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Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 8.12.

Flüchtlingsgipfel

Es war eine Anregung des FDP-Stadtrats Dietmar Schöning, die zur Initiative des Gemeinderats für den ersten Tübinger Flüchtlingsgipfel führte. Eine Vernetzung aller Engagierter, ihrer Ideen und deren Umsetzung waren die Ziele, zu denen sich 300 Bürger vergangenen Dienstag in der Mensa in der Uhlandstraße einfanden. Dazu gehörten Einzelpersonen sowie Vertreter von 100 Institutionen und Initiativen. OB Palmer stellte den aktuellen Asylkompromiss vor: Künftig darf ab drei Monaten Aufenthalt Arbeit aufgenommen werden, Flüchtlinge können sich frei bewegen und Sach- werden durch Geldleistungen ersetzt. Die Stadt hat einen neuen Etat von 100. 000 Euro festgelegt. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen waren ein "Talentschuppen" für junge Handwerker, "Berufspiloten" zur Vermittlung von Stellen, Sprachpaten, Mentorenprogramme, Übersetzerpools, Sprachkurse für Erwachsene, Hausaufgabenbetreuung/Nachhilfebörsen, Begleitung in Gesundheitsfragen und Freizeitaktivitäten. Außerdem sollen die Angebote auch sozial-räumlich koordiniert werden. Eine weitere Gruppe erarbeitete Möglichkeiten für die Integration an Gymnasien. Alle Vorschläge sind auf www.tuebingen.de/fluechtlingsgipfel nachzulesen. Der nächste Schritt ist die Einrichtung von Runden Tischen zu einzelnen Projekten, deren Ergebnisse bei einem zweiten Flüchtlingsgipfel gebündelt werden.

Probleme mit der Hausverwaltung

2012 wechselte ein Wohnblock in der Hegelstraße den Besitzer. Heute ist „Patrizia Immobilien“ dafür verantwortlich. Theoretisch. Denn leider sind an dem Haus einige Mängel und Defekte, die nach Aussagen der Bewohner nicht bearbeitet wurden und werden. So funktionierte die Klingel wochenlang nicht. Nun funktioniert sie wieder, doch der Türöffner ist nach wie vor kaputt. So müsse eine 80 jährige sieben Stockwerke mit dem Aufzug nach unten um dem Gast die Tür zu öffnen. Dieser könne bis dahin jedoch schon wieder weg sein. Eine andere Bewohnerin hilft sich, indem sie dem Klingelnden ihren Haustürschlüssel aus dem Fenster wirft. Auch Balkontüren schließen nicht mehr richtig und defekte Treppengeländer sind sowohl für Kinder als auch für behinderte Anwohner des Hauses ein Unfallrisiko. Die Anrufe, die die Anwohner bei der Südewo (= Süddeutsche Wohnen) machten führten zu nichts. Die Südewo meine dazu „Die Leute glauben ja oft nur, sie hätten schon häufig angerufen und sich beschwert."

Gestiegene Energiekosten

Für den Landeshaushalt 2015/2016 wurde ein Nachtrag beschlossen. Möglich wurde dies durch eines Beschluss vom Bund, der nun fortan das Bafög komplett übernimmt. Das so eingesparte Geld fließt nun an die Hochschulen. Das beschert der Universität Tübingen einen Bonus von 8 Millionen Euro. Dieses Geld wird auch dringend benötigt, um die stark gestiegenen Energiekosten zu decken.

Podiumsdiskussion um Mann und Frau

Letzte Woche fand im Audimax in der Neuen Aula der Uni Tübingen eine Podiumsdiskussion zum Thema Mann und Frau Stadt. Hier wurde diskutiert, ob die Unterschiede zwischen Mann und Frau kulturelle oder biologische Ursachen haben. Onur Güntürkün, Professor für Neuropsychologie der Ruhr-Universität Bochum ist der Meinung, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden „grotesk Übertrieben“. Die geschichtliche Sichtweise wurde von Historikerin Ulrike Frevert vertreten. Sie erklärte, die Geschlechterunterschiede hätten sich im 18. Jahrhundert verfestigt. Hier wurde der Mann als „das Allgemeine“ definiert, während die Frau etwas besonderes war. Auch die Schwäche und Sensibilität, die Frauen zugesprochen würde, wäre zu dieser Zeit positiv wertend gewesen. Im 19. Jahrhundert habe die erste Frauenrechtsbewegung Rollenverständnis gezeigt und in Institutionen wie Schule, Militär und Politik auch LehrerInnen und SchülerInnen gefordert. Güntürkün erkannte ein Manko an der Diskussion: Für ihn wurde an diesem Abend die Frage „Biologisch oder kulturell bedingt“ falsch gestellt. Denn für ihn seien Neuro- Boilogie und Kultur vollständig miteinander verschränkt.

