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Nachrichten vom Freitag 17.12.10

Eine Million fürs Sudhaus

Der Etat-Entwurf der Stadt Tübingen lässt wegen der immer noch angespannten Finanzsituation für 2011 wenige Investitionen zu. Trotz der verordneten Sparmaßnahmen und dem finanziellen Aufschwung wird es höhere Steuern und neue Schulden geben. Nach der Grundsteuer ist es jetzt die Gewerbesteuer, mit der die florierende Wirtschaft einen zusätzlichen Beitrag zur Konsolidierung der städtischen Finanzen leisten soll, so OB Palmer. Der Gesamtetat für 2011 umfasst Einnahmen und Ausgaben in Höhe von etwa 200 Millionen Euro, ein Viertel davon sind Personalkosten. Ein großer Teil geht in den Hochwasserschutz in Lustnau und auch das Sudhaus bekommt seine Million für die Sanierung oder den Anbau des Saales. Damit ist der Saal aber noch nicht in trockenen Tüchern. Trotz Finanzierung durch Land, Stadt und Eigenmitteln fehlten laut Sudhaus-Chef Sedlmeier immer noch rund 800.000 Euro für die Finanzierung.

Wenigstens weniger wenig

Am Donnerstag öffnete die Ausstellung "Minus zehn Prozent" ihre Pforten. Mit ihr wollen Tübinger Kunst- und Kulturschaffende auf die Kürzungen der Stadt im Kultursektor aufmerksam machen. OB Boris Palmer verteidigte in seiner Ansprache die Sparpläne der Stadt. Nach der Umfrage unter Tübinger Bürgern seien die Einsparungen im Kulturbereich von durchschnittlich zehn auf sieben Prozent verringert worden. Nach den Debatten der vergangenen Woche sähe es noch besser aus: Nur 5,3 Prozent würden eingespart werden. Einrichtungen, die in ihrer Existenz bedroht wären, hätten gar keine Kürzungen zu befürchten - so das DAI und die Musikschule..

Weniger für die Kunsthalle?

Nachdem Boris Palmer wiederholt nichts ausrichten konnte, wurde als letztes Mittel im zähen Ringen der Stadt mit Götz Adriani die letzte Rate des Zuschusses gesperrt. Das scheint Wirkung gezeigt zu haben. Unter Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer war die einstmals kommunale Kunsthalle in eine Stiftung umgewandelt worden, die die Stadt mit einem festen Betrag bezuschussen muß, ohne ein Mitspracherecht und Einblick in die Verwendung des Geldes zu haben. Einblick soll sie jetzt bekommen und zwar durch drei Vertreter des Gemeinderats im Stiftungsrat – allerdings kein Mitspracherecht. Die Stiftung leistet zudem einen Solidarbeitrag zur strapazierten Haushaltkasse in Höhe von 25 000 €. Dadurch reduziert sich die Bezuschussung aus der selben auf 440 000 €. Ab 2014 soll dann neu verhandelt werden.

Gute Kinderbetreuung unbezahlbar

Am 14 November wurde im Gemeinderat in Mössingen entschieden das es ein Kostenpauschale für Kindertagesstätten geben soll. Mütter mit mittlerem Einkommen müssen statt 300 € nun fast 500 € bezahlen. Um sich auf diese Mehrkosten einzustellen bleiben ihnen jetzt nur noch 6 Wochen. Da könnte das eine oder andere Weihnachtsgeschenk auf der Strecke bleiben.

Keine Freizeit für Kinder

Jahrzehnte lang wurden Kinder und Jugendfreizeiten für Kinder gefördert, wobei rund 50 % der Teilnehmer bedürftig waren und sich, und ihren Eltern überhaupt kein Auszeit gönnen konnten. Damit ist jetzt schluss. Wie jetzt erst kurzfristig bekannt wurde, werden die 45 Tausend Euro Zuschuss im Kreis Reutlingen ersatzlos gestrichen. Diese Nachricht ist für die Veranstalter von der AWO und dem CVJM schockierend und kam völlig überraschend. Die Kosten müssen dann auf die Teilnehmer abgewelzt werden. Die Mehrkosten übersteigen dann mit Sicherheit das Budget vieler Familien.

In die richtige Richtung

Die CO2-Emission in Tübingen geht zurück. Die Stadt ist 1993 dem weltweiten Klimabündnis beigetreten und hat sich damit zu einer kontinuierlichen Verminderung der Treibhausgase verpflichtet. Der CO2-Ausstoß soll alle fünf Jahre um 10 Prozent gesenkt werden. Um dies zu erreichen wurden Klimaschutzprogramme entwickelt und umgesetzt. Die neueste Fünf-Jahres-Bilanz stimmt zuversichtlich. Die CO2-Emissionen in Tübingen gingen von 2003 bis 2008 zurück. Die Emissionen verringerten sich von 7,2 Tonnen im Jahr pro Einwohner auf 6,6 Tonnen. Dass der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zurück geht ist bemerkenswert, weil die Anzahl der Einwohner und Wohnungen in Tübingen sogar gestiegen ist.

Zwölf Millionen für warme Studenten

Tübingens größte CO2-Schleuder ist nach wie vor das Fernheizwerk auf der Morgenstelle. Doch das soll sich nun spätestens in zwei Jahren ändern, wie der Betreiber, die MVV Energie AG bekannt gab. Das bislang mit Gas und Öl befeuerte Heizwerk soll bis Ende 2012 auf den Betrieb mit Holzhackschnitzeln umstellen. Diese Umstellung hatten Umweltschützer, Abgeordnete und die Stadtwerke seit 20 Jahren gefordert. Doch die Landesmittel blieben aus. Nun wird die Landesregierung der MVV helfen, insgesamt zwölf Millionen Euro in die Umstellung zu investieren. Ganz zufrieden sind die Tübinger Umweltschützer damit aber nicht. Erstens sei die Umstellung schon vor 20 Jahren nötig gewesen und man hätte bis heute mehr als zehn Millionen Euro mit dem Werk verdienen können. Und zweitens hatten sie sich ein Kraftwerk gewünscht, das auch Strom erzeugt. Dieses wird nun die Studenten, Patienten und Klinikmitarbeiter auf der Morgenstelle nur warm halten.

Die besten Bäschtler

Im Kur- und Kongresszentrum Freudenstadt hat die Handwerkskammer Reutlingen am letzten Donnerstag ihre Preisträger des bundesweiten Leistungswettbewerbs geehrt. 78 Auszeichnungen wurden an die Landes- und Bundessieger verliehen. Drei der erstplatzierten Bundessieger kamen aus dem Kreis Tübingen: der Stuckateur Kadir Uzunsakaloglu, die Bäckerei-Fachverkäuferin Alissa Padeffke und die Holzblasinstrumentenmacherin Anne Schneider.

Spitzenkünstlerin

Der Vorstand des Tübinger Künstlerbundes tritt zurück und übergibt an jüngere Nachfolger. Die neuen Vorstandsmitglieder sind Gudrun von Funck, Birgit Dehn, Jochen Höltje und Cornelia Szelényi. Szelényi ist die erste Frau an der Spitze des Künstlerbundes. Sie selbst ist keine Künstlerin, was laut ihrem Vorgänger aber nur ein Vorteil für die Leitung des Bundes sei.



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