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Nachrichten vom 23.2.

1. Stadtbahnantrag

Die Fraktionen von AL/Grüne, CDU, SPD und FDP drängen zum Bau der Stadtbahntrasse durch die Tübinger Innenstadt. Zukünftig soll diese zwischen Hauptbahnhof und Morgenstelle verlaufen. Die Verkehrssituation in Tübingen mache ein Umdenken notwendig. Den Nahverkehr in der Innenstadt auf die Schiene zu legen sei „verkehrspolitisch alternativlos“, so Dietmar Schöning (FDP). Durch die Bahn könnte eine größere Kapazität der Fahrgäste erreicht werden. Der Busverkehr stoße an seine Grenzen und sei kaum noch zu steigern so die Argumente der Befürworter. Kritische Stimmen äußern Bedenken am Bau, da dieser das historische Stadtbild durch Oberleitungen verändern würde. Durch Visualisierung und Vorplanung soll zukünftig auch die Bevölkerung die Möglichkeit haben, sich ein Bild von den Plänen zu machen und sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

2. Zinser-Planung

Am Freitag ging der Umbau am Zinser-Dreieck in die nächste Phase. Für Autofahrer ändert sich dadurch an der Kreuzung Poststraße/Friedrichstraße die Verkehrsführung. Busse können nun nicht mehr durch die Karlstraße direkt in Richtung Eberhardsbrücke fahren, sondern müssen stattdessen einmal um das Zinser-Dreieck herum. Die neuen Absperrungen führen zu einem stark erhöhten Verkehrsaufkommen in Post- und Friedrichstraße. Anfang des Monats war bekannt geworden, dass der Umbau des Zinser-Dreiecks um über eine Million Euro teurer wird als geplant. Trotzdem liege man aber voll im Zeitplan. Wenn die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sind, geht der Umbau vom Uhlandbad bis zur Neckarbrücke weiter. Dafür sind ca 10 Monate veranschlagt.

3. Gründungsversammlung

Aus dem ehemaligen Kino Löwen wird der "Genossenschaftsladen im Löwen eG". Dadurch soll die durch die Schließung des “Netto“ Discounters entstandene Versorgungslücke in der Tübinger Altstadt geschlossen werden. Zur Gründungsversammlung kamen 48 Beitragende, inzwischen sind es 151 Gründungsmitglieder, die 320 Anteile zu 100 Euro zeichneten. Mit einer Mindestbeteiligung von 100 € pro Anteil kann man noch immer der Genossenschaft beitreten. Das Formular gibt es im Fairen Kaufladen in der Marktgasse 12 und im Internet unter www.loewen-laden.de. Der offizielle Baubeginn soll am 18. April mit einem Glas Sekt begossen werden. Am Dienstag, den 10. März, kann man sich um 19 Uhr im ersten Obergeschoss der Begegnungsstätte Hirsch über die Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Engagements informieren.

4. Jugend gründet

Schülerinnen und Schüler des Eugen Bolz- und Paul Klee-Gymnasiums haben beim Planspiel „Jugend gründet“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung das Zwischenfinale erreicht. Die virtuelle Schülerfirma Coherent Home Solutions CHS hat sich ein Produkt ausgedacht und einen Business-Plan erstellt. Das virtuelle Produkt heißt „Next Generation“ und soll als eine Smart-Home-Lösung Haushaltsgeräte vollautomatisch steuern. Die Schülerfirma muss die Funktionsweise des Produkts beschreiben und die technische Umsetzbarkeit nachvollziehbar machen. Auf dem Weg ins Finale müsste das Rottenburger Team dann auch noch das Modell einer Steueranlage präsentieren.

5. Zwischenbilanz

Das Kusterdinger Bürgerauto ist ein voller Erfolg. Seit Anfang Dezember bietet es den Kusterdingern kostenlose Fahrten zu Terminen und Besorgungen innerhalb der Gemeindegrenze. Rund vierzig Fahrten pro Woche sind es inzwischen, die die zehn ehrenamtlichen Fahrer dienstags und donnerstags von 13.30 Uhr bis 18 Uhr und mittwochs von 8 bis 11.30 Uhr bewältigen. Anfangs bemühten sich sechs Ehrenamtliche an zwei Tagen, inzwischen kümmern sich zusätzlich zu den zehn Fahrern zwei Ehrenamtliche um die Organisation. Ab März soll das Bürgerauto auch montags im Einsatz sein. 5 000 € stellte die Gemeinde für die halbjährige Probephase zur Verfügung. Für die Fahrer gibt es eine Aufwandsentschädigung von 30 Cent pro Kilometer, der größte Posten ist jedoch das Leasing für den komfortablen Siebensitzer, in dem auch Rollstühle und Rollatoren Platz finden. Ob der Etat ausreicht, können die Organisatoren noch nicht überblicken, Spenden werden jedoch gerne angenommen. Inzwischen interessieren sich auch andere Gemeinden für die Kusterdinger Neuerung.

