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Nachrichten vom 16.12.2013

Tübinger Talente,

so heißt ein Buchprojekt mit Geschichten aus dem Leben von 34 Tübinger Migranten. Sie erzählen von Heimat und kultureller Vielfalt, von Migrationserfahrungen und dem beruflichen Werdegang. Menschen aus 27 Herkunftsländern, aus allen Altersklassen und mit Berufen wie Busfahrer, Neurowissenschaftler oder Lehrer stellen sich vor. Doch eines haben die Tübinger Talente gemeinsam: ehrenamtliches Engagement beim interkulturellen Netzwerk Elternbildung Tübingen INET. Durch Besuche an Schulen möchten sie Erziehungskompetenz und Integration von Migranten stärken. Neben Gesprächs- und Fragerunden sind verschiedene Workshops mit den Talenten möglich. Von diesem interkulturellen Dialog würden nicht nur Migrantenkinder profitieren, so einer der Teilnehmer. DEN Migranten gebe es nicht, sondern viele unterschiedliche Migranten. Mit dem Projekt werde Integration erfahrbar. Das Potenzial der Tübinger Talente liege in der Mehrsprachigkeit, dem interkulturellen Wissen und der Erfahrungsvielfalt. Herausgegeben hat das Buch die Stadt Tübingen. Es ist bei der Stadt und im Buchhandel erhältlich.

Festung Europa im Bild

Vergangenen Dienstag eröffnete in der Tübinger Volkshochschule die Ausstellung „Unüberwindbare Festung Europa“. Flüchtlinge erzählen dort in selbstgemalten Bildern und eigenen Texten von ihren persönlichen Schicksalen, von Diskriminierung, Verfolgung und Flucht. Thematisiert werden aber auch die Methoden der europäischen Grenzschutzagentur „Frontex“. Entstanden ist die Ausstellung durch den Verein „Asylzentrum Tübingen“ in Kooperation mit Amnesty International Hechingen und der Tübinger Volkshochschule. Der 10. Dezember ist der internationale Tag der Menschenrechte und wurde bewusst als Datum der Eröffnung ausgewählt. Sozialpädagogin Angelika Zascha vom Asylzentrum wünscht sich aber vor allem auch „Besucher, die nicht nur am Tag der Menschenrechte Interesse für Flüchtlingsschicksale zeigen.“. Amnesty International klärt auf Infotafeln über Asylpolitik, Fluchtgründe und Gefahren der Fluchtwege nach Europa auf. Bis Ende Januar kann die Ausstellung noch besucht werden.

Neue Unterkunft

Der Landkreis Tübingen benötigt mehr Möglichkeiten Flüchtlinge unterzubringen. Dem Landratsamt nach besteht der Plan hierfür Wohncontainer in der Nähe der Behörde auf den Mühlbachäckern aufzustellen. Etwa 60 Flüchtlinge könnten dort eine Unterkunft finden. Derzeit sei man im Gespräch mit Stadt und Land, welchen die Fläche hinter dem Landratsamt gehört. Ende November waren 371 Flüchtlinge in 16 Unterkünften des Landkreises untergebracht. Jeden Monat werden dem Kreis Tübingen neue Flüchtlinge zugewiesen. Die Kreisbehörde geht davon aus, dass mindestens hundert zusätzliche Wohnplätze benötigt werden. Eva Arnold-Schaller vom Arbeitskreis Asyl der Stiftskirche favorisiert aus ihren Erfahrungen heraus zwar kleinere Unterkünfte für Asylsuchende, jedoch bewertet sie die Container im Moment als „kleineres Übel“. Vergangenen Mittwoch wurde im Kreistag vor allem Kritik an der niedrigen Kostenpauschale der Landesregierung geübt, die für Pflichtaufgaben vergeben wird.

Schulentwicklung

Inklusion, die Kosten für Schulessen, Gebühren für die Schulkindbetreuung und die Zukunft der Walter-Erbe-Realschule beschäftigten den Gesamtelternbeirat am Mittwochabend in der Mensa Uhlandstraße. Über die Zukunft der Walter-Erbe-Realschule wolle sich die Stadtverwaltung "gemeinsam mit Schule und Eltern Gedanken machen", so Bürgermeister Lucke. Er geht davon aus, dass die Schule "einzügig oder zweizügig weitergeführt wird", denn der Schulraum werde dringend gebraucht. Die vier beruflichen Schulen im Landkreis können ihre Schulsozialarbeit jeweils um eine Zehntelstelle aufstocken, sagte Lucke mit Bezug auf einen aktuellen Kreistagsbeschluss. "Wir sind sehr dankbar, dass es Schulsozialarbeit nun auch an Gymnasien gibt", ergänzte die geschäftsführende Schulleiterin der Gymnasien, Ute Leube-Dürr. Aber: "Zirka 2700 Schüler/innen in der Uhlandstraße haben jetzt 1,5 Stellen für Sozialarbeit." Von einer Elternbeirätin zur Inklusion von Schülern mit Behinderungen befragt, sagte Leube-Dürr: "Wir haben eine ,kleine Inklusion', beispielsweise von Kindern, die Asperger haben. Kinder, die Sonderschulstunden mitbringen, haben wir an den Gymnasien nicht."

