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Nachrichten vom 23.12.2013

Neue Säle

Nachdem lange Zeit nichts von den neuen Veranstaltungssälen in Tübingen zu vernehmen war, gibt es jetzt bei beiden Projekten Bewegungen: Der Kultursaal hinter dem Museum hat eine wohlwollende Besprechung im Gemeinderat hinter sich. Es wurden von keiner Fraktion grundsätzliche Bedenken geäußert. Der nächste Schritt soll eine Bürgerversammlung zum Thema sein. Vieles ist noch offen, auch die Gestaltung. Hier soll es einen Architektenwettbewerb geben. Doch zunächst will man die Anwohner und alle anderen interessierten Tübinger anhören. Auch Alternativen zur aktuellen Planung sind laut Stadtverwaltung noch nicht vom Tisch. Parallel ist der Konflikt zwischen Sudhaus und Gartenstadt-Initiative wieder in ruhigere Bahnen gekommen. Zur Zeit diskutieren die Parteien verschiedene Möglichkeiten und eine Einigung zeichnet sich ab. Diese schließt aber auch eine deutliche Beschränkung der jährlichen Party- und Open-Air-Termine ein. Das wird Einbußen in den Einnahmen nach sich ziehen. Ob die Stadt das als Problem sieht und sich vielleicht weiterhin zurückhaltend gibt, ist unklar. Wenn jedoch alles im Sinne von Sudhaus-Chef Adalbert Sedlmayr weiter läuft, dann könnte schon im Frühjahr die Baugrube ausgehoben werden.

Gründungsversammlung

Der Traum vom neuen Reutlinger Programmkino „Kamino“ nimmt weiter Gestalt an. Die Gründungsversammlung zählte über 200 Besucher. 6 Wochen nach der ersten Informationsveranstaltung gibt es bereits ein Startkapital von 80 000 Euro, denn über 320 Mitglieder zeichneten mehr als 400 Anteile à 200 Euro. Der Vorstand des neuen Vereins besteht aus den drei Initiatoren Karin Zäh, Klaus Kupke und Andreas Kissel. Sie werden den Eintrag ins Genossenschaftsregister veranlassen und einen Antrag bei der Filmförderungsanstalt in Berlin einreichen. Man hofft auf eine Förderung des Bauvorhabens, für das im März die nächste Informationsveranstaltung auf dem Wendler-Areal geplant ist. Für die barrierefreie Ausstattung des Kinos geht ein Förderantrag an die Aktion Mensch. Die Bereiche Bau, Programm, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen werden im Frühjahr von Arbeitsgruppen übernommen.

Schlüsselgrundstücke

In der vergangenen Woche hat die Stadt Tübingen sich zwei Schlüsselgrundstücke für den Westadt-Ausbau gesichert: Das Gelände des ehemaligen Zentrum Zoo und das angrenzende Speditionsbetriebsgelände. Beide Grundstücke haben zusammen etwas über 100 Ar und gingen für gut 1,5 Millionen Euro an die Stadt. Die Spedition kann, gegen einen deutlich verringerten Kaufpreis, das Gelände allerdings noch weitere acht Jahre nutzen. In der Zwischenzeit sollen die Tübinger Stadtplaner ein schlüssiges Konzept für das Gebiet zwischen Zanker-Hallen und Westbahnhof erarbeiten: Angedacht ist ein "ausgewogener Nutzungsmix" mit einem Wohnanteil von "mindestens 50 Prozent".

Inklusionsprojekt

Die St. Gallus-Hilfe für behinderte Menschen und die Gemeinde Dußlingen haben jetzt ein Inklusionsprojekt gestartet. Sie möchten eine Netztwerk mit verschiedenen Kooperationspartnern aufbauen und damit Inklusion in Dußlingen und der Region voranbringen. In der Vorlaufphase geht es um die Bedürfnisse von Menschen mit und ohne Behinderung im Ort. Per Fragebögen und mit Hilfe einer Ideenwerkstatt könnte man Ideen für Begegnungen sammeln. Wichtig seien niederschwellige Angebote und eine breite Bürgerbeteiligung. Insgesamt geht es darum, Menschen im Umgang mit Behinderten zu sensibilisieren.

Hangsicherung

In Mössingen sollen Ende Januar die Sicherungsmaßnahmen am Dachslochberg beginnen. Anfang Juni kam es dort zu größeren Hangrutschungen. Die Bewohner der Landhaussiedlung mussten ihre Häuser verlassen. An den oberen Häusern entstanden deutliche Risse. In den letzten Monaten wurde die Hangstabilisierung geplant. Nun ist sie fast abgeschlossen. Am Montag der vergangenen Woche informierten die zuständigen Ingenieure in der Sitzung des Mössinger Gemeinderats über die notwendigen Maßnahmen. Ursache für die Rutschungen war der Aufstau von Wasser im Erdreich. Dieses stammte von tagelang andauerndem Starkregen. „Das Hauptziel ist, das Wasser aus der Rutschmasse herauszubringen.“, erklärte Klaus Kleinert vom geotechnischen Büro Vees aus Leinfelden-Echterdingen. Man möchte nun mithilfe mehrerer Bohrlöcher Sickergalerien einrichten, welche das Regenwasser auffangen. Von dort aus soll es dann abgeführt werden. Die Sicherungsarbeiten werden circa zwei Monate dauern. Bevor die ansässigen Bewohner jedoch wieder zu ihren Häusern zurück dürfen, muss die Wirksamkeit der Maßnahmen noch untersucht werden. Der Hang wird zudem weitere ein bis zwei Jahre unter Beobachtung stehen.

