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Nachrichten vom 28.11.

Bündnis gegen Diskriminierung

Der Runde Tisch Antidiskriminierung für Tübingen und Reutlingen möchte eine feste Beratungsstelle gegen Diskriminierung einrichten. Ein solches Antidiskriminierungs-Büro biete einen geschützten Raum für Erfahrungsberichte von Diskriminierungs-Fällen. Man könne dort aber auch Handlungsstrategien dagegen entwickeln und der Gesellschaft die Bereiche vor Augen führen, in denen es Diskriminierung gibt. Wegen Herkunft, Hautfarbe, Behinderung oder der sexuellen Orientierung müssen Menschen Diskriminierung erdulden.

Alternativen zu Tierversuchen

Viele medizinische Methoden werden heutzutage zuerst an Tieren ausgetestet, bevor sie am Menschen angewandt werden. Dieses Verfahren stößt in letzter Zeit immer mehr auf Kritik. Das Land fördert die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen mit 400.000 Euro, darunter auch zwei Tübinger Projekte. Aktuell wird in der Abteilung für Experimentelle Chirurgische Endoskopie wird ein Tierersatzmodell konzipiert, welches die Arbeit am menschlichen Körper realitätsnah abbilden soll. Das zweite Tübinger Projekt arbeitet daran, menschliche Leberzellen so zu kultivieren, dass sie dafür geeignet sind, Stoffe auf ihre Giftigkeit hin zu testen. Momentan werden dafür noch Tiere verwendet.

Neuer Laborkomplex

Für 14 Millionen Euro hat das Uniklinikum Tübingen zwei neue Laborkomplexe für bildgebende Verfahren gebaut. Diese stehen in der Radiopharmazie im Roentgenweg. Noch sind die Labore für die nächsten 2 bis 3 Wochen nicht in Betrieb. Doch bald sollen hier radioaktiv markierte Präparate und Positronen-Emissions-Tomografie (PET) helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Mit diesem Verfahren können selbst kleinste Tumorherde oder neurodegenerative Krankheiten früher erkannt werden. Das Uniklinikum verwendet diese radioaktiven Substanzen jedoch nicht alleine. Es wird diese Substanzen zukünftig auch für Kliniken und Arztpraxen von Stuttgart bis zum Bodensee herstellen.

Seltene Erkrankungen

Das Zentrum für seltene Erkrankungen (ZSE) am Uniklinikum Tübingen setzt sich für die Forschung neuer Therapien bei seltenen Krankheiten ein. Das Uniklinikum hilft jetzt mit einer Anschubfinanzierung von 30.000 Euro aus. Untersucht wird beispielsweise ein Therapieansatz für die Hemiplegische Migräne, eine Unterform der Migräne. Auch für Mukoviszidose sollen neue Therapieansätze gefunden werden. "Therapien für seltene Krankheiten zu entwickeln ist dringen erforderlich", so das Uniklinikum Tübingen.

Prähistorisches Essen

Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Prof. Hervé Bocherens vom Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen und dem Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment fand heraus wovon die Menschen vor 30 000 Jahren lebten, zumindest auf dem Gebiet der heutigen Tschechei: sie aßen in großen Mengen Mammutfleisch. Außerdem hielten sie anscheinend Hunde, die sie mit Rentierfleisch fütterten, daß offensichtlich nicht einen so hohen Stellenwert besaß. Auch ihre Behausungen wurden mit Mammutknochen gebaut und aus Mammutelfenbein stellten sie Skulpturen her. Die Forscher konnten die Ernährungsweise anhand einer Isotopen-Analyse der in einer vor 30 000 Jahren ganzjährig genutzten Siedlung gefundenen Menschen- und Hundeknochen nachweisen.

Neuer Luftreinhalteplan

Ende Oktober gewann der Verein der Deutschen Umwelthilfe vor dem Sigmaringer Gericht seine Klage wegen zu hoher Feinstaub- und Stickoxid-Werte in der Reutlinger Innenstadt. Nun liegt eine schriftliche Urteilsbegründung vor. Darin heißt es, das Regierungspräsidium Reutlingen und die Stadt seien ihren Verpflichtungen zum bestehenden Luftreinhalteplan nicht nachgekommen. So wurde zum Beispiel in der Lederstraße 2013 der Grenzwert für Stickoxid um das Doppelte überschritten. Nun ist es erforderlich, so das Gericht, dass man einen Luftreinhalteplan erstelle, der auf eine Einhaltung der Grenzwerte in kurzer Zeit hinarbeitet. Regierungspräsidium und Land wollen nun gemeinsam entscheiden, ob sie Berufung gegen das Urteil einlegen.

Neue Radwege

Das Land hat ein neues Lückenschlussprogramm für Radwege aufgelegt. Von den insgesamt 26 zu unterstützenden Projekten sind drei in Tübingen angesiedelt, wobei die jährliche Gesamtförderung auf 7,5 Millionen Euro dotiert ist. Zusätzlich wird der Etat für den Ausbau von Radwegen an Landstraßen im Doppelhaushalt 2015/2016 von 2,5 auf fünf Millionen Euro verdoppelt. Mit diesen Geldern sollen die Radwege entlang der Landstraßen ausgebaut werden. Ziel der Landesregierung sei es, das Netz so zu erweitern, dass mittelfristig 20% aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden sollen.

