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Nachrichten vom 08.08.2014

Biomasse aus Landschaftspflege

Die Rottenburger Hochschule für Forstwirtschaft untersucht in einem neuen Forschungsprojekt das Potenzial von Biomasse aus der Landschaftspflege. Die energetischen und stofflichen Nutzungsmöglichkeiten des Materials stehen auf dem Prüfstand. Das Projekt soll ermitteln, wie viel solcher Reststoffe in allen Landkreisen von Baden-Württemberg tatsächlich anfallen. Auch die Art der Erfassung der Mengen und die aktuelle Nutzung ist Teil der Untersuchung. Dazu kommt die Prüfung der wirtschaftlichen Nutzung, ob es überhaupt sinnvoll ist, bestimmte Biomasse-Potenziale auszuschöpfen. Außerdem seien bestimmte Landschaftselemente wie Hecken wichtige Lebensräume. Für solche Schutzzonen müsse es Bewirtschaftungs- und Pflegebeschränkungen geben. Das Projekt soll drei Jahre laufen, knapp eine halbe Million Euro gibt es dafür vom Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Nachhaltiges Kompetenzzentrum

Die Uni Tübingen baut gerade ein neues Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung auf. Damit möchte sie das Thema Nachhaltigkeit stärker in Forschung und Lehre verankern. Ein Tübinger Lehrplan für „Nachhaltige Entwicklung“ soll entstehen. Das Kompetenzzentrum soll außerdem die Nachhaltigkeitskriterien im Uni-Management überprüfen und das Potenzial von Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit analysieren. Seit Juli gibt es dafür eine Projektkoordinatorin vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften. Der neue „Innovationsfonds Nachhaltige Entwicklung“ unterstützt Einzelprojekte mit 50.000 Euro pro Jahr. Zu den ersten erfolgreichen Bewerbern zählen eine Nachhaltigkeitswoche für Studienanfänger, ein studentisches Filmprojekt über die Entwicklung wiederverwertbarer Produkte oder das Gartenprojekt „Klimagarten“ über „Urbane Landwirtschaft und Suffizienz in der Stadt“. Seit 2011 gibt es einen Nachhaltigkeitspreis für studentische Abschlussarbeiten, einen Beirat für Nachhaltige Entwicklung und die Uni erhielt eine Öko-Zertifizierung.

Fördermittel aus Sozialfond

Der Landkreis Tübingen kann jährlich 240000 Euro Fördermittel des Europäischen Sozialfonds ESF für Beschäftigungsprojekte vergeben. Für das kommende Jahr können die Träger noch bis zum 30. September Anträge stellen. Im Jahr 2015 gibt es zwei Förderschwerpunkte. Der eine sind Projekte zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Teilhabechancen von Menschen, die besonders von Armut und Ausgrenzung bedroht sind. Dabei ist an ältere Arbeitslose, Arbeitslose mit Migrationshintergrund und Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung gedacht. Der zweite Förderschwerpunkt des Programms ist im nächsten Jahr die "Vermeidung von Schulabbruch und Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit". Die Projekte sollen Schulabbrecher, Schulverweigerer und von Schulabbruch Bedrohte erreichen.

 Trinkbrunnen

Kurz vor den Sommerferien nahm die Gewerbliche Schule in Tübingen einen neuen Trinkbrunnen in Betrieb. Die Schülermitverwaltung hatte vor drei Jahren die Idee, der Förderverein sicherte die Finanzierung und die Werkstattlehrer kümmerten sich um Planung und Umsetzung. Jetzt gibt es eine hygienisch einwandfreien Anschluss für den Trinkwasserspender an der Gewerblichen Schule.

Schul-Mensa

Die neue Mensa für die Schule in Hirrlingen wird zwischen Bürgerhaus und Schulhof gebaut. Das Fußbodenniveau wird auf das des Bürgerhauses abgesenkt. Eine dem Bürgerhaus zugewandte Fensterfront ahmt den Bogen der jetzigen Sitzstufen nach. Von ihnen bleibt nur die unterste als steinernes Sitzband erhalten. Der Entwurf des Rottenburger Architekturbüros Schillinger konnte sich gegen die Pläne zweier weiterer Architekturbüros durchsetzen, die für den Mensaneubau allerdings den erst voriges Jahr mit Spenden und Eigenleistung renovierten Schulpavillon abgerissen hätten. Vor allem jedoch habe die Gebäudearchitektur des Siegerentwurfs überzeugt, sagte Gemeinderat Uwe Steinhardt. Die Bruttobaukosten für das neue Gebäude betragen rund 915000 Euro. Das ist trotz Vergrößerungen weniger als die anderen Architekten veranschlagt hatten. Baubeginn ist frühestens im Frühjahr 2015.

