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Nachrichten vom 05.12.

Neue Forstorganisation

Das bisherige Forstsystem wird bis zum Jahr 2017 verschwunden sein. Momentan ist es so, dass ein Förster für ein Revier zuständig ist. Zudem waren die Prioritäten klar vorgesetzt: Erst das Wohl des Waldes, dann der Erholungsfaktor, dann die Wirtschaftlichkeit des Forstrevieres. Das wurde durch eine einheitliche Forstverwaltung festgelegt. Dadurch war der Förster der zentrale Ansprechpartner, von der Forst-Pädagogik bis hin zum Brennholzverkauf. Nun wird diese Forstverwaltung dank eines Kartellverfahrens aufgelöst. Wie die neuen Regelungen aussehen werden, ist noch nicht klar. Was man aber jetzt schon weiß ist, dass die einzelnen Wälder, vor allem jene in staatlicher Hand, sich jetzt eine eigene Vermarktung aufbauen müssen.

Neue WGs für die Alte Weberei

Im Lustnauer Wohngebiet Alte Weberei wurde ein Projekt der Bruderhaus-Diakonie eröffnet. 18 Männer und Frauen mit schweren, zum Teil mehrfachen Behinderungen werden von Fahrdiensten aus dem gesamten Landkreis Tübingen in eine Tagesstruktur-Einrichtung gebracht. Hier bekommen sie spielerische Aufgaben, werden zu lebenspraktischen Haushaltstätigkeiten angehalten, essen gemeinsam und unternehmen viele Spaziergänge. Dazu kommen zwei Wohngemeinschaften von Behinderten und Studierenden mit jeweils neun Zimmern. Die WG-Bewohner mit Handicap gehen tagsüber einer Arbeit in einem inklusiven Betrieb oder einer Behindertenwerkstätte nach, die studentischen Mitbewohner übernehmen einen Teil der benötigten Assistenz, die mit der Miete verrechnet wird. Die Studierenden zahlen für ihr WG-Zimmer noch 120 Euro im Monat. Die Mietverträge sind zunächst für zwei Jahre geschlossen, in kürzeren Intervallen wird jedoch überprüft, ob das Zusammenleben noch klappt.

Benefiz-Weihnachtsmarkt

Die Zeit der Weihnachtsmärkte hat wieder begonnen. Der Weihnachtsmarkt, der in Wannweil am 1. Adventssamstag zum 31. Mal stattfand, ist jedoch etwas Besonderes. Nicht nur, daß er zu den ältesten seiner Art gehört und fast nur Einwohner Selbstgefertigtes an den 52 Ständen anbieten. Sicher ist auch die Atmosphäre bemerkenswert, bei der der Nikolaus Kinder mit Schokolade und Mandarinen beschenkt und sich das ganze Städtchen in der famliären Atmosphäre begegnet. Darüber hinaus spenden aber die Verkäufer auf dem Markt für einen guten Zweck. Über 1200 Euro ergab das in diesem Jahr, mit der Sterntombola, Spenden von Privatleuten und Firmen sowie den Waffelverkauf wurden es fast 5000 €, die jeweils zur Hälfte an ein Hilfsprojekt für Kinder mit Behinderungen in China und an die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Berkovitza in Bulgarien gehen.

Nachhaltigkeitsforschung

Letzte Woche wurde der Nachhaltigkeitspreis oder Uni Tübingen verliehen. Studierende forschten für eine ökologische Welt und bekamen dafür den Preis. Einer der sechs Preisträger ist Jan Stratil. Er forschte in Indien. Seine Bachelor-Arbeit „Reglos. Die urbane Umwelt, private Motorisierung und physische Inaktivität als Risiko für die Gesundheit.“ Darin erklärt er: Der technisch motorisierte Lebensstil mache krank. Jedoch gäbe es keine „einfache Lösung“. Ethnologin Karin Pfister forschte in Botswana, wo es trotz Präventionsarbeit eine ungewöhnlich hohe HIV-Rate gibt. Geoökologin Julia Menold blieb in Baden-Württemberg. Sie überprüfte die Effektivität von Pulveraktivkohlefiltern am Bodensee. Angelika Zahrnt, Gastrednerin der Veranstaltung ist der Meinung „Man muss Ökonomen herausfordern, die sich sehr heimelig in ihren Wachstumsmodellen eingerichtet haben.“ Dies sei Aufgabe der Universität.

Stickstoffsensoren

Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe für das Wachstum von Pflanzen. Es ist für den Aufbau wichtiger Zellbausteine nötig. Eine gute Stickstoffversorgung bedeutet ein schnelleres Pflanzenwachstum. Demnach wird es auch häufig als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Forscher der Uni Tübingen und der Uni St. Petersburg haben nun entdeckt, dass Pflanzen eine Art Stickstoffsensor besitzen. Dieser ermittle die Menge des verfügbaren Stickstoffes. Somit könne die Pflanze ihr Wachstum regulieren. Ob diese Entdeckung von Bedeutung für die Pflanzenzüchtung wird bleibt abzuwarten. Sie ist jedoch schon jetzt ein kleines Lehrstück der Evolution.

