Login

 Infos und Regionales


Lokalmagazin


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 17.12.2012

Protest

Bereits zu Beginn des Jahres 2012 hatte die Universitätsleitung von Tübingen die Absicht, das Weihnachtsgeld der Hilfskräfte zu streichen, via Rundschreiben und Onlineweg öffentlich gemacht. Scheinbar erfuhren die meisten Hilfskräfte erst kürzlich davon. Sie hatten mit mehreren hundert Euro im Geldbeutel gerechnet und wollen diese Maßnahme nicht einfach hinnehmen. Mehr als tausend Protestunterschriften wurden gesammelt. Dennoch sind Rektor Helmut Engler und Kanzler Andreas Rothfuß nicht bereit, das Weihnachtsgeld auszuzahlen. Nun fordern die Hiwis einen Tarifvertrag.

Mit Armkraft und Leidenschaft

Zu seinem neusten Filmprojekt kam das  Nehrener Optiker-Ehepaar Mosbacher durch einen Kunden: dessen Brille sollte möglichst fest sitzen. Letzten Donnerstag wurde die einstündige Dokumentation "Durchbeißen bis ins Ziel - mit Armkraft und Leidenschaft" im Tübinger Sudhaus gezeigt. Heino Schmull, der zweimalige deutsche Handbike-Meister, war der Kunde, dessen Brille zum Rennen fest sitzen mußte. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen jedoch nicht die Sieger, sondern die  ganz gewöhnlichen Menschen, die diesen Sport ausüben, Menschen wie Kerstin Abele, die seit einem Unfall mit Anfang 20 vom 8 Brustwirbel abwärts querschnittsgelähmt ist. Ihr habe der Sport das Leben gerettet, sagt sie. Das Ehepaar Mosbacher erhält für seinen integrativen Film keine Förderung, für sie ist das Filmen die Leidenschaft ihrer Freizeit. Stattdessen wurden sie schon mal von  fünf Sicherheitsleuten von einem Rennen abgeführt, weil sie keine Akkreditierung hatten.

Politischer Streit um Tübingens Mohrenköpfle

Das bewegte Tübingen hat einen neuen Stein des Anstoßes, an dem die Wellen hochschlagen. Der Stein besteht aus Eischaum mit einem Schokoladenüberguss und wurde von einem Konditor auf der Tübinger Schokolart fatalerweise unter seinem althergebrachten Namen verkauft. Das „Mohrenköpfle“  beschäftigt inzwischen nicht nur die Tübinger Köpfe sondern auch den Oberbürgermeister und die Polizei. Letztere ermittelt gegen einen rechtsradikalen Briefschreiber. Der Tübinger OB befand: „Wer als Betroffener sagt, ich fühle mich durch die Bezeichnung ,Mohrenkopf' oder ,Negerkuss' verletzt und bitte, das zu respektieren, wird überall verstanden und positive Reaktionen ernten. Wer umgekehrt sagt, ich bitte zu respektieren, dass die Bezeichnung ,Mohrenkopf' für mich nichts mit Rassismus zu tun hat, darf ebenso erwarten, dass auch das akzeptiert wird." So fand auch er sich als Ziel heftigster Kritik. Der betroffene Konditor kündigte einen Umbenennungs-Wettbewerb an.
Übrigens: vor einigen Jahren gab es in Schweden einen ähnlichen Fall. Eine Kundin drohte einem Stockholmer Konditor mit dem Ombudsmann wegen seiner nach ihrer Ansicht rassistisch benannten Schokobollen. Auch hier sollte ein Wettbewerb Abhilfe schaffen. Sieger wurde ein Vorschlag, der die umstrittene Süßigkeit mit dem Namen der Konditorei verband. Wird es demnächst „Tübinger Küsse“ geben? Mit etwas Chili könnte man sie vielleicht auch als „Tübinger Köpfle“ verkaufen.

