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"Deckname Pirat"

Ein Sohn auf der Suche nach der "wahren" Vergangenheit seines verstorbenen Vaters. Eric Asch drehte einen Film über seinen Vater Bob. Für die Stasi war er, kurz gehalten, der "Pirat". Am Freitag, 17.10. ist Premiere in Tübingen.

Bei der Suche nach einem Tischntennisschläger stößt Eric Asch auf Akten seines Vaters, Stasi-Akten. Robert Asch, auch genannt "Bob" spielte gerne Tischtennis. Die Familie wusste, dass es eine Akte über ihn gab, nichts aber wusste sie über das Ausmaß der Unterlagen - insgesamt 3000 Seiten - Bob's Deckname: "Pirat".

Robert Asch, ehemals Leiter des Deutsch-Amerikanischen Instituts ist in den Erinnerungen von Eric und vielen anderen eine schillernde Persönlichkeit, ein großer Tübinger - lebenslustig, offen, interessant. Doch da war eine Zeit in seinem Leben, da arbeitete Bob für die US-Armee. Was tat sein Vater dort genau, wer war er eigentlich? Dem Sohn drängt sich eine unumgängliche Frage auf: "War mein Vater ein Spion?".

Eric entwickelt das Bedürfnis das Ganze zu verarbeiten. Ein Kurzfilm schwebt ihm vor - für sich selbst. Als er seine Entdeckung mit anderen teilt, ist dies so jedoch nicht mehr machbar. Das Interesse seiner Freunde ist immens, sie raten ihm der Sache nachzugehen. Eric gewinnt auch das ZDF mit dem Kleinen Fernsehspiel für das Projekt. Sein neues Ziel: ein Dokumentarfilm.

Seine Suche führt Eric durch etliche Stasi-Archive und auf große Reisen nach Amerika, zur NSA, jedoch auch in sehr persönliche Tiefen seines Vaters; Bilder, Tagebücher, Briefe, Grenzen. Am Ende hat er Massen an Material. Aus diesem entsteht ein Film, bei dem Eric sagen kann, dass er "ehrlich" ist. Irgendwie ehrlicher findet er auch die Machart: Eric arbeitet in die Geschichte seines Vaters Comicelemente ein. Für ihn "visualisiertes Kopfkino", fernab von unauthentischen Nachstellungen.

Asch erzählte uns im Interview vom außergewöhnlichen Entstehungsprozess des Films und seinem Gefühl dabei. Mit in der Sendung einer seiner Freunde, Richard van Ess, der seinen Vater noch erleben durfte. Der Film ist nicht nur die Suche nach der Geschichte von "Bob", er gibt auch einen Einblick in die Absurditäten damaliger Spitzelarbeit ohne dabei bleischwer dramatisch zu sein.

Außerdem bemerkenswert: Die Musik! Von Tübinger Musikern um Rick Newton und den DIY Dubclub.

Am Freitag, 17.10. ist Tübinger Premiere. Um 20:15 ist Asch's Film "Deckname Pirat" dann im Kino Museum zu sehen.

Deckname Pirat auf Facebook

 

 


Audio

Download (20,13 MB)
Interview_-_Kompaktversion_-_Eric_Asch.mp3


Download (75,12 MB)
Interview_in_voller_Laenge_-_Eric_Asch.mp3





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