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Nachrichten vom 29.08.2014

Geregelte Sterbehilfe gefordert

Der Direktor des Tübinger Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Urban Wiesing, hat mit einer Gruppe namhafter Mediziner am Dienstag einen Gesetzesentwurf zur Sterbehilfe vorgelegt. Es geht darum, Ärzten unter bestimmten Bedingungen Sterbehilfe zu erlauben. Wiesing fordert eine kompetente, transparente und wissenschaftlich begleitete Sterbehilfe. Es sei Zeit, unterschiedliche Sichtweisen auf würdevolles Sterben zu akzeptieren. Dennoch müssten strenge Regeln gegen Missbrauch gelten. Ein Arzt dürfe Suizidbeihilfe nur nach Einhaltung strenger Sorgfaltspflichten und ausschließlich bei unheilbar Erkrankten mit begrenzter Lebenserwartung leisten. Er müsse zuvor die Freiwilligkeit des Suizidwunsches geprüft und den Patienten umfassend über andere Möglichkeiten aufgeklärt haben. Der Gesetzesvorschlag wolle Rechtssicherheit schaffen, Freiräume für ein selbstbestimmtes Sterben belassen, und zugleich den Lebensschutz stärken, also Suizide verhindern. Nach der Sommerpause wird es im Bundestag eine Debatte und eine Abstimmung über ein neues Sterbehilfegesetz geben.

Umfassende Umweltzone

Die Schonfrist für Autos mit roter und gelber Plakette läuft auch in Reutlingen aus. Nachdem Tübingen am 1. Januar 2015 flächendeckend zur Umweltzone wird, macht mit halbjähriger Verzögerung auch Reutlingen Nägel mit Köpfen. Ab Sommer 2015 sind nicht nur die Kernstadt, sondern auch die Bezirksgemeinden sowie die angrenzende Gemeinde Eningen Sperrzone für Fahrzeuge mit gelben und roten Plaketten. Grundlage ist ein Luftreinhalteplan, der seit 2005 existiert. Bei Messungen der Luftqualität hatten Reutlingen und Tübingen seither denkbar schlecht abgeschnitten. Regelmäßig wurden die zulässigen Werte für Feinstaub und Stickstoffdioxid überschritten. Das Regierungspräsidium will den Plan deshalb weiter verschärfen, um die Luft zu verbessern.

Gegen die blaue Tonne

17 Mössinger Vereine protestieren schon jetzt gegen die geplante Einführung einer Blauen Tonne zur Altpapier-Sammlung ab 2016 . Die kommunale Sammlung durch den Landkreis oder die gewerbliche durch eine Firma würde die planbaren Einnahmen der Vereine bedrohen. Im schlimmsten Fall müssten die Mitgliedsbeiträge stark steigen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, machen die Vereine mobil. „Hauptsache daneben“ lautet das Motto, mit dem sie für die Bündelsammlung werben. Das traditionelle System habe bisher sehr gut geklappt.

Erdgas-Rallye gewonnen

Paul-Janosch Ersing gewinnt die Erdgas-Auto-Rallye von Berlin nach Prag. "Schlag den Plattner" lautete das Moto der eintägigen Tour, die am 12. August von Berlin nach Prag führte. Ein Journalist aus Tübingen entthronte den Altmeister des Spritsparens: Paul-Janosch Ersing gewann den Wettbewerb, bei dem die Fahrer rund 370 Kilometer zwischen Berlin und Prag so sparsam und umweltschonend wie möglich zurücklegen mussten. Die Frage, ob er auch privat ein Erdgas-Auto fahre, verneint der Sieger Schwabe. "Ein Erdgas-Auto ist sehr umweltschonend, es verursacht ungefähr 20 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid als ein Benziner oder Diesel", weiß er zu berichten. Der Preis für den Sieger: ein klein Wagen. "Das war auf jeden Fall eine große Überraschung", sagt Paul-Janosch Ersing. Paul-Janosch Ersing bietet seinen Gewinn einer sozialen Einrichtung in Tübingen oder der nahen Umgebung an.