Schwarzbuch Waffenhandel,

so heißt das aktuelle Buch des Freiburger Rüstungskritikers Jürgen Grässlin. Wie Deutschland am Krieg verdient, war der Titel seines Vortrags in Tübingen. Der Spielraum für Rüstungsexporte liege in der Doppelkonstruktion von Außenwirtschaftsgesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz. Unternehmen wie Daimler hätten militärische Ableger und seien DER Hersteller für Militärfahrzeuge schlechthin. Die großen fünf der deutschen Rüstungsindustrie seien Rheinmetall, Thyssen-Krupp, Krauss-Maffei-Wegmann, Diehl und EADS. EADS sei der einzige Konzern in Europa, der Atomwaffenträgersysteme herstelle. Neue Geschäftsfelder seien die Entwicklung von Kampfdrohnen oder das Angebot von sogenannten Grenzsicherungsanlagen. Aktuell kämpft Grässlin gegen den geplanten Export von Kampfpanzern mit Räumschild nach Saudi-Arabien.

Neue Tarife

Nach Strom und Gas haben die Tübinger Stadtwerke jetzt beschlossen, auch die Preise für Trinkwasser, für Parkhäuser und für die städtischen Schwimmbäder zu erhöhen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke sprach von einer moderaten Erhöhung aufgrund der allgemeinen Kostenentwicklung. Dauerparken in Parkhäusern wird teurer, weil die Kosten für die Beseitigung verschleißbedingter Schäden stiegen. Beim Trinkwasser schließlich seien die wachsenden Kosten bei sinkender Verkaufsmenge nicht mehr aufzufangen gewesen.

Touristenpfade

Ein neues Leitsystem soll Touristen in Tübingen eine bessere Orientierung verschaffen. Auch der Geschichtspfad zum Nationalsozialismus wird darin integriert werden. Um einen Schilderwald zu verhindern, werden dazu schlichte dunkle Tafeln angebracht werden, die durch schmale Farbstreifen am Rand gekennzeichnet sind. Dadurch lassen sich verschiedene Themen kombinieren. Der Entwurf stammt von dem Ulmer Grafikbüro Braun Engels, das seine Entwürfe nun ausarbeiten kann.Die Schilder sollen so angebracht werden, dass sie auch von einem Rollstuhl aus gut lesbar sind. Nur die Standorte müssen noch entschieden werden.

Vergangenheit trifft Zukunft

Vergangene Woche gab es in der Stadtbücherei Reutlingen eine Buchpremiere der besonderen Art: die drei Autoren Dr. Wilhelm Borth, Dr. Bernd Breyvogel und Wolfgang Jung stellten ihr Buch über die Geschichte der Stadt Reutlingen vor: „Reutlingen - Vergangenheit trifft Zukunft. Von der Reichsstadtherrlichkeit zur selbstbewussten Großstadt.“ Es gliedert sich in 5 Kapitel mit Epochendarstellungen. Dazu kommen Dokumente, Tabellen und Übersichten sowie Biographien und Einzelthemen. Das Leitthema sind dabei die demokratischen Traditionen und Entwicklungen des vergangenen Jahrtausends. Das Buch umfasst 270 Seiten mit vielen, teils unbekannten Abbildungen und ist bei dem Reutlinger Verlag Oertel + Spörer erschienen.

Schwimmende Insel

Das Reutlinger Amt für Tiefbau Grünflächen und Umwelt startete ein Pilotprojekt am großen See im Reutlinger Sportpark. Um dem dort nistenden Schwanenpaar eine sichere Brutstätte zu bieten, befindet sich auf der Mitte des Sees nun eine kleine Insel. Wenn das Schwanenpaar den Brutplatz annimmt, sollen im nächsten Jahr noch weitere folgen. Ziel ist es, die Vögel vor Passanten, Randalierern und anderen Tieren zu schützen. Auslöser für das Projekt waren zahlreiche Bürger, die sich über Nesträuber bei den Schwänen beklagt und eine sichere Bruststätte gefordert hatten.

Reutlinger Nachtruhe

Die Bürgerinitiative "Nachtruhe Reutlingen" befragte vom 5. bis 28. November 380 Bewohner der Altstadt zum Thema Nachtruhe. Über die Hälfte der Befragten schätzte die Situation als verbesserungswürdig oder mangelhaft ein. Die Initiative will sich stark machen gegen die ausufernde Partykultur in Reutlingen. Die Hauptstörfaktoren sind Müll, Falschparker und Lärm. Ute Beckmann, Initiatorin der Umfrage, fordert einen Bezirksgemeinderat für die Innenstadt und angepasstere Einsätze der Polizei. Diese sei nämlich zu den wirklich wichtigen Zeiten spät nachts um am Wochenende kaum im Einsatz.

Computermodell fürs Auge

Optogenetische Behandlungen sind die einzigen, die fortschreitende Erblindung wirksam aufhalten können, das ist seit Jahren bekannt. Dass sie jedoch auch bestehende Erblindungen heilen können, wurde erst vor kurzem in Versuchen an Mäusen bewiesen. Die sogenannten "Kanal-Rhodopsine" mit denen Zellen fotorezeptiv, also "auf Licht reagierend" gemacht werden können, sind aber heute noch sehr schwach. Eine Verbesserung der Sehfähigkeit gibt es nur bei hellstem Sonnenlicht. Um mit verlässlicheren Ergebnissen – und weniger Tierversuchen – nun diese Kanal-Rhodopsine verbessern zu können, haben Tübinger Forscher ein Computermodell des menschlichen Auges entwickelt. Es ermöglicht die Bewertung der Behandlungsvarianten dahingehend, wie gut sie die Wiederherstellung der Sehfähigkeit unterstützen. In der Vergangenheit wurde die Wirksamkeit der Rhodopsine schon schrittweise um das Hundertfache gesteigert. Mit dem neuen Modell erhoffen sich die Forscher sprunghafte Verbesserungen.

 



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