Friedliche Hausbesetzung

Es gibt sie noch, die Hausbesetzer. Aber im Jahr 2014 ist das alles ganz anders: der Tübinger Baubürgermeister Cord Soehlke zeigte sich solidarisch mit den jungen Leuten, die das leerstehende Haus Eisenbahnstraße 41 auf dem Gelände des Tübinger Güterbahnhofs besetzt haben. Bis es abgerissen wird, wollen sie es als kulturellen Treffpunkt nutzen. Die Kosten für Strom und Wasser sollen durch Spenden gedeckt werden, erklärten sie in einem offenen Brief. Die Gruppe wolle mit der Aktion auf den Mangel an bezahlbaren Wohnraum hinweisen. Man heiße alle, die Ideen zur Nutzung und zur Verbesserung des Stadtlebens einbringen wollen, willkommen, erklärte ein Sprecher. Die Stadt dürfe keine temporäre Nutzung aussprechen, hieß es dazu im Baubürgermeisteramt, doch Baubürgermeister Cord Soehlke sucht das Gespräch mit den Besetzern. Er könne sich mit den Zielen der Gruppe gut identifizieren, erklärte er dem Schwäbischen Tagblatt.

Internationaler Müttertreff

In Ergenzingen gibt es seit fast 3 Jahren einen internationalen Müttertreff. Hier können Frauen Mittwochs über Erziehungsprobleme und Dinge die sie bewegen sprechen und sich austauschen. Noch geschieht das vorwiegend auf Türkisch. Hilal Bahadir hat den internationalen Müttertreff ins Lebengerufen und hat es nun auch geschafft einen Deutschkurs für die Mütter zu organisieren. Entstanden ist der Müttertreff aus der Spielgruppe „Sprache, Spiel, Spaß“ für Kinder und Mütter mit Migrationshintergrund. Der Treff ist ein Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung Tübingen. Und auch wer nicht aus der Türkei kommt und kein Türkisch spricht ist hier willkommen, denn Hilal Bahadir übersetzt mühelos von deutsch zu türkisch und umgekehrt. Dies tut sie auch, bei den vielen Referent*innen, die sie regelmäßig einläd. Bei diesen Treffen Mittwoch morgens können die Frauen über ihre Ängste reden und nichts davon wird nach außen getragen.

Bebauungsplan geändert

Der Gemeinderat Rottenburg hat die Änderung des Bebauungsplans "Im Tränkenbach" in Hemmendorf zugestimmt. Der alte Plan konnte dank dem neuen Wassergesetz Baden-Württembergs nicht mehr umgesetzt werden. Demnach liegt das Grundstück nun auf einem sogenannten HQ100-Gebiet. Diese gelten als Überschwemmungsgebiet und dürfen ohne bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen nicht mehr bebaut werden. Das Gesetz trat dieses Jahr in Kraft, der ursprüngliche Bebauungsplan stammte aus dem Jahr 2008. Ob und wann sich nun jemand finden wird, der auf dem Grundstück bauen möchte, ist unklar.

Fairtrade-Stadt

Der Verein TransFair hat Mössingen wiederholt zur Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Der Verein verteilt den Titel bundesweit an Städte, die sich im Bereich des fairen Handels besonders engagieren. Mössingen nehme dabei eine Vorreiterrolle ein. Die Fairtraide-Initiative umfasst sowohl die Stadtverwaltung, als auch die Kirchen, Schulen und den Einzelhandel in Mössingen. Weltweit gibt es insgesamt 1500 Fairtrade-Städte, in Deutschland akutell 275. Mössingen erhielt den Titel erstmals 2012 und darf ihn nun für weitere vier Jahre tragen.

Neue Haushaltsanträge

Die Reutlinger WiR-Fraktion ist für mehr Bürgerbeteiligung, zum Doppelhaushalt 2015/16 legte sie zehn Anträge vor. BürgerInnen sollen bei der Entwicklung eines Leitbildes mitwirken und sich auch ehrenamtlich im Ordnungsdienst betätigen können. Die Innenstadt wünscht sich die WIR ruhiger und grüner, mit mehr Anlagen , chipgesteuerten Pollern zur Verkehrsberuhigung und ermäßigten Parkgebühren. Statt für den teuren Bürgerpark solle man das Geld lieber für verschiedene Orte anwenden. Auch die geplante Skateranlage wäre andern Ortes besser aufgehoben, befand die WIR. Als zugegebenermaßen heikel stellte sie den Antrag vor, die Kinderbetreuungskosten auf dem Stand von 2014 zu deckeln.

Plan für Luftreinhaltung

Letzten Endes sind die Grünen wohl dankbar für die Klage der Deutschen Umwelthilfe vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen. Diese hatte geklagt, weil die Stickstoffoxid-Werte in Reutlingen zu hoch seien. Und sie hatten gewonnen. Dies zeige, dass das Gericht die Gesundheit der Bürger und die gesetzlichen Vorschriften erst nehme. Eine Berufung gegen das gefallene Urteil wird nicht eingelegt. Diese sähe die grünen Gemeideradtsfraktion als chancenlos an und sie könnte als Verweigerung aufgefasst werden. Nun liegt es an der Stadt die gegebenen Vorgaben zu verwirklichen. Dazu soll beispielsweise der Auto- und LKW-Verkehr reduziert werden, es könnten neue Radspuren anstatt neuer Straßen entstehen und es soll eine Verbesserung bei den Bussen geben. Bei den Bussen können schnell neue Busfahrer*innen eingestellt werden und neue Busse angeschafft werden. Außerdem könnten die Busse häufiger fahren. Noch attraktiver soll der öffentliche Personen Nahverkehr jedoch auch durch die geplante neue Stadtbahn werden. Und es soll der Güterverkehr vom LKW auf die Bahn verlagert werden.




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