6. Neue Koordinatorin

In Mössingen ist von nun an Barbara Schott Ansprechpartnerin für ehrenamtliches Engagement. Zuvor arbeitete die Diplompädagogin unter anderem mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen, betreute bundesweit FSJler und Bufdis und engagierte sich als Kirchengemeinderätin in Nehren. Ein besonderes Anliegen sei es ihr, Ehrenamt einer breiten Bevölkerungsschicht schmackhaft zu machen und neue Freiwillige zu werben. Dabei sollen auch Leute über 60 vermehrt in den Fokus gerückt werden. Schwierigkeiten sieht sie besonders bei Schülern, da sich diese, durch lange Unterrichtszeiten weniger ehrenamtlich engagieren können.

7. Willkommenskultur

Ab dem Donnerstag, 26. Februar beginnt die Volkshochschule Tübingen mit ihrer Vortragsreihe „Willkommenskultur“. Diese beschäftigt sich mit Deutschland und den Flüchtlingen. Ab 20:15 Uhr spricht Silvia Kuske, Referentin der Landeszentrale für politische Bildung, zum Thema „Willkommenskultur – Feigenblatt oder Wendepunkt für eine neue deutsche Integrationspolitik?“. Am kommenden Sonntag, dem 1. März findet eine Lesung des Buchs „Tübinger Talente“ statt. Tübinger mit Migrationshintergrund schreiben darin über ihre Lebensgeschichte. Am 5. März um 20:15 Uhr spricht Daniela Rathe zum Thema „Kulturpolitik und Willkommenskultur“. Weitere Informationen zur gesamten Vortragsreihe unter www.vhs-tübingen.de Ziel des Angebots sei es, Interkulturelles Zusammenkommen und Kennenlernen zu fördern.

8. Erste Lebewesen

Tübinger Wissenschaftler forschen über die ersten Lebewesen. Obwohl weder Zellwände noch DNA von den einfachen Lebewesen erhalten sind, sind die Forscher sicher, dass sie vor etwa 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden. Das wissen die Forscher, weil die Bakterien Spuren im Gestein hinterließen. Nicht immer aber sind die Wissenschaftler einig in ihrem Urteil über die Strukturen. Waren es wirklich Lebewesen, die bestimmte "gedrehte Schraubenstrukturen" im Gestein hinterlassen haben? Oder waren es doch rein chemische Prozesse? Schließlich mussten diese Strukturen im Lauf der Jahrmilliarden große Hitze und massive Gesteinsbewegungen überstehen. Die Forscher haben jetzt in einem Bergwerk im Schwarzwald Bedingungen gefunden, die Ähnlichkeiten mit den Gesteinen von vor Milliarden Jahren aufweisen. In dem historischen Silberbergwerk untersuchten sie bakterientypische Verdrillungen im Gestein, die so ähnlich auch in der Frühzeit hätten stattfinden können. Im Labor setzten sie die Gesteinsformationen großer Hitze und großem Druck aus, wie er in der Erdgeschichte häufig vorkam. Das Ergebnis: "Die Strukturen bleiben durch die Einbettung in das Eisen auch unter extremen Bedingungen erhalten.".

9. Mentaler Zahlenstrahl

Eine Studie des Tübinger Leibnitz-Instituts für Wissensmedien zeigt, dass schon Vorschulkinder eine räumliche Vorstellung von Zahlen entwickeln können. Bisher ging man davon aus, dass Kinder lesen können müssen, um diese räumliche Vorstellung auszubilden, den mentalen Zahlenstrahl. In der Studie gab es Versuche mit einfachem Aufmerksamkeitstraining. Diese spielerischen Prozesse können die räumliche Vorstellung von Zahlen fördern. Umgekehrt kann eine gute räumliche Zahlenpräsentation Kindern den Start in die Mathematik erleichtern.

10. Erlebnistherapie

Das Uniklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen macht zweimal im Monat mit seinen Patienten therapeutische Erlebnis-Angebote. Vergangene Woche ging der Ausflug nach St. Johann auf die Alb. Dort gab es eine Schneewanderung mit anschließendem Grillen beim Lagerfeuer. Die Patienten nehmen freiwillig an dem Ausflug teil. Manche der Patienten sind einfach nur dabei und ziehen sich eher zurück, manche gestalten aktiv mit. Bei den Ausflügen werden, anders als auf der Station, Vertrauen und Beziehungen gestärkt und vertieft. Die Wirkung der Therapie erläutert Mollenhauer so: "Die Teilnehmer können für sich etwas mitnehmen. Es ist wie ein Geschenk, einmal was anderes zu erleben."

 




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