu beworben werden.


5. Schüler-Filmprojekt

Vier Gomaringer Neuntklässler hoffen auf den Jugendbildungspreis. Mit ihrem Filmprojekt zum Thema „Wählen gehen“ haben sie es gegen 160 konkurrierende Mitbewerber ins Finale der Zehn besten geschafft. Mehrmals trafen sich die Schüler mit den anderen Projektteilnehmern in der Tübinger Medienwerkstatt Pixel, einer Einrichtung der offenen Jugendarbeit. Am Ende haben sie sich für zwei alternative Spots entschieden. Einer sollte die inhaltlichen Argumente für einen frühen Urnengang in passende Bilder umsetzen, der andere mit dem Wortspiel "Mein erstes Mal" emotional vom Wählen mit 16 überzeugen. Solche Filmprojekte, von und für Jugendliche geplant und gestaltet, lösten Motivation aus, meint der Projektleiter Steffen Uebele.


6. Videospiele gegen Parkinson

Nach einer Studie des Tübinger Neurologen Dr. Matthias Synofzik können Parkinsonpatienten ihre Bewegungsabläufe durch Videospiele ähnlich verbessern wie Patienten, die herkömmliche Physiotherapie erhielten. Videospiele wie virtuelles Skifahren, Tennis oder Bowling helfe den Patienten dabei, ihre Balance zu üben, sicherer zu gehen und Bewegungsabläufe wieder neu erlernen zu können. Synofzik sieht in den Videospielen keinen Ersatz für die herkömmliche Behandlung von Parkinson, jedoch eine Ergänzung die Spaß machen kann. Auch für die Behandlung anderer neuronaler Krankheiten, können Videospiele fördernd sein.


7. Stammzellen riechen

Auf adulte Stammzellen setzen Forscher große Hoffnungen. Diese Zellen sorgen im Körper dafür, dass sich das Gewebe ständig erneuern kann. Sie können zwar nicht jede Aufgabe übernehmen, sind aber im Gegensatz zu den normalen Zellen des jeweiligen Gewebes ziemlich offen für neue Aufgaben. Wie genau die Zellen neue Aufgaben übernehmen, dafür interessieren sich viele Forscher. Gemeinsam mit deutschen und amerikanischen Kollegen hat eine Tübinger Forschergruppe jetzt verfolgt, wie adulte Stammzellen bei Mäusen zu riechen lernen. Die Forscher entdeckten, dass die neuen Zellen ihren Job beim Riech-Vorgang erstaunlich schnell übernehmen. Nur 48 Stunden dauert es, bis zumindest die Hälfte der Neuankömmlinge erste Geruchsreize aus der Nase ans Zielgebiet im Hirn weiterleiten konnte. Die Zellen, die schon länger dafür zuständig waren übermittelten dabei viele Infos an „die neuen“. Nur so können sich die Neulinge so schnell ausdifferenzieren.


8. Flucht aus und nach Deutschland

Am vergangenen Sonntag gab es einen Vortrag in der KZ Gedenkstätte in Hailfingen / Tailfingen zum Thema Flucht aus und nach Deutschland. Teil des Vortrags war ein historischer Rückblick auf die Judenverfolgung und die Flucht zehntausender Juden aus Deutschland, die in anderen Ländern Asyl suchten. Nach den Pogromen 1938 sei es zu Ausreisewellen gekommen, die in deutschen Nachbarländern nahezu als Flüchtlingsschwemme wahrgenommen wurde. Den zweiten Teil der Veranstaltung bildete der Bericht eines Flüchtlings aus Syrien, der über seine Erlebnisse während der Revolution sprach. Als Sanitäter des Roten Halbmonds sei er Zeuge schrecklicher Menschenrechtsverletzungen geworden, er war selbst mit der Regierung in Konflikt geraten und im Gefängnis gefoltert worden. Da er nichts gegen die vorherrschenden Zustände ausrichten konnte sei er aus Syrien geflohen. In Deutschland möchte er nun nach bestandenem Deutschtest sein Betriebswirtschaftsstudium fortsetzen.


9. Jagd auf Mammuts

Laut den Ergebnissen einer Tübinger Studie bewies das gewaltigste Raubtier aller Zeiten bereits vor 20 000 Jahren seine Fähigkeiten. Das Team der Universität Tübingen und der Senckenberggesellschaft für Naturforschung wies anhand von Isotopenuntersuchungen nach, dass keine Klimaveränderung für das Aussterben der Mammuts verantwortlich war, sondern der Appetit des Menschen. Die ökologische Nische des Mammuts übernahm das Pferd.




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