Soziokulturförderung

Die Baden-württembergische Landesregierung hat im Nachtragshaushalt für 2014 eine halbe Million Euro mehr für Soziokulturelle Zentren vorgesehen. Damit soll die 2:1-Förderung gesichert werden. Für jeden Betrag von städtischer Seite schießt das Land die Hälfte dazu. Im Regierungsbezirk Tübingen gibt es insgesamt 13 förderungswürdige soziokulturelle Einrichtungen und Kulturinitiativen.

Umweltpreis mit Nachfrage

Die Umwelt-AG des Wildermuth-Gymnasiums hatte vor einiger Zeit für ihre Klimaschutz-Aktivitäten den Allianz-Umweltpreis erhalten. Der Allianz-Konzern macht laut der Hilfsorganisation Oxfam mit Nahrungsmittel-Spekulationen durch Preisschwankungen von Agrarrohstoffen ein Millionengeschäft. Die Umwelt-AG wollte den Preis nur unter der Bedingung annehmen, dass ein Allianz-Vertreter öffentlich mit ihnen diskutiere. Gegensätzliche Positionen prallten aufeinander. Die Allianz behauptet, Finanzinvestoren im Agrarsektor seien gut für diesen Markt, würden das Preisrisiko absichern und insgesamt höhere Lebensmittelpreise verhindern. Die Gegner kritisieren die Spekulation mit dem Hunger der Menschen. Diese Anlageformen würden Menschenrechte verletzen und die Investoren wollten mit den realen Waren nichts zu tun haben. Sie hoffen nur auf höhere Gewinne durch Güterknappheit.

Pflegebetrieb schließt

Verstöße gegen das Heimgesetz warf das Landratsamt dem Pflegeheim Schloss Roseck vor, im März 2012 wollte es den Pflegebetrieb schließen lassen. Doch das Verwaltungsgerichtshof in Mannheim entschied für die Betreiber. Um so überraschender kommt nun ein Schreiben der Heimleitung an die Bewohner sowie an die zuständige Heimaufsicht des Tübinger Landratsamts: der Pflegebetrieb soll zum 31. Januar 2014 eingestellt werden. Dezernent Karlheinz Neuscheler erklärte, man werde gemeinsam mit der Betreiberin für eine neue Unterbringung der zirka 20 Bewohner sorgen. Schloss Roseck stand dieses Jahr im Internet zum Verkauf. 2007 hatte Marcus Eggenweiler es im Zwangsversteigerungsverfahren gegen seinen Vater Oskar Eggenweiler erworben.

Simulations-Simon

Das DocLab Tübingen, welches für die praxis- und berufsnahe Ausbildung der Medizinstudierenden zuständig ist, verfügt seit neustem über einen Simulations-Notarztwagen namens „Simon“. Der nachgeahmte Rettungswagen ist ein zehn Quadratmeter großer Simulations-Raum mit hochmoderner Technik. Mithilfe einer neuen Puppe lassen sich realitätsnahe Stresssituationen erzeugen; so kann man unter anderem Herzfrequenz und Blutdruck extern regulieren. „Worauf es bei der Notfallversorgung ankommt“ – das sollen die angehenden MedizinerInnen mithilfe von Simon lernen, erklärt Prof. Jörg Reutershan, Lehrbeauftragter der Notfallmedizin. Die Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 80.000 Euro. Auf Dauer soll Simon auch zur Weiterbildung von Notärzten, Pflege- und Rettungsdienstpersonal genutzt werden.

Geschichtsschreibung in Serien

Amerikanische Fernsehserien beschäftigen sich immer häufiger kritisch mit der Geschichte Amerikas. Die Tübinger Medienwissenschaftlerin Prof. Susanne Marschall widmete sich diesem Thema. Anfang vergangener Woche hielt sie im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) einen Vortrag dazu. Sie analysierte beispielsweise die Fernsehserie „Lost“ und entdeckte darin Parallelen zu einschlägigen Ereignissen wie dem 11. September und darauf folgenden gesellschaftlichen Entwicklungen. Auch Tabubrüche sieht man immer zahlreicher. „Es werden dem Zuschauer keine Musterfamilien mehr als sekundäre soziale Ebene angeboten.“, so Susanne Marschall. Dort wo vor 30 Jahren noch die Familie als letzter Zufluchtsort gezeigt wurde, treffe man heute auf zerrüttete Strukturen und soziale Bindungen jenseits des klassischen Familienbilds. Es gibt außerdem klassische Historienserien, wie beispielsweise „Mad Men“. In diesen beschäftigt man sich mit Hierarchien, Geschlechterrollen und der Fortschrittsgläubigkeit dieser Zeit. Diese Inhalte ziehen Publikum an, denn das Fernsehen erlebt seit 20 Jahren eine Aufwertung; vor allem Serien sind beliebt. Der Vortrag war Teil der Vortragsreihe „US-Serien“ am DAI.

 



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