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Nachrichten vom 22.09.14

Schluss mit Affenversuchen

Das Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik wird vorerst keine weiteren Versuche mit Affen beantragen. Zudem werde man künftig auf den Einsatz der Führstangen bei Trainingsmaßnahmen der Affen verzichten. Dies sei Teil eines ersten Maßnahmenkatalogs zur Verbesserung der organisatorischen Strukturen am Institut. Grundsätzlich wolle man am MPI aber nicht auf tierexperimentelle Forschung verzichten. Man wolle aber die tierärztliche Betreuung der Affen verbessern, besonders nach Operationen. Der vorübergehende Verzicht auf Affenversuche ist eine Reaktion auf die öffentliche Debatte nach den TV-Bildern von verletzten Affen am MPI. Am Wissenschaftsstandort Tübingen müsse es eine offene Debatte um Tierversuche und deren Grenzen geben, so die Grünen-Politiker Lede-Abal und Kühn. Es gebe grundsätzliche ethische Bedenken aus der Gesellschaft gegenüber Tierversuchen an Primaten.

Impfstoff gegen Lungenkrebs

In Kooperation mit Boehringer Ingelheim entwickelte das Tübinger Biopharma-Unternehmen Cureva einen therapeutischen Impfstoff gegen Lungenkrebs. Dieser Impfstoff soll mit Zusammenwirkung des Botenstoffes RNA das Immunsystem gegen Krebszellen aktivieren. Dabei sprechen erste klinische Studien von Erfolge des Impfstoffes gegen Lungenkrebs sowie Prostatakrebs. Der Impfstoff soll in sechs bis sieben Jahren auf den Markt kommen. Das ist eine äußerst schnelle Medikamentenentwicklung. Im Regelfall kann es bis zu 12 Jahren dauern bis ein Medikament auf den Markt kommt. Aufgrund der weltweit ansteigenden Lungenkrebsrate würde das einen Millionen-Deal für die Pharma-Unternehmen bedeuten. In Aussicht stehen ca. 430 Millionen Euro.

Versorgungslücken

Reutlingen Ohmenhausen bleibt weiterhin ohne einen Zugang zu schnellem Internet. In der letzten Ortschaftssitzung wurde in Anwesenheit von Vertretern der Telekom und NeckarCom die Thematik angeschnitten. Die Vorwürfe an die Telekom, bei dem Netzausbau Ohmenhausen außen vor zu lassen, stritt der Vertreter ab. Die Versorgung Ohmenhausens sei Aufgabe der NeckarCom. Da diese eine inzwischen veraltete Technik zur Verfügung stellt, könne man nicht mehr Bandbreite liefern. Einen Ausbau des örtlichen Netzes lehnte der Vertreter der NeckarCom ab, es rechne sich nicht. Ein Zurücktreten vom Vertrag sei der Stadt aber nicht möglich, da die vertraglich zugesicherte Geschwindigkeit von 1 Mbit/s eingehalten wurde. So wird wahrscheinlich erst bei Auslaufen des Vertrages mit der NeckarCom das Netz ausgebaut und eine aktuelle Bandbreite zur Verfügung gestellt werden können. Der Vertrag zwischen Ohmenhausen und der NeckarCom läuft noch bis 2019. Die Bürger versuchen sich nun an alternativen Methoden, wie der drahtlosen Netztechnologie LTE.

Kreistag konstituiert

Vergangene Woche hat sich der Reutlinger Kreistag konstituiert. Mit 50 alten und 19 neuen Räten beginnt nun die neue Amtsperiode. Herausforderungen für den neuen Kreistag sind beispielsweise die steigenden Asylbewerberzahlen und deren Folgen für die Region Neckar-Alb. Außerdem wird auch die geplante Regiostadtbahn eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmen des neuen Kreistages wurden auch die verschiedenen Gremien und Ausschüsse des Kreistages neu besetzt. Dazu gehört unter anderem der Aufsichtsrat des Kreisklinikums, sowie der Verwaltungsrat der Kreissparkasse.

