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Nachrichten vom 19.12.14

Inklusions-Projekt

Letzten Montag gab es die CD-Release Party des Inklusionsprojekts „Hauptsache es Rockt“ der Reutlinger Kulturwerkstatt im Jugendcafé Reutlingen. Hierbei präsentierten die Bands „No Limit“, „Cross the Line“,“Not bad“, „Ein Punk kommt selten allein“, „City in the Galaxy“ sowie die „Ultimate Rock Socks“ nicht nur gecoverte Songs wie „We will rock you“, sondern spielten auch insgesamt 17 Eigenkompositionen. Und das Publikum feierte mit. Die CD „Ton für Ton zur Inklusion“ wurde in einem Pfullinger Tonstudio aufgenommen und allein das war für die Bandmitglieder schon eine spannende Sache. Das Projekt gibt es seit September 2012, doch nun wird es 2015 enden, denn es gibt bisher keine neuen Fördermittel. Die Projektleiter sind jedoch optimistisch. Denn aufhören wird man hier mit der Musik wohl nie ganz.

Rollstuhlbasketball

Wer an Basketball denkt, der denkt normalerweise an Spieler mit einer Größe von zwei Metern aufwärts. Ein Stockwerk tiefer geht es beim Rollstuhlbasketball zu. Diesen Sport bietet der Verein "Mach Schule" für Schüler aller Schularten an. Ziel des Projektes ist es, die Kinder im Umgang mit Rollstuhlfahrern zu sensibilisieren und zu zeigen, dass auch Menschen mit körperlicher Behinderung Spaß haben können. Einmal in der Woche trainieren acht bis zehn Kinder in diesem Sport - bisher allerdings keines mit Behinderung. Dies ist nach Ansicht des Vereins schade. "Viele Kinder mit Behinderung trauen sich nicht zu kommen, weil sie Angst haben gemobbt zu werden", so Sadi Kurt vom Verein "Mach Schule". Ein weiteres Problem sind die Sportrollstühle, welche andere Anforderungen stellen als reguläre Rolstühle. Dem Verein fehlen für die geplanten zehn neuen Sportrollstühle aber die Mittel.

Reutlinger Kreishaushalt

Der Reutlinger Kreistag hat in dieser Woche mit klarer Mehrheit dem Haushalt 2015 zugestimmt. Das 295 Millionen Euro Werk besteht großen Teils aus Steigerungen bei den Ausgaben für die Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern. Außerdem soll es einen Anstieg der Kosten der Jugend- und Eingliederungshilfe für Behinderte geben. Ein Kritikpunkt war jedoch die permanente Unerfinanzierung des Kreises. Man beschwor hier ein Zukunftskonzept, in dem die 3 Kreiskliniken bis 2018 eine schwarze Null erwirtschaften sollen. Hierfür steigt der Zuschussbedarf auf 6,5 Mio €. Lob gab es für die Anstrengung für die Regional-Stadt-Bahn. Deren Entwurfs- und Genemigungsplan ist bereits seit November beschlossen. Weiter wurde gelobt, wie sich um das EU-Förderprogramm Leader bemüht wird. Die Schulden des Landkreises sollen nicht mehr steigen. Jedoch ist auch eine Senkung der Schulden aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen nicht möglich.

Kliniksanierung

Das Reutlinger Klinikum am Steinenberg bekommt vom Land 1,35 Mio €. Diese sollen in die Modernisierung des Krankenhauses investiert werden. Die derzeitige Energiezentrale ist aus den 1960er Jahren und entspricht damit nicht mehr den heutigen Standards. Durch eine Modernisierung ist hier eine nachhaltige Reduzierung der Betriebskosten und eine deutliche Senkung des Energiebedarfs möglich. Das Land hat außerdem entschieden, dass es in den kommenden beiden Jahren ca 900 mio € für Investitionen in Krankenhäusern bereit stellen wird. Das sind rund 100 mio € mehr, als bisher.

Willkommens-Kultur

In Dußlingen sind in der vergangenen Woche elf Flüchtlinge angekommen, die in Deutschland um Asyl ersuchen. Die zwei Familien aus Syrien und dem Kosovo sowie zwei Einzelpersonen wurden in 2 Wohnungen untergebracht, die das Landratsamt Tübingen in der Eychachstraße angemietet hat. Sozialarbeiter des Landkreises Tübingen werden sich um sie kümmern, es sind jedoch auch die drei Dußlinger Kirchen, weitere örtliche Institutionen und die Bürger und Bürgerinnen eigens aufgefordert, zu helfen. Eine Informationsveranstaltung der Gemeinde und des Landratsamtes im Vorfeld stieß auf positive Resonanz, so daß Bürgermeister Thomas Hölsch einen Dußlinger "Arbeitskreis Asyl" für möglich hält. Die Flüchtlingszahlen werden wohl auch in Zukunft steigen und so plant die Gemeinde, zwei eigene Häuser als Unterkunft zu bauen.

