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Nachrichten vom 09.12.2011

Klausurtagung

Der im Juli gewählte Reutlinger Integrationsrat hat viele neue Ideen. Bei einer Klausurtagung im Oktober haben die Mitglieder eine Fülle von Themen definiert, die ihnen wichtig sind und die in Auszügen auch bei der jüngsten Sitzung im Rathaus zur Sprache kamen. So soll beispielsweise die Stadtverwaltung ermutigt werden, mehr Migranten in städtischen Einrichtungen einzusetzen. Bei Stellenausschreibungen soll bewusst auch diese Zielgruppe angesprochen werden. Mit dem Ziel, ein kommunales Wahlrecht für alle, also auch für Nicht-EU-Bürger, die in Reutlingen leben, zu etablieren, soll eine Vernetzung mit bundesweit tätigen Initiativen stattfinden. Auch soll der Integrationsrat zu tagespolitischen Fragen Stellung beziehen, regten einzelne Mitglieder an. Die kulturelle Öffnung von Vereinen wurde ebenso als Ziel formuliert wie der Anspruch, mehr Jobpaten zu gewinnen, um Jugendliche beim Übergang zwischen Schule und Beruf zu unterstützen.

Mahnende Stadtführung

Auf den Spuren des jüdischen Lebens war eine thematische Stadtführung in Reutlingen. Stationen des Erinnerns waren die Gedenktafel für die jüdischen Mitbürger, der Ort der mittelalterlichen Synagoge und Wohnhäuser jüdischer Geschäftsleute. Im Dezember 1941 begann die Judendeportation aus Württemberg, darunter waren auch Menschen aus Reutlingen. Der Journalist Bernd Seger hat in langer Recherche Fakten und Schicksale zusammengetragen. Das ganze ist auch als Buch erschienen: „Es gab Juden in Reutlingen“ lautet der Titel.

Flüchtlingsschicksal

Im Februar 2010 kam Waleed Khayoon Al-Mhammedawi bei einem Bombenanschlag in Irak ums Leben. Davor wurde er regelmäßig von Unbekannten bedroht. Er solle aus seinem von Sunniten bewohnten Viertel wegziehen. Vergeblich wandte sich die Familie an die Behörden. Waleeds Witwe floh nach seinem Tod mit ihren Kindern nach Syrien. Ihr Schwager und dessen Familie folgten ihr. Gemeinsam leben sie in einem Vorort von der syrischen Hauptstadt Damaskus in zwei kleinen Zimmern. Waleeds Bruder Ali, seine Frau Marjam und fünf Kinder kamen 2009 nach Tübingen. Seine Eltern kamen mit ihrer Tochter im Januar 2010 nach. Betreut wird die Familie von der Tübinger Kampagne „Save me“. Seit dem versuchen die Al-Mhammedawi ihre Verwandten aus Syrien nach Deutschland zu holen. Unterstützt werden sie vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und dem Tübinger Anwalt Manfred Weidmann. Die Deutsche Bunderegierung nimmt keine weiteren Irak-Flüchtlinge auf und Anträge auf Familiennachzug werden abgelehnt. Ob Boris Palmer schrieb bereits einen Brief an den Landesinnenminister Reinhld Gall, und bat um die Aufnahme der Al-Mhammedawi aus dringenden humanitären Gründen. Ob diese Vorliegen, prüft derzeit die Deutsche Botschaft.

Aktion Wunschbaum

Am Nikolaustag stülpten sich die Mitglieder des Tübinger Jugendgemeinderates die rote Mütze über. Zur 3. Aktion „Wunschbaum“ übergaben sie als Nikoläuse verkleidet 51 Geschenkpakete an Kinder asylsuchender Familien. Auch beim Ausfüllen der Wunschzettel hatten die Jugendgemeinderäte geholfen. Häufigste Wünsche waren Fahrräder, Bücher undWinterkleidung. Für fast alle fanden sich Wunschpaten, nur sieben der Geschenke wurden über Spendengelder finanziert.

Mietshäusersyndikat

Am Samstag treffen sich die Mitglieder des deutschlandweiten Mietshäusersyndikat im Adolf-Schlatter Haus. In Tübingen sind es vier selbstverwaltende Mietshäuser. Dieses Jahr kam zu dem Haus in der Schellingstraße, dem LU15 und dem in der Hegelstraße noch das 4-Häuserprojekt hinzu. Der größte Punkt für die Beratung, durch Alex Burkhardt, ist die Finanzierung. Das Ziel soll sein, die Häuser dem Immobilienmarkt zu entziehen und sozialverträgliche Mieten zu ermöglichen. Doch die Häuser müssen saniert werden und das vorzugsweise ohne Bankkredit. Deswegen versucht man den sechsstelligen Betrag über Direktkredite aus der Gruppe zu finanzieren. Eine Millionen Euro konnten so für das 4-Häuser-Projekt organisiert werden und man bekam sogar auch, als erstes selbstverwaltende Mietshaus, finanzielle Mittel vom Gemeinderat gestellt. Diesen Samstag wird über die Aufnahme weiterer Mietshausprojekte entschieden.