Stipendiaten aus Partnerstädte

Stipendiaten verschiedener Länder nehmen derzeit an einem dreiwöchigen Intensivkurs mit dem Titel „Deutsche Sprache und Kultur“ teil. Laut den Rückmeldungen der Stipendiaten aus den Partnerstädten Reading, Bouake, Duschanbe und Ellenmere Port Chloe Swope bietet der Sprachkurs an der Hochschule in Reutlingen abwechslungsreiches und effizientes Lernen. Aufgrund Exkursionen und zahlreichen Angeboten lernen die Studenten die deutsche Sprache und die Kultur näher kennen.

Schmelztiegel Europa

Ein Forscherteam unter der Leitung des Tübinger Paläogenetikers Johannes Krause und der Harvard Medical School hat neue Erkenntnisse über die Ahnen der Europäer in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlicht. Dazu verglichen die Forscher die Genome einer Bäuerin, die vor rund 7000 Jahre und eines Jägers, der vor etwa 8000 Jahren lebte, mit den Daten von etwa 2400 Menschen aus rund 200 verschiedenen modernen Populationen weltweit.Vor rund 7500 Jahren veränderte sich die Lebensweise in Europa von der der Sammler und Jäger zum Ackerbau. Die Frage, ob die neue Kultur übernommen oder von Migranten aus dem nahen Osten mitgebracht wurde, konnte nun beantwortet werden: es gab um diese Zeit eine große Wanderungsbewegung. Nordeuropäer tragen mehr Gene der Jäger und Sammler in sich, Südeuropäer haben mehr bäuerliche Ahnenanteile. Dazu kommt noch eine dritte Stammesgruppe aus dem Norden Eurasiens, deren genetische Spuren sich in allen Europäern und den Ureinwohnern Amerikas wiederfinden. Diese kamen vermutlich vor 5000 Jahren nach Mitteleuropa. Der Paläogenetikers Johannes Krause möchte nun die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Migration und der Ausbreitung der indo-europäischen Sprachen gibt, im Max-Planck-Institut für Geschichte und Naturwissenschaften in Jena klären. In naher Zukunft wird Johannes Krause die Leitung des Instituts übernehmen.

 Erfolgreiche Stadtradler

Bei der Klimaschutz-Kampagne Stadtradeln hat Tübingen von allen teilnehmenden Kommunen aus Baden-Württemberg die meisten Kilometer eingefahren. Vom 1. - 21. Juli sind mehr als 1.000 Radler fast 300.000 Kilometer gefahren und haben damit jede Menge CO2 eingespart. Unter allen Mitradlern wurden diverse Preise verlost, unter anderem ein Einkaufsgutschein über 1.800 Euro für ein E-Bike.

Coworking-Space

In Tübingen im Schleifmühlenweg ist er erste sogenannte "Coworking-Space" entstanden. Die Nestbau-AG vermietet Büroräume für Freiberufler, die hier einen eigenen Arbeitsplatz bekommen. Dies ist vor allem lohnenswert für Menschen, die von zu Hause aus arbeiten und gerne ihr eigenes Büro hätten. Verschiedene Freiberufler können hier ungestört arbeiten und haben dennoch ihren eigenen Arbeitsbereich außerhalb des eigenen Heimes. Obwohl das Projekt erst angelaufen ist, zeigt sich die Nestbau-AG sehr zufreiden. Der Coworking-Space ist beliebt, es gibt bereits die ersten Mieter. Die Büroräume können tage- oder monatsweise gemietet werden, sie verfügen über Internet und es gibt einen Scanner und Drucker. Zusätzlich kann außerdem ein Besprechungsraum gemietet werden.

Heizpumpen-Gewinnspiel

Aktuelle Heizpumpen verbrauchen bis zu 80% weniger Energie als ältere Modelle und senken dadurch die Stromkosten. Die Stadt Tübingen hat nun einen weiteren Anreiz für den Austausch alter Pumpen geliefert: Bis zum 15. November dieses Jahres kann man eine Rechnung vorlegen, die den Austausch der eigenen Heizpumpe bestätigt. Unter allen Einsendungen werden drei Preise von jeweils 333€ in bar verlost. Die Investition in eine neue Pumpe rechne sich laut Stadtverwaltung in zwei bis vier Jahren, wer dennoch die Kosten für eine Modernisierung nicht übernehmen kann oder möchte, kann auf ein Angebot der Stadtwerke zurückgreifen. Diese übernehmen bei Ein- und Zweifamilienhäusern die Kosten, im Austausch dazu zahlt der Kunde die nächsten vier Jahre je eine Rate von 82€.