Mehr Windkraft

Die Stadtwerke Tübingen haben jetzt eine weitere Windkraftanlage in Rheinland-Pfalz in Betrieb genommen. Die vier Anlagen im Hunsrück können fast 6.000 Tübinger Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Bei dem Projekt gehen Klimaschutz und Naturschutz Hand in Hand. Zum Schutz des Rotmilans gibt es eine Informationskette zwischen Landwirten und Anlagenbetreibern. Immer wenn Ackerflächen in Bearbeitung sind, werden die Anlagen abgeschaltet, weil beim Umgraben oder bei der Ernte etwa Mäuse die Rotmilane anlocken.

Folklang-Projekt

"Musik ist Bildung für alle": Das ist ein Grundsatz des neuen Projekts Folklang der tübinger Volkshochschule. Mitspielen, mitsingen, mitmachen - dieser Dreiklang zeigt, worauf es Folklang ankommt: Menschen zusammenzubringen, bei wöchentlichen Treffen Melodien und Lieder aus aller Welt einzustudieren und gemeinsam aufzuführen. Das Besondere an diesem Projekt: Die Teilnehmer/innen lernen nach Gehör und ohne Noten. Und: Jede/r kann lernen und lehren. Weil das städtische Kulturamt Folklang fördert, ist die Teilnahme kostenlos. Gemäß dem Bildungsauftrag der Volkshochschule soll das Projekt auch eine Begegnungsmöglichkeit für Menschen verschiedener (Musik-)Kulturen und gesellschaftlicher Gruppen sein - unabhängig vom Alter, der Vorbildung und der persönlichen Lebenslage der Teilnehmer. Gastmusiker/innen aus aller Welt, auch das gehört zum Konzept, halten Workshops ab. Der nächste ist am Dienstag, 16. September, mit dem Pianisten und Akkordeonisten Kieren Alexander aus Prag. Er beginnt um 19 Uhr im Jamclub. Der Jamclub ist ebenso wie die Tübinger Musikschule Kooperationspartner des Folklang-Projekts.

Kommödle-Nutzung

Frisch renoviert, schon wieder komplett vermietet: Das Kommödle, der flache Laden-Bau auf dem Grundstück des "Museum" an der Wilhelmstraße, wird ab September zum Teil neu belegt. Auch ein Einzelhändler ist dabei. Noch stehen Farbeimer und anderes Malergerät in den vier freien Ladenräumen des Kommödle. Nach der Außenrenovierung ist nun der Innenanstrich dran, bevor die neuen Mieter einziehen. Im September, spätestens Oktober, sagt Prof. Wolfgang Rosenstiel, der Vorsitzende der Museumsgesellschaft, werde alles wieder belegt sein. Die Mietverträge sind schon fertig, sie laufen über fünf Jahre. Nachdem das "Parkaden"-Projekt mit Konzertsaal des Stifters Karl Schlecht an dieser Stelle im Frühjahr gescheitert war, stand für die Museumsgesellschaft schnell fest, dass sie das Ladengebäude wieder vermieten wird. Dem "Parkaden"-Bau hätte es weichen müssen, weshalb sich die Gesellschaft vorsorglich bereits von ein paar Mietern getrennt hatte.

Das Martinianum

 In der Reihe „Kennen Sie Tübingen?“ ging es am Montag um die Geschichte der Stipendienstiftung Matinianum. Seit 1509 existiert die Stiftung, 1518 konnten die ersten Studenten aus weniger begüterten Familien in das heutige Collegium einziehen. 1683 war der Umzug in die Münzgasse 13, der Neue Bau bot deutlich mehr Platz. Dort wohnte auch der schwäbische Romantiker Justinus Kerner. Ab 1923 übernahm die Studentenhilfe das Wohnheim. Die Nazis machten daraus das Polizeirevier und sogar die Gestapo trieb in der Münzgasse 13 ihr Unwesen. Nach dem Krieg blieb die Polizei bis 1976, danach führten die Hausbesetzer das Wohnheim wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zu. Bis heute wohnen dort Studenten und Nicht-Studenten selbstverwaltet zusammen. In der Eingangshalle steht immer noch das Grabmal des Stiftungsgründers Martin Plantsch.




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