Situation von Lehrbeauftragten

Bei einer Informationsveranstaltung der Gewerkschaften wurde über die Situation von Lehrbeauftragten an den Universitäten aufgeklärt. Lehrbeauftragte gelten nicht als Angestellte einer Universität, das bedeutet sie können nicht in der Verwaltung mitbestimmen und werden nicht vom Personalrat vertreten. Sie sind außerdem von den Tarifverträgen ausgenommen. Konkret heißt das, dass Lehrbeauftragte für die gleiche Arbeit wie angestellte Dozenten deutlich weniger Lohn bekommen. Problematisch ist, dass die Anzahl der Lehrbeauftragten in den letzten Jahren erheblich angestiegen ist. Zunächst sollte dies eine Übergangslösung sein, jetzt ist das an Universitäten normal, wie auch an der Universität Tübingens.

Studierende auf Spurensuche

Ein Seminar der Uni Tübingen begibt sich auf die Spuren des Mössinger Generalstreiks gegen die Machtergreifung Hitlers. Bei einer Exkursion liefen sie dieselbe Route wie die Teilnehmer des Generalstreiks 1933. Der Mössinger Museumsleiter und die Stadtarchivarin lieferten detaillierte Einblicke in das damalige Geschehen. Los ging es an der Langass-Turnhalle, dem Zentrum der Mössinger Arbeiterbewegung. Nach und nach schwoll der Demonstrationszug auf 800 Menschen an, fast ein Viertel der Bewohner. Viele von ihnen wurden später verhaftet und bekamen harte Strafen. Die Studierenden betonten, dass durch die regionale Nähe die Ereignisse greifbar und nachvollziehbar würden. Die Erkenntnisse des Seminars möchten sie in einem Band der Landeszentrale für politische Bildung veröffentlichen. Dabei wird es um den Einfluss von Pietismus und Kommunismus gehen oder wie der Generalstreik in der Lokalpresse erschien.

Internationaler Kalender

Ein internationaler Kalender, in dem die Feiertage aller Weltreligionen stehen, wurde jetzt in Rottenburg vorgestellt. Gestaltet wurde der Kalender von Schülern verschiedener Schulen, Migranten, Behinderten sowie nicht behinderten. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Bosnierin Aida Hasanovic und soll Rottenburg in seiner Vielfalt wiederspiegeln. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Aktion Mensch und 3.000€ Bürgergeld der Stadt. Die Daten für die Fest- und Feiertage stammen vom Bundesamt für Migration und von Flüchtlingen selbst. Auch im nächsten Jahr soll es wieder einen internationalen Kalender geben, dann jedoch ohne Hasanovic.

Rechtsextreme Frauen

Vergangenen Mittwoch fand im d.a.i. ein Informationsabend der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen zum Thema "weiblicher Rechtsextremismus" statt. Etwa jeder fünfte Neonazi ist weiblich, ließ eine Dokumentation die ZuhörerInnen wissen, der Anteil der Frauen an rechtsextremen Straftaten liege inzwischen bei rund zehn Prozent. Rechtsextreme Frauen würden aufgrund ihres freundlichen Auftretens oft nicht als gefährlich betrachtet, dabei bemühen sie sich, von der Mitte der Gesellschaft meinungsbildend zu wirken, etwa in Elternbeiräten oder Vereinen. Dabei gibt es weder den klassischen Weg in den Rechtsextremismus noch eine spezifische Schichtzugehörigkeit, die Akademikerin im Dirndl ist dort genauso zu finden wie das tätowierte Skingirl. Sie sind in verschiedenen Organisationen gut vernetzt und tauschen sich auch im Internet aus, beispielsweise im „Hassblog Europäische Werte", erklärte eine der Referentinnen. Es gäbe auch nachweisbare Kontakte zwischen hiesigen bekannten Rechtsradikalen wie Edda Schmidt, eine letztjährige NPD-Kandidatin für den Wahlkreis Tübingen, und dem Thüringer Heimatschutz, aus dem die NSU-Zelle entstand.

Bürgerinitiative Anlagenpark

Der Anlagenpark am Busbahnhof in Tübingen sei in einem katastrophalen Zustand. Er sei vermüllt, wird nicht mehr gepflegt, der Rasen könne sich durch die vielen Events kaum noch erholen und während der Events ist der eigentlich öffentliche Park großflächig abgesperrt. Da alle bisherigen Aufrufe, den Anlagenpark wieder auf Vordermann zu bringen ohne Antwort blieben, hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet, die es zum Ziel hat, Politik und Politiker stärker in die Pflicht zu nehmen. Zwar hatte Boris Palmer versprochen verwahrlosten Grünflächen künftig mehr Beachtung zu schenken, wirklich etwas tun wolle man aber erst in Verbindung mit der Landesgartenschau. Diese findet aber nicht vor 2025 statt. Nun hat die Bürgerinitiative einen Katalog verfasst, der den gegenwärtigen Zustand und Probleme aufzählt, zudem sprachen sie bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag vor. Welche Konsequenzen dies haben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.




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