Rottenburg baut

Vergangenen Dienstag berichtete Angelika Garthe, Leiterin des Stadtplanungsamts, von den geplanten Bauvorhaben in Rottenburg. So sind beim DHL Gebäude mehrere Fachmärkte, sowie eine Bäckerei und ein Imbiss geplant. Die noch freistehende Gewerbefläche wird voraussichtlich für eine weitere Flüchtlingsunterkunft verwendet werden. Ein weiteres Projekt sei das Gelände vom Bahnhof bis zum Schlachthof, welches zur Sanierungszone erklärt wurde. Dieses soll noch im Herbst zum städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben werden. Zudem sollen in der allein in der Kernstadt unter dem Stichwort "Nachverdichtung" 190 neue Wohnungen entstehen. Weitere Bauprojekte stehen in Aussicht, Planung und Umsetzung, sodass durchschnittlich 500 Bauanträge pro Jahr in der Bauverwaltung bearbeitet werden.

Hundesport-Weltmeister

Der Gomaringer Paul Hirning schaffte es mit seinen beiden Hunden Jet und Cole den Agility-Weltmeistertitel abzustauben. Vorletztes Wochenende fand in Luxemburg die Agility-Weltmeisterschaft statt. Agility ist eine Hundesportart, bei dem der Hundeführer gemeinsam mit dem Hund einen Hindernislauf beschreiten muss. Ziel ist es, diesen Hindernislauf möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad durch Laufstege und Wippen auf der Strecke erhöht. Jet, der achtjährige Shetland Sheepdog und Cole, ein vierjähriger Border Collie meisterten gemeinsam mit dem Hundeführer den Lauf. Seit 2002 trainiert Paul Hirning regemäßig, denn Agility ist ein Hundesport, bei dem sich Hund und Herrchen fit halten müssen.

Mundart-Profil

Vergangenes Wochenende fanden in Rottenburg zum zweiten Mal die „Sebastian-Blau-Tage“ statt. Der Förderverein Schwäbischer Dialekt und der Verein "schwäbische mund.art" haben ihr Mundartfest nach dem Rottenburger Lokalpatron Josef Eberle alias Sebastian Blau benannt. Der Verein "schwäbische mund.art" mit seinen 110 Kunstschaffenden bei 212 Mitgliedern sorgt beim Programm für die Künstler. Der Förderverein Schwäbischer Dialekt mit seinen 1200 Mitgliedern für die Masse und Sicherheit bei der Finanzierung. Freitag Abend erfolgte der Auftakt in der Baisinger Schlossscheuer mit dem Duo Aurezwicker. Bei der "Schwäbische Mundart-Gala" in der Rottenburger Festhalle am Samstag traten viele alte Bekannte wie Christian Holder, Dietlinde Elsässer, die Gluzger, Peter Nagel sowie die Überraschungs-Sieger des letztjährigen Band-Contests "Subber Sach" auf. Im Spitalkeller gab es ab 14:00 einen Mundartnachmittag für Kinder und Erwachsene mit Bücherflohmarkt, Vorlesestunde und schwäbischen Chansons bei freiem Eintritt. Am Sonntag luden dann die "Sieba Schwoba" zu einem bunten Mundart-Nachmittag in und um die Spitalkelter. Doch damit nicht genug: kommenden Mittwoch wird eine Ausstellung mit Bildern des amerikanischen Landschaftsmalers Frank Dudley und seines schwäbischen Antipoden Karl Schickhardt in der Zehntscheuer eröffnet und am 18. Oktober erfolgt bei einem Filmfest im Waldhorn-Kino die Verleihung des diesjährige Sebastian-Blau-Preis für schwäbisch-alemannische Filmemacher.




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