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Nachrichten vom 16.12.2011

Disco-Diskriminierung

Eine Reutlinger Discothek ist am Montag wegen eines Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verurteilt worden. Vor knapp einem Jahr verwehrte ein Türsteher einem jungen Mann den Einlass mit den Worten: Es seien schon genug Schwarze drin. Ein klarer Fall von Diskriminierung. Die sache ging vor Gericht. In zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht hatte der Kläger zumindest teilweise Erfolg. Das Gericht billigte ihm eine Entschädigung von 900 Euro zu. Damit ist er sehr zufrieden, denn er habe gezeigt, dass man sich gegen Diskriminierung wehren könne.

Erinnerung an Lilli-Zapf

Der Saal im Evangelischen Eberhards- Gemeindehaus wurde in Lilli-Zapf-Sall umbenannt. Lilli Zapf war die erste, die Ende der fünfziger Jahre Nachforschungen zu den Tübinger Juden unternahm. Zu der Ehrung am Sonntag reiste Lilli Zapfs Nichte Hildegard Dahinten aus Ansbach mit ihrem Mann Walter an. 1886 wurde Lilli als Mathilde Anna Zapf geboren. Erst später nannte man sie Lilli. Sie war die zweitälteste von sechs Geschwistern, besuchte die Höhere Töchterschule und zog später nach München und von dort nach Berlin. In Tübingen wohnte Lilli in einer kleinen Wohnung in der Memminger Straße. Dort begann sie ihre Nachforschungen zu den Tübinger Juden. Dafür korrespondierte Lilli mit jüdischen Einrichtungen, wie dem Zentralrat der Juden und der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem. Lilli nahm auch Kontakt zu Verwandten der Ermordeten und Emigrierten auf und befragte Tübinger Bürger. In Tübingen ist bereits eine Straße nach der couragierten Frau benannt und einmal im Jahr wird der Lilli-Zapf-Preis an engagierte Jugendliche verliehen.

Neue Bürgermentoren

Die Rottenburger Ehrenamtsbeauftragte Marion Sailer-Spies hat erste Erfolge aufzweisen: 18 Bürgermentoren schlossen die Kurse ab, die sie zusammen mit Kadryie Klautke anbot. Vergangenen Montag erhielten sie im Rathaus ihre Zertifikate. Zwei der von den Mentoren angestoßene Projekte sind bereits konkret geworden: Björn Vissering wird zusammen mit acht Sozialpraktikanten einen Stadtplan für Rollstuhlfahrer erstellen, die Studentinnen Nehle Betz und Christine Diebold wollen das Schülerforum wieder beleben. Die Bürgermentoren sollen für eine bessere Vernetzung aller Bürger sorgen, egal welchen Alters, mit welchem kulturellem Hintergrund und ob mit oder ohne Behinderung. Es gäbe viel schlummerndes Wissen, das der Stadt nützen könne, erklärte Oberbürgermeister Stephan Neher.

Behindertenkonferenz

Mehr als 100 Betroffene, Angehörige, Politiker und Vertreter von Behinderteneinrichtungen trafen sich am letzten Freitag zu einer Konferenz im Tübinger Landratsamt. Auf dem Programm stand ein Teilhabeplan für Empfehlungen zu sozialpolitischen Entscheidungen. Es gilt die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Wichtig sei dafür Mobilität, Barrierefreiheit und individuelle Hilfe. Die Gesellschaft müsse toleranter werden und neue Wohnformen sowie Begegnungszentren anbieten. Das Konzept des persönlichen Budgets sei ein guter Schritt in Richtung mehr Wahlfreiheit

Sterbekultur lernen

Das Gomaringer Pflegeheim ermöglicht seinen Mitarbeiterinnen regelmäßig Fortbildungen, und so verwandelt sich die Cafeteria ab und zu für einige Tage in ein hauseigenes Schulungszentrum. Jetzt brachten Regina Michaletz-Stolz und Sigrid Neher aus der Fortbildungsreihe des Tübinger Paul-Lechler-Krankenhauses den zertifizierten Kurs »Palliative Praxis« nach Gomaringen. In »Palliative Praxis« geht es um Krankengeschichte und Biografiearbeit, um die besonderen Ansprüche an die Palliativpflege dementer Menschen, um Schmerzmanagement, Begleitung in der Sterbephase und um »Tun und Lassen«. Aber auch Patientenwille, Umgang mit Angehörigen, Sterbewünsche und nicht zuletzt Abschied und Trauer stehen auf dem Stundenplan.