Internationale Sommerkurse

Ob es nun am Elite-Status der Tübinger Uni liegt, am günstig ausfallenden Preisvergleich auf internationaler Ebene oder an der Mundpropaganda ehemaliger Teilnehmer: für die diesjährigen Sommerkurse gab es mehr BewerberInnen als Plätze. 188 Teilnehmer aus 39 Ländern nehmen auch diesen Sommer wieder an Sprach- und Theaterkursen, an Filmseminaren und Exkursionen teil. 1 500 bis 2 000 € muss man dabei schon für Verpflegung und Unterkunft aufbringen, das Alter spielt keine Rolle. Stipendien werden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst oder von Städten wie Tübingen, Metzingen und Bad Urach an die BürgerInnen ihrer Partnerstädte vergeben. 30 BesucherInnen kommen diesmal aus Japan, 16 aus Russland und jeweils 14 aus Spanien und Italien, weitere sogar aus Indien, Kirgistan, Aserbeidschan und der Mongolei. Usbekistan musste erst auf diplomatischer Ebene überzeugt werden, eine Teilnehmerin ausreisen zu lassen.

Kampf gegen Epidemie

Für das Difäm, das Deutsche Institut für Ärztliche Mission in Tübingen, gibt es derzeit eine vordringliche Aufgabe: die Ebola-Epidemie in Westafrika. Zwar liegt das Partner-Krankenhaus des Tropeninstituts in Lambarene im Staat Gabun bislang abseits des Epidemie-Gebiets, doch in Sierra Leone gibt es bisher über 800 Todesopfer. Ebola ist hochansteckend und in 50 bis 80 Prozent aller Fälle tödlich. Für die dortigen Krankenhäuser werden Ganzkörper-Schutzanzüge, Gummihandschuhe und Desinfektionsmittel benötigt. Letzteres ist bereits im ganzen Land ausverkauft. Das Difäm berät auch zu den notwendigen Maßnahmen: dazu gehören Aufnahmeregelungen, um einen Ebola-Verdacht schnell heraus zu filtern und die Einrichtung von Isolierstationen. Ebenso werden die Pfarrer der betroffenen Gemeinden informiert. Da die Krankheit über Körperflüssigkeiten schon bei Hautkontakt übertragen wird, dürfen die Angehörigen den Sterbenden und Toten nicht mehr die gewohnte Behandlung zuteil werden lassen. Die maximale Frist für die Inkubationszeit der Viren beträgt 21 Tage. Für Patienten mit Fieber oder anderen Symptomen, die in dieser Zeit aus einem Ebola-Risiko-Gebiet eingereist sind, ist das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart zuständig, bislang liegt aber kein derartiger Fall vor. Das Difäm hat ein Spendenkonto für die Hilfslieferungen in die Ebola-Gebiete bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Stuttgart unter dem Stichwort „Ebola“ eingerichtet.

Uni unter Nazis

In der Reihe thematischer Stadtführungen ging es am Montag bei „Kennen Sie Tübingen“ um die Rolle der Universität im Nationalsozialismus. Schon im März 1933 hissten zwei spätere SS-Einsatzgruppenführer die Hakenkreuzflagge auf dem Dach der Neuen Aula. Antisemitismus galt vielen als Sache ernster wissenschaftlicher Erkenntnis. Die Theoretiker der Universität entwickelten durch ihre Ideologie einen zerstörerischen Praxisbezug der Wissenschaft im Nationalsozialismus. Um den Volkskörper gesund zu halten, mussten als erbkrank eingestufte Menschen in Tübinger Kliniken zwangssterilisiert werden. Es gab Forschungen über angebliche kriminelle Vererbung in der Unterschicht und die Rassekundler untersuchten die Bevölkerung nach Rassekriterien. Führende Uni-Theologen waren an der ideologischen Rechtfertigung der Endlösung der Judenfrage beteiligt.

225 Jahr Friedrich List 

Vor 225 Jahren wurde Friedrich List geboren. Mit einem ganzen Veranstaltungsreigen ehrt ihn die Stadt Reutlingen. Das kleine Listjahr begannt mit einer Ausstellungseröffnung im Geburtshaus von Friedrich List - seit 1990 Sitz der Buchhandlung Osiander. Weiter geht es mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Tagung in der Hochschule Reutlingen, unter anderem ist ein Festakt sowie ein Konzert der Württembergischen Philharmonie geplant. Vor kurzem stellten das städtische Kulturamt und die anderen Organisatoren in der Zunftstube des Heimatmuseums das Programm des "kleinen Listjahrs" vor. Also dort, wo, wie Kulturamtsleiter Werner Ströbele betonte, einst schon Lists Vater als Zunftmitglied ein und aus ging.




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