Bauvorhaben am Hechinger Eck

Am Hechinger Eck in Tübingen steht eine freie Fläche zum Wohnungsbau zur Verfügung. Die Stadt möchte hier vor allem bezahlbaren Wohnraum schaffen. Bereits vor sechs Jahren wurde ein Bebauungsplan für diese Fläche verabschiedet. Jetzt möchte man die Bebauung tatsächlich in Angriff nehmen, allerdings mit dem Fokus bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Dafür soll es den "Wettbewerb der Konzepte" geben - Bauwillige Firmen können ihr Baukonzept bei der Stadt einreichen. Der Gemeinderat wird dann darüber entscheiden, welches Konzept einen Zuschlag für die Umsetzung bekommt. Das Projekt soll im Jahr 2015 starten.

Ammertal-Bahn entfällt in Sommerferien

In den kommenden Sommerferien hin zum Schuljahr 2015/2016 wird die Ammertalbahn außer Betrieb sein. In den sechs Wochen sollen die letzten Arbeiten für die neue Leit- und Sicherheitstechnik ausgeführt werden. Dies ist nötig, da in der Vergangenheit oftmals Überspannungen die Ammertalbahn lahmlegten. Nun hat der Zweckverband ÖPNV der Landkreise Tübingen und Böblingen investiert. Die neue auf Glasfaserkabel basierende Stellwerkstechnik ist weitaus störungsunanfälliger gegenüber Überspannungen. Bis zum ersten Schultag im Herbst 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Für Engagement ausgezeichnet

Er ist ein sehr tätiger tätiger Mensch, der Rottenburger Hans-Werner Stahl unterrichtete 20 Jahre als Professor für Rechnungswesen und Controlling an der Reutlinger Wirtschafts-Hochschule ESB ("European School of Business"), arbeitete als Unternehmensberater und schrieb Bücher. Vor elf Jahren begann er auf seine Art, für seinen Ruhestand vorzusorgen: Er begann mit der Holzschnitzerei, inzwischen malt er auch: Am Freitag den 5. Dezember wird im Haus am Nepomuk seine Benefizausstellung. "Neue Bilder und Skulpturen" eröffnet. Zehn Prozent des Verkaufserlöses gehen an die Stiftungen des Fördervereins für krebskranke Kinder, für den Stahl seit 20 Jahren tätig ist. Er leitet zwei Stiftung des Vereins, die mit über einer Million Euro an Spendengeldern den Neubau und Unterhalt des Elternhauses in der Tübinger Frondsbergstraße für Eltern sowie die Forschungen der Tübinger Kinderklinik zur Behandlung der Leukämie unterstützen konnte. Am Montag, den 8. Dezember, wird Hans-Werner Stahl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Straffälligenhilfe des Reutlinger Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe“ hilft Straftätern, die aus dem Gefängnis entlassen werden, damit diese nicht vor dem Nichts stehen. Die Straffälligenhilfe bietet Zimmer an, wo die Haftentlassenen zunächst unterkommen können. Das Haus Betzingen verfügt über 11 Plätze, doch es kann auch ein mal mehr aufnehmen, sollte dies Notwendig sein. Sozialpädagog*innen helfen den Haftentlassenen hier bei weiteren Schritten. Sie übernehmen die Geldverwaltung, begleiten zum Jobcenter, helfen beim Umgang mit Behörden beim Schuldenabbau sowie bei juristischen Fragen. Außerdem sind sie täglich da, um zu betreuen. Die Entlassenen bekommen außerdem Essensgeld. Damit müssen sie sich selbst versorgen. Für Ex-Häftlinge, die kein solches Betreuungssystem brauchen hat der Verein „Hilfe zur Selbsthilfe“ auch eine teilstationäre Einrichtung. Hier sind die Entlassenen eigenständiger. Sie sind am Wochenende allein und gestalten auch ihre Freizeit selbst. Die dritte Stufe des Vereins ist eine ambulante Betreuung. Dabei können sich die Entlassenen melden, wenn sie Hilfe brauchen.

Neues Hundehaus

Das Reutlinger Tierheim hat nach zweijähriger Bauzeit ein neues Hundehaus. Die insgesamt 14 Hundezwinger des neuen Gebäudes ermöglichen es, dank Zwischentüren die Käfige zu erweitern und somit verträgliche Hunde in Gruppen zu halten. Wichtig bei der Planung war hier die gute Einsicht in das Gehege um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten. Eine Mauer in der Mitte des Hundehauses soll Stress bei den Hunden vermeiden. Denn somit können sie die Tiere in den gegenüberliegenden Zwingern nicht sehen. Pfullinger Architekt Thomas Bamberg sorgte ebenfalls dafür, das viel Tageslicht ins Innere gelangt. Für die kalten Tage gibt es für die Vierbeiner eine Fußbodenheizung. Die Kosten des Gebäudes liegen bei Rund 700 000 Euro. Das ist fast doppelt so viel, wie ursprünglich geplant. Deswegen musste auch der Bau eines dritten Hauses auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Ein zweites Haus muss gebaut werden, da die alten Hundehäuser marode sind und hier neue benötigt werden um die rund 40-50 Hunde sicher unterzubringen.




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