Leben in der Überwachungsgesellschaft

Unter dem Titel "Nach Snowden. Vom Leben in der Überwachungsgesellschaft" sprach Constanze Kurz im Kupferbau über Datenspionage und Überwachung in der heutigen Welt. Demnach ist eine fast komplette Überwachung für die Geheimdienste fast eine Selbstverständlichkeit, so haben die britischen und amerikanischen Geheimdienste an knapp 200 Unterseekabeln Abhöranlagen angebracht. Als weiteres Beispiel nannte sie Daten aus dem Mobilfunk. Nach diesen lassen sich sogar genaue Bewegungsprofile erstellen, mit denen zum Teil auch schon Drohnen gesteuert werden. "Alle Wege der Kommunikation, die man sich denken kann, wurden schon angegriffen", so Constanze Kurz. Sie prognostiziert für die Zukunft zudem eine bedenkliche gesellschaftliche Einstellung. Mit jeder Aufdeckung von Abhörmaßnahmen gewöhne man sich zunehmend an solche Meldungen, sodass diese am Ende schlichtweg egal werden würden. Sie selbst will weiterhin protestieren und ruft die Leute dazu auf, sich gegen Abhörmaßnahmen zu schützen und die eigenen Daten zu verschlüsseln. Dazu fänden sich mehr als genügend Anleitungen im Internet. Constanze Kurz selbst ist Informatikerin, Hackerin und war Sachverständige des Bundestages und des Bundesverfassungsgericht in Fragen des Datenschutzes und der digitalen Gesellschaft.

Schon damals

Vor kurzem berichtete das Tagblatt über die Befunde eines Teams von Geowissenschaftlern der Universität Tübingen und dem Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment: mittels Isotopenanalyse fanden diese heraus, daß die Menschen vor 30.000 Jahren vorwiegend von Mammutfleisch lebten. Nun wurden auch die Folgen verlautbar: das Verschwinden der Mammuts wurde nicht von einem Klimawandel verursacht. Es war mit höchster Wahrscheinlichkeit der Mensch, der sein Lieblingsjagdwild ausrottete. Die klimatischen Bedingungen blieben gleich, das ergab die Isotopenanalyse der Tierknochen verschiedener Arten, in einem Zeitabschnitt von vor 30.500 bis 22.000 Jahren gleich. Die ökologische Nische des Mammuts besetzte das offensichtlich nicht so schmackhafte Pferd.

Kinder und Werbung

In der Mensa in der Tübinger Uhlandstraße hielt der Medienwissenschaftler Prof. Guido Zurstiege einen Vortrag. Darin diskutierte er die Wirkung von Werbung auf Kinder und Jugendliche. Der zweifache Vater erklärte zunächst, dass Werbung nicht immer auch als solche zu erkennen wäre. Umso wichtiger sei es als Elternteil den Überblick zu behalten. Es gäbe außerdem vier Gründe, warum Kinder aus seiner Sicht besonders anfällig für Werbung seien. Zum Einen seien sie unvoreingenommen und würden auch Wiederholungen eher tolerieren als Erwachsene. Außerdem würden sie auf Markeninszenierungen anspringen. Und wenn ein Unternehmen für Kinder wirbt, investiert es häufig in seine Zukunft, denn die Kinder würden auch in höherem Alter dem Produkt treu bleiben. Somit gibt es für Eltern viele Gründe darauf zu achten, wo, von wem und wie um die Kaufkraft von Kindern geworben wird. Doch dies ist auch für Eltern gar nicht so einfach.

Erfolgreiche Taubendiät

Mit dem Appell "Hört endlich auf mit der unsinnigen Fütterung!" forderte eine Gruppe Naturschützer im Dezember 2011 die Tübinger Stadtverwaltung dazu auf, die Taubenplage in Tübingen auf eine andere Art und Weise zu bekämpfen. Jahre lang wurde viel Zeit und Geld in die Pflege der Tauben investiert. Mit dem Ziel, die Tauben an feste Brutplätze zu binden und ihnen die Eier wegzunehmen. Doch gefüttert wurden die Tiere weiter. Kritiker erklärten daraufhin, dass es wissenschaftlich belegt sei, dass der Taubenbestand immer so groß ist, wie es das Nahrungsangebot zulasse. Somit würde die Population auf natürlichem Wege mehr anstatt weniger. Daraufhin wurde die Fütterung drastisch eingeschränkt. Dies war sehr wirkungsvoll. Im November wurden nur noch 500 Tauben registriert. Somit ist der Tübinger Taubenbestand in fast zwei Jahren um die Hälfte gesunken. Und kein Tier sei dabei verhungert. Das Ziel ist damit jedoch noch nicht erreicht. In den kommenden Jahren soll die Population erneut um die Hälfte verringert werden.




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