Neues Turnzentrum

Zwei Neueröffnungen erfreuten diese Woche die Tübinger Studenten. Nicht nur die Eröffnung des neuen Eingangs- und Cafeteria Bereich der Universitätsbibliothek wurde gefeiert sondern auch die neue Turnhalle für das Institut für Sportwissenschaft. Die alte Sporthalle aus den 60-er Jahren sollte zunächst nur saniert werden doch entsprach die Halle nicht mehr dem europäischen Standard. Eine große Errungenschaft der Turnhalle ist die höhere Decke. Hier kann man nun an den großen Geräten turnen. Außerdem wurde eine ’Schnitzelgrube‘ gebaut. Das ist eine Vertiefung, die mit Schaumstoffteilen gefüllt ist und einem bei diversen Sportübungen eine weiche Landung verspricht. Weiterhin wurde die Turnhalle um ein weiteres Stockwerk erweitert, in dem sich die Präsenzbibliothek des Instituts befindet.

Hörsaal und Labor

Rottenburgs Hochschule für Forstwirtschaft hat ein neues Hörsaal- und Laborgebäude. Wissenschaftsministerin Bauer übergab den zweiten Bauabschnitt vergangene Woche offiziell an die Hochschule, die mit nur 600 Studierenden zu den kleinsten im Land gehört. Trotz der Größe ist sie aber im Land ganz vorn dabei, hat mehrere Exzellenzpreise gewonnen und mit den neuen Laborflächen ihre fortschrittliche wissenschaftliche Infrastruktur noch weiter ausgebaut. Das neue Gebäude wird durch eine Holzschnitzelanlage im Keller CO2-neutral beheizt.

Tübinger Debatte

Vor 20 Jahren gründeten Studierende die Tübinger Debatte, inzwischen bekannt als der Verein Streitkultur. Zum Jubiläum kommen die Gründer zurück und messen sich mit dem Deutschen Meister im Hochschuldebattieren. Das Thema am Freitag: „Soll der Staat von Religion befreit werden?“. Streitkultur möchte die demokratische Streitkultur fördern. Der kultivierte Streit sei zentraler Bestandteil des menschlichen Lebens. Das kritische Hinterfragen und das bessere Begründen von Standpunkten sei ein wichtiger Motor für Fortschritt. Im Verein Streitkultur debattieren jede Woche Studierende aller Fachrichtungen aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft nach festen Regeln. Am morgigen Samstag geht es um die offene Vereinsmeisterschaft.

Gesundheitstag Demenz

Groß war am Dienstag das Interesse am Gesundheitstag zum Thema Demenz. Je älter die Menschen werden, desto häufiger erkranken sie daran: bei 85-Jährigen ist es bereits ein Drittel. Demenz, und damit auch Alzheimer als die häufigste Unterform, kann zwar durch Medikamente und andere Behandlungsmethoden verzögert werden. Doch heilbar ist die Krankheit auch 105 Jahre nach ihrer erstmaligen Beschreibung durch Alois Alzheimer bei einer Tagung in der Tübinger Psychatrie noch nicht. Gut 300 Gäste hörten am Sparkassen-Carré die Vorträge von fünf Medizinern und stellten viele Fragen.

Spende für Naturschutz

Die Gemeinde Kusterdingen unterstützt mit 1000.- € jährlich die Serengeti. Bürgermeister Soltau gehört zu den vielen, die Bernhard Grzimek einst für den Tierschutz begeistern konnte. Grzimek war Präsident der 1858 gegründeten Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Sein Nachfolger Christof Schenck sprach in Kusterdingen im Bürger- und Kulturhaus. 150 Tier- und Pflanzenarten gehen täglich unwiederbringlich verloren. Die ZGF betreut in 25 Ländern 70 Projekte. Für die Serengeti sind heutige Gefahren Bevölkerungswachstum, Wilderei und übermäßiger Tourismus. Landnutzungspläne und Einkommensalternativen sollen da Abhilfe schaffen. Die Spende der Kusterdinger wird für die Förderung der Bienenzucht eingesetzt. Außerdem möchte die ZGF die Nashörner zurück in die Serengeti bringen.

Taubenplage

Seit 15 Jahren versucht Tübingen, die Taubenplage mit betreutem Wohnen und strikten Geburtenkontrolle einzudämmen - mit mäßigem Erfolg. Tübinger Naturschützer bezeichnen die bisherigen Anstrengungen daher als gescheitert und fordern eine neue Strategie im Kampf gegen die Flattermänner - besonders weil die Tauben geschützte Arten wie Fledermäuse in der Region bedrohen. Die von den Naturschützern vorgeschlagene Strategie ist simpel. Sie fordern eine dramatische Einschränkung des Nahrungsangebots. Mit anderen Worten - ein Fütterungsverbot. Das klingt so simpel, es könnte fast klappen.



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