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Nachrichten vom 12.12.2011

Tübinger Hinweis

Vor kurzem hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Ermittlungen gegen ehemalige SS-Leute wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen. Die SS-Einheit hatte 1944 in einer französischen Kleinstadt 642 Menschen ermordet, mehrheitlich Frauen und Kinder. Der Anstoß für die neuen Ermittlungen kam von der Tübinger VVN, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Ein Mitglied hatte in einer wissenschaftlichen Untersuchung über „NS-Verbrechen und die Stasi“ Hinweise auf neue Tatverdächtige des Massakers festgestellt. Bereits 2006 informierte er die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen über den brisanten Inhalt der Studie und regte Ermittlungen gegen die Verdächtigen an. Erst jetzt ging das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Dortmund, die die Hausdurchsuchungen bei sechs mutmaßlichen Naziverbrechern veranlasste. Der verantwortliche SS-General war straffrei ausgegangen, jetzt kann es vielleicht doch noch zu einer weiteren Verurteilung kommen.

Integrationsprojekt

Im Rahmen eines Integrationsprojektes trafen sich am 2. Dezember mehr als 30 Menschen aus aller Welt im Bürgertreff der Südstadt. Bei einem geselligen Abend wurde gegessen, Musik gemacht, und Kennenlern- Spiele gespielt. Gastgeberin Sylvia Lustig sagte: „Wir möchten, dass diese unterschiedlichen Menschen hier in Kontakt kommen und sich austauschen“. Sie ist Konfliktberaterin für das Forum Ziviler Friedensdienst, das gemeinsam mit den Martin-Bonhoeffer-Häusern, dem Bürgertreff und der Stadtverwaltung das Integrationsprojekt organisiert. Finanziert wird es durch Drittmittel des Europäischen Integrationsfonds und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Im Rahmen des Projektes werden auch persönliche Gespräche angeboten. Dabei haben Bürger mit Migrationshintergrund die Möglichkeit von ihren Schicksalen, Wünschen und ihrem Leben zu erzählen.

Überlastung vorprogrammiert

Im kommenden Jahr sollen am Tübinger Uniklinikum mehr als 30 Stellen abgebaut werden. Der größte Tübinger Arbeitgeber gibt laut eigenen Angaben damit dem sehr hohen wirtschaftlichen Druck nach. Schon jetzt klagen aber Beschäftigte über Stress und immer weniger Zeit für Patienten. Überlastungen sind also vorprogrammiert. Ungefähr die gleiche Anzahl an Stelle war erst im letzten Jahr geschaffen worden, um das Personal ein wenig zu entlasten. Es verdichten sich die Anzeichen, dass die neue Regierung ihr Versprechen, den Investitionsanteil des Landes bei den Unikliniken zu erhöhen, brechen wird. Klinikleitung und Personalrat wollen nun gemeinsam Methoden erdenken, den Druck auf Stuttgart und Berlin zu erhöhen.

Weniger Geld für 1-Euro-Jobs

Die SPD- Kreistagsfraktion fürchtet, dass sie fast 1,7 Milionen Euro für die Forderung von Langzeitarbeitslosen einsparen müssen. Durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Finanzierung der Eingliederung in den Arbeitsmarkt, muss es Einsparungen im Bundeshaushalt geben. Bis 2015 soll die Unterstützung der Bundesregierung um 8 Milliarden für die Agentur für Arbeit gekürzt werden. Die "Instrumentenreform" bedeutet nicht nur Einschränkungen für die Arbeitssuchenden, sondern auch für die Träger neuer Arbeit. Auch in Tübingen wird das Auswirkungen auf einzelne Projekte haben. Man schwört jetzt auf alte Partner wie die Diakonie, die den Langzeitarbeitslosen helfen sollen sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

Lernpatenschaften

‚Lernen im Tandem‘ nennt sich das Projekt, das erst seit 5 Jahren besteht, aber nicht mehr von den Schulen wegzudenken ist. Das Ziel des Projektes ist es, die Schüler zu guten Abschlüssen zu motivieren. Die Motivierung kommt aus der Arbeitswelt. Betriebe aber auch Studenten bieten ihre Partnerschaften an. Die Förderung fängt schon in der Grundschule an. Die Streuung kommt auch den Partnern entgegen, denn manche können nicht so mit Jugendlichen umgehen und manche nicht mit Kindern. Gerade Kindern mit Migrationshintergrund nutzen das. In dem Umgang mit ihren Partnern lernen die Kinder Begriffe, die sie so in der Schule nicht gelernt hätten. Doch die Paten haben auch ein offenes Ohr für die Probleme und Ängste der Kinder. Das Wichtigste ist die Sprache. Doch der Spass kommt auch nicht zu kurz. So lernen die Kinder z.B. anhand von Ritterrüstungen in Sigmaringen Ausdrücke, die sie Zuhause noch nicht gehört haben. Man pflegt auch Kontakt zu alten Schützlingen, die auch heute noch mit ein paar Fragen zu den alten Partnern stoßen.

Girls Day Akademie

Am 8. Dezember trafen sich 50 Haupt- und Werkrealschülerinnen aus Tübingen, Gomaringen und Entringen in den Räumen der Bildungsakademie Tübingen. Unter dem Motto „Mädchen schaffen was!“ fand dort die dritte Girls´ Day Akademie statt, bei der Mädchen die Chance bekamen in handwerkliche und technische Berufe reinzuschnuppern. In einem Praxisparcours wurde gesägt, gelötet, gemalt und geschraubt. Veranstaltet wird die Akademie von der Wirtschaftsförderung Tübingen, die im laufenden Schuljahr weitere Unterrichtseinheiten an Schulen anbietet. Finanziert wird das Projekt über das Landwirtschaftsministerium.