Studieren 2.0

Nächstes Jahr erwartet die Hochschulen in Baden- Württemberg ein riesiger Ansturm von Abiturienten. Nicht nur der doppelte Abiturjahrgang sondern auch der abgeschaffte Wehrdienst wird zur Herausforderung für die Hochschulen. Die Experten bezweifeln aber, dass die Schulabgänger unvorbereitet sind und damit auch schlechte Ergebnisse in der Uni leisten. Doch stimmen die Vorurteile wirklich? Die Hochschule Reutlingen und das Albert- Einstein Gymnasium entwickelten unter dem Pilotprojekt ‚Studieren 2.0‘ verschiedene Fragebögen. 145 Jugendliche beantworteten diese und gaben an, was ihre Werte und Zukunftsvorstellungen sind. Bei der Auswertung kam heraus, dass die Schüler einen hohen persönlichen Leistungsdruck haben aber dadurch nicht ihre sozialen Kontakte vernachlässigen wollen. Das überraschende war, das etwa ein Drittel der Befragten sich nicht genug auf das Leben nach dem Abitur vorbereitet fühlen. Rund die Hälfte fühlt sich mittelmäßig vorbereitet. Durch die Erkenntnisse der Befragung überlegt sich die Hochschule Reutlingen, ein sogenanntes ‚Brückensemester‘ zwischen Schule und Studium anzubieten.

Neue Perspektiven

Sie waren selbst mal in ähnlicher Lage, erhielten Hilfe und wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben: Seit einem Jahr kann der Arbeitslosentreff TAT dank "pcs Training und Consulting" ein kostenloses, aber professionelles Coaching anbieten. Die Anfänge des Tübinger Arbeitslosentreffs reichen bis 1995 zurück, ins Jahr der Zanker-Schließung. Seit 1998 ist der TAT ein Verein. Er berät Arbeitslose und bietet Möglichkeiten zur Begegnung. Außerdem wendet er sich gegen die Hartz-Gesetze, weil sie zu Ausgrenzung, Armut und Entrechtung führten. Die Öffnungszeiten sind dienstags von 13 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 16 Uhr, die Beratungsstunden dienstags und mittwochs von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr in der Tübinger Neckarhalde 32. Der Verein erhält Zuschüsse von der Stadt und dem Diakonischen Werk.

Neue Kleinkindergruppe

Die Kindergruppe ‚Weilhau-Mäuse‘ in Kirchentellinsfurt freut sich über die neue Kleinkindergruppe. Es sollen sogar noch weitere Betreuungsplätze hinzukommen. Das Motto der Kindergruppe ist, dass Kinder Aufgaben, Vorbilder und vor allem Gemeinschaft brauchen. Bei der Feier des gelungenen Projektes gab es vom Bürgermeister persönlich neues Spielzeug. Die Kinderbetreuung sei für die Kommunalgemeinschaft sehr wichtig. Und das Projekt ‚Kleinkindergruppe‘ ist ein wichtiger Schritt nach vorne. Die Kinder sind die Zukunft uns so will man auch nächstes Jahr neue Plätze in der Kleinkindergruppe schaffen. Die 10 Kinder die momentan rumtollen sind zwischen einem und zwei Jahren alt. Doch geht es nicht nur um Spiel und Spass, sondern man bringt den Kindern auch wichtige Tagesabläufe bei und gibt dem Tag Struktur.

Hirnstruktur

Unsere Spezies hat den Neandertaler verdrängt – allerdings nicht weil unsere Vorfahren das größere Gehirn hatten. Unter der Leitung des Spanischen Museums für Naturwissenschaften und mit Beteiligung der Tübinger Professorin Katerina Harvati wurden fossile Schädel beider Arten vermessen. Das Ergebnis zeigt bei gleicher Durchschnittsgröße eine bessere Ausprägung der Gehirnregionen, die für die Sprachfähigkeit, das Erinnerungsvermögen und das Sozialverhalten zuständig sind. Überraschenderweise war jedoch auch die Region, die für den Geruchssinn zuständig ist, besser ausgebildet. Offensichtlich ist dieser wichtiger, als bislang angenommen. Die Forscher vermuten in ihm einen wichtigen Bestandteil des Sozialverhaltens, das unseren Vorfahren einen entscheidenden Vorteil verschaffte.



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