Mehr Geld für Integrations-Fachkräfte

Tübinger Kindertagesstätten die Kinder mit Behinderungen  betreuen, bekommen im Jahr 2013 mehr Geld für Integrations-Fachkräfte. Die Eingliederungshilfe wurde um rund 30 Millionen Euro aufgestockt. Eltern verlangen mehr spezielle Förderung und Begleitung, deshalb habe die Kreis-SPD den in den Vorberatungen den Wunsch der betroffenen Eltern aufgegriffen. Die bisherige Pauschale von sieben Stunden, werde "auf jeden Fall erhöht". In welchem Umfang, sei aber noch offen, so Dimmler Trumpp. Dies hänge auch davon ab, wie viele neue Kinder aufgenommen werden und welche Öffnungszeiten die Einrichtung habe.

Kinder brauchen Frieden

Vor wenigen Tagen erreichte "Kinder brauchen Frieden" ein dringender Hilferuf der Schwestern des Instituts St. Bonifatius aus dem Flüchtlingslager in Goma (Kongo). Aufgrund der Kämpfe zwischen der Rebellengruppe M23 und der kongolesischen Armee herrschen dort katastrophale Zustände. An der Tagesordnung stehen Morde und Vergewaltungen. Auf der Flucht vor den Rebellen kommen immer mehr Menschen in das ehemalige Lager Mugunga.
Dort hilft die Hechinger Hilfsorganisation der Schwestern des Institutes St. Bonifatius. Damit dIE vielen Menschen versorgt werden können, sind spenden notwendig.

Sponsorenlauf

Viel Geld kam in diesem Jahr beim Lauf der Konfirmanden zusammen. Insgesamt waren es 12 Konfirmanden des evangelischen Kirchenbezirks Tübingen die beim Sponsorenlauf am 07. Oktober dieses Jahres teilgenommen haben. Daneben erlief Josh Young, Basketballspieler der Walter Tigers und Schirmherr. Der Erlös der 1601 Runden um den Tübinger Anlagensee wurde in Form eines Spendenschecks an das Difäm, Deutsches Institut für Ärztliche Mission, überreicht.  Mit den 12 000 Euro Spendegeld wird ein Kinderkrankenhaus in Rwankole/Bunia im Osten der Demokratischen Republik Kongo aufgebaut.

Menschenrechtsaktion

Menschen in Bodo, einer Kleinstadt im Nigerdelta, leben von Fischfang und Landwirtschaft. Doch seit Jahren ist ihre Existenz bedroht: 2008 wurden tausende Barrel in eine Ölpipeline des Shell-Konzerns nach Bodo geliefert. Aufgrund Materialversagens tritt seither immer wieder Öl aus und verseucht Wasser und Land. Bis heute wurde das Ölleck nicht beseitigt, die Lebensgrundlage der Menschen in Bodo ist gefährdet und die Armut wird größer. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bittet um Unterstützung. Sie fordern auf, einen auf deutsch oder englisch formulierten Brief an den Staatspräsidenten von Nigeria zu schreiben, mit dem Appell, die Umweltverschmutzung in Bodo zu untersuchen und dem Problem nachzugehen. E-Mails können an info@nigeriaembassygermany.org versendet werden.

Zukunft des Europaplatzes

Die Stadtverwaltung gab im Planungsausschuss einen Zwischenbericht zum Thema Europaplatz. Berichtet wurde unter anderem über das Aussehen des Baus. Drei Strukturen sind möglich: eine geschlossene Blockbebauung mit Innenhof, eine zweifach geöffnete Bebauung und eine Einzelbebauung. Der Block ist urban, bringt mehr Fläche unter als die anderen Formen, wirkt aber massiv und erlaubt keine Durchgänge. Die Einzelgebäude werden vom Runden Tisch „Baugrundstück“ bevorzugt, bieten aber nicht die gewünschte Fläche, soll nicht zu hoch gebaut werden. Das zeigten die Abbildungen des Büros Hähnig + Gemmecke den Stadträten im Ausschuss. Daher ist die zweifach geöffnete Bebauung bisher Favorit.



Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de