Neuer Schulzug

Zum nächsten Schuljahr werden landesweit an 15 Standorten zusätzliche sechsjährige Gymnasien eingerichtet. Vom Schuljahr 2012/2013 an können Jugendliche in Tübingen bereits zur 8. Klasse auf die Gewerbliche Schule wechseln, um am beruflichen Gymnasium nach 13 Schuljahren Abitur zu machen. Bisher gab es des sechsjährigen beruflichen Bildungsweg nur an Wirtschaftsgymnasien.

Ract Ahoi

Der Freiluftveranstaltungskalender 2012 für Tübingen steht fest. Das Ract!- Festival kehrt an den Anlagensee zurück und steckt mitten in den Festival Vorbereitungen. Mit drei Bühnen und Workshopzelten wird das Jugendkultur- Festival am 8. und 9. Juni 2012 statt finden. Wegen einer WM- Public- Viewing musste das Ract 2010 auf den Parkplatz der alten chemie ausweichen. 2011 mussten die Festivalmacher das Festival aus Platzgründen komplett absagen. Christin Gumbinger vom Act!- Trägerverein des Ract-Festivals sagte „Ich gehe davon aus, dass es mit dem Anlagenpark klappt.“ Eine weitere Veranstaltung im Jahr 2012 wird eine 40 Stunden Geburtstagsfeier zum 40-jährigen Bestehen des Epplehauses sein. Geplant werden Ausstellungen, Vorträge und ein Musikprogramm für den 22. Juni.

Bündnis des Monats

Um Familien mit Migrationshintergrund bei der Integration zu unterstützen, arbeiten zahlreiche Akteure im Familienforum Reutlingen Hand in Hand. Mit einer Veranstaltungsreihe haben sie Müttern mit Migrationshintergrund geholfen, Wege in den Beruf zu finden oder nach einer Schwangerschaftspause in den Job zurückzukehren. In der Elternschule »Ferda« stärken die Bündnisakteure die Erziehungskompetenzen und Deutschkenntnisse der Mütter und Väter und qualifizieren sie weiter. Zudem bündelt das Bündnis Informationen zur Kinderbetreuung im Landkreis und unterstützt dadurch Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Für das Engagement ist das Lokale Bündnis als »Bündnis des Monats Dezember 2011« ausgezeichnet worden.

Standort Alb ?

Der neue Regionalplan Windkraft weist 20 Vorranggebiete aus. Eins davon liegt auf dem Geißbühl beim Skilift. Es könnten dort fünf neue Windkraftanlagen entstehen. Doch es regt sich Widerstand aus verschiedenen Ecken: die Bundeswehr nutzt das Gebiet als Tiefflugzone, Naturschützer weisen darauf hin, dass es genau in einem Vogelflugkorridor liegt und die Gemeinde klagt über den möglichen Verlust eines Naherholungsgebiets. Also das Gleiche wie immer: alle finden Windkraft toll - solange sie woanders produziert wird.

Sporthallen in Planung

Wegen der allgemeinen Hallennot werden zwei Tübinger Vereine jetzt eigene Gebäude bauen. Die Klettersportler des Deutschen Alpenvereins DAV und die Präventionssportgruppen Tübingen (Prävis). Zusammen kommen sie auf Investitionen von knapp zwei Millionen Euro. Der DAV plant eine Halle mit Felsenkletter-Landschaft auch Boulder-Halle genannt. Auch der Bauantrag ist schon gestellt. Die Prävis müssen noch entscheiden, wo sie bauen. Beide Vereine nehmen die hohen Investitionen in Kauf. Das Kapital wollen sie mit einem Mix aus einer Baustein-Aktion, Spenden, Sponsoren und Krediten beschaffen.

Die ältesten Betten der Welt

Das Prinzip der ältesten nachgewiesenen Matratzen der Welt ist heute noch in Gebrauch. Die Zulu-Frauen am uThangi-Fluß knüpfen auch heute noch Schlafmatten aus den Binsen, die bereits vor 77 000 Jahren in Höhlen der heutigen südafrikanischen Provinz Kwa-Zulu-Natal zu Schlafpolstern von einigen Zentimetern Dicke aufgeschichtet wurden. Doch damit nicht genug, eine Schicht mit Blättern der Kap-Quitte hielt Mücken fern. Ausgediente Betten wurden verbrannt. Das fand der Tübinger Junior-Professor Christopher Miller heraus. Er untersuchte die Ablagerungen in der Höhle mit Hilfe von Kunstharz imprägnierten Dünnschliffen unter dem Mikroskop. In 15 Schichten von 77 000 bis 38 000 Jahren vor unserer Zeit fand man diese Betten. Als ältestes Bett der Welt galt bislang eine 23 000 Jahre alte Grasmatte vom Ufer des Sees Genezareth.

Mein Stück Tübingen

„(M)ein Stück Tübingen“ soll das Projekt heißen, das AL und Grüne im Tübinger Gemeinderat einbrachten. Dabei steht das „M“ in Klammern und meint ein Stück Grünfläche, das von BürgerInnen gärtnerisch betreut wird. Im Loretto und im Französischen Viertel werden schon seit 10 Jahren kleine städtische Grünflächen von BürgerInnen gepflegt. Ein Anmeldeformular sollte nun verhindern, daß die angepflanzten Blumen von städtischen Gärtnern wieder abgemäht werden. Doch einigen Gemeinderäte war dies zuviel Bürgerbeteiligung. Sie befürchteten Stellenstreichungen für die städtischen Gärtner. So wurde die Entscheidung über den Antrag erst einmal vertagt.



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