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Michael Hanisch und Endre Holeczy über "Medea"

Dramaturg Michael Hanisch und der Regisseur des Stückes "Medea", Endre Holeczy vom Zimmertheater sprachen mit uns über die Hintergründe des Stückes und darüber, wer Medea eigentlich ist...

Anlässlich der Premiere von "Medea", einem Stück nach Franz Grillparzer waren die beiden Mitglieder des Tübinger Zimmertheaters bei uns zu Gast. Dieses Mal stellten sie einen klassischen Stoff vor, denn "Medea" ist der dritte Teil der Trilogie "Das goldene Vließ". Auch Teil eins der Trilogie - "Der Gastfreund" - ist in dem Stück verarbeitet.
Doch worum geht es?

Medea ist das Werkzeug ihrer Familie. Der Gastfreund, der das kostbare goldene Vließ nach Kolchis gebracht hat, wird hinterhältig ermordet, während sie den Köder gibt. Doch dann kommt Jason aus dem Land der Griechen ins barbarische Kolchis. Und Medea verliebt sich. Blind vor Liebe verlässt sie Heimat und Familie und folgt Jason in eine fremde Welt. Sie gebiert ihm zwei Söhne, doch wohl fühlt sie sich an Kreons Hof, wo sie mit ihrem Mann Asyl gefunden hat, nicht. Zumal Jason der Königstochter Kreusa zugetan scheint. Medea, die Fremde, die Barbarin, soll ohne ihre Kinder aus der Stadt verbannt werden. Sie plant furchtbare Rache an ihrem Mann.

Den Mythos der Medea gibt es schon seit circa 1.000 vor Christus und hat sich seitdem in seinen vielen verschiedenen Erzählungen stark gewandelt. So war Medea nicht von Beginn an die Kindermörderin, als die sie heute in dem Mythos erscheint.
Auch bedeutet ihr Name etwas anderes, als dem, wofür sie heute steht.
Medea heißt übersetzt "Die Rat wissende" oder "Die Hilfe leistende".
Doch sie hat sich mit den Jahren und Jahrhunderten verändert. Wie stellt man eine solche Figur also dar? Wie erzählt man die Geschichte von Medea?

Dabei half Prof. Dr. Frauke Berndt. Sie gilt als "Medea Expertin" und hat das Zimmertheater bei seiner Arbeit mit dem Werk von Franz Grillparzer unterstützt.

Das Stück ist eine Tragödie. Doch was ist das eigentlich, eine Tragödie? Was versteht man darunter? In der heutigen Zeit hat der Begriff sicher eine andere Bedeutung. Das Zimmertheater ist in seiner Produktion von Medea zur ursprünglichen Bedeutung des Wortes zurückgekehrt und musste sich zunächst Fragen: Wo liegt in diesem Stück eigentlich die Tragik?

Nach 8 Wochen der Proben und Arbeit mit der Materie ist man sich einig, dass man das Stück und die in ihm enthaltene Problematik weitergeben möchte.
Deshalb gibt es ein Begleitprogramm zum Stück.
Das beinhaltet unter anderem 3 Abende mit Expertengesprächen, im Café Philo wird es dazu eine Veranstaltung geben und -jedes Mal, wenn keine der beiden genannten Veranstaltungen stattfindet- gibt es im Anschluss an das Stück Werkeinführungen.


Audio

Download (11,3 MB)
Interview_Michael_Hanisch_und_Endre_Holeczy_Teaser.mp3


Download (63,92 MB)
Interview_Michael_Hanisch_und_Endre_Holeczy.mp3





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