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Nachrichten vom Freitag 26.11.10

Im Prinzip immer noch ja, aber...

Der Tübinger Gemeinderat hat schon vor Monaten in einer offiziellen Resolution seine Zustimmung zu Stuttgart 21 erklärt. Nun aber besteht die Befürchtung, dass Boris Palmer als "exponierter S21-Gegner" diese Resolution in Vergessenheit geraten lassen könnte. Neue Argumente gab es nicht, die S21-Befürworter trugen einfach alle Argumente noch einmal zusammen und auch Palmer äußerte sich: Die Bahn trickse seiner Ansicht nach weiterhin mit ihren Zahlen. Damit erregte er starken Unmut bei seinen Gegnern. Diese meinten, er solle lieber mal die Zahlen für den Mühlstraßenumbau überprüfen. Im allgemeinen Tumult ging so fast die einzige kleine Neuigkeit unter: Die im Rahmen von S21 entstandenen Pläne für eine Vergrößerung des Betriebswerks im Saiben, zwischen Tübingen und Weilheim, die einiges an Geld in die Stadtkasse spülen könnten. Ohne Stuttgart 21 wäre das Geld weg. Grüne und Linke warfen der SPD vor, deswegen ihr Fähnlein nun wieder andersherum in den Wind zu hängen. CDU, SPD, FDP und WUT stimmten mehrheitlich für den Antrag der CDU-Fraktion, sich noch einmal für S21 auszusprechen. Zumindest sofern das Geld wirklich kommt...

Ins grüne Zentrum der Macht

Boris Palmer ist beim Bundesparteitag der Grünen in den Parteirat gewählt worden. Der Parteirat ist ein Spitzengremium aus 15 Mitgliedern, das den Bundesvorstand berät und Initiativen entwickelt. Palmer will seine Erfahrungen aus der Tübinger Praxis einbringen und zeigen, dass es möglich sei, eine breite Mehrheit für grüne Themen zu begeistern. Außerdem will er die Anliegen der Kommunen vertreten.

Ehrenpreis

Der iranische Filmemacher und Regimekritiker Mohsem Makhmalbaf war einer der prominentesten Gäste des 10. Terre des Femmes Filmfestes Frauenwelten. Letzten Samstag wurde ihm mit dem Filmfest Ehrenpreis seine 110. internationale Auszeichnung verliehen. Er kritisiert die Haltung des Westens gegenüber dem Regime Ahmedinedschads, das im vergangenen Jahr die grüne Demokratisierungsbewegung gewaltsam niederschlug. Für die Europäische Union, so Makhmalbaf. gilt das Land als guter Absatzmarkt – für Maschinen, Abhörwerkzeuge, Foltergeräte und Schlagstöcke. Die Menschen im Iran sind bereit für die Demokratie – der Westen offenbar nicht für die Demokratie im Iran, sagt er. Früher war es ihm möglich, durch seine Filme für Verbesserungen der Lebensbedingungen zu sorgen. Seit dem Amtsantritt des Diktators 2005 lebt Mohsem Makhmlbaf im Exil, in das ihm inzwischen seine gesamte Familie folg

Contra Familia

Wer die Situation von werdenden Eltern kennt, weiß das ein wichtiger Teil von Sicherheit in der finanziellen Planung liegt. Aufgrund der geplanten Gesetzesänderung ist die Planbarkeit nun aber nicht mehr gegeben. Das macht es für die Mitarbeiter von Pro Familia in Reutlingen schwerer, ihre Klienten zu beraten. Schwerer ist es auf für viele betroffene Eltern sich kompromisslos für ihre Familie zu entscheiden. zwar sei die Entscheidungsfindung, laut Dr. Friederike Haug-Lorenz zu komplex um deshalb von einer höheren Abtreibungsrate auszugehen aber die Beratung wird in jedem Fall schwieriger und somit auch der Einstieg vieler Kinder und Familien in ein neues leben. Die Gesetzesänderung sieht vor bei Harz IV Empfängern das Elterngeld auf das Arbeitslosengeld anzurechnen, was im Endeffekt bedeutet die 300 Euro einfach zu streichen. Was mit Eltern passiert, die das Elterngeld auf 2 Jahre aufgesplittet haben ist ungewiss. Das Ganze könnte schon ab 1. Januar in Kraft treten. Die Redaktion sieht darin einen weiteren Fall wie unsensibel Politik mit sozialen Themen umgeht.

Alles neu in der Chemie

Die Sanierung des Chemie-Hochhauses auf der Morgenstelle ist abgeschlossen. Jetzt ist alles modern und auf dem neuesten Stand. Das 35 Jahre alte Gebäude auf dem Naturwissenschafts-Campus der Uni war vor seiner Erneuerung in einem schlechten Zustand. Die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom war nicht mehr sicher regelbar, es mangelte an Fluchtwegen und die Luftabzüge waren ungenügend. Ein ehemaliger Minister verglich das Aussehen des Gebäudes sogar mit der russischen U-Boot-Flotte. Die Sanierung kostete das Land 45 Millionen Euro, außerdem investierte es 7 Millionen in die Erstausstattung. Nach einer langen Planungsphase dauerte die Sanierung dann 3 Jahre. Offiziell wurde das sanierte Gebäude nicht seinen Nutzern übergeben, sondern vom Finanzministerium an das Wissenschaftsministerium. Die Vertreterin der Finanzbehörde, Gisela Meister-Scheufelen, lobte dabei die Reputation der Universität Tübingen.

Klimaschutzbericht

Reutlingen blickt mit dem zweiten Kommunalen Klimabericht auf das Erreichte der letzten zehn jahre zurück – und nach vorne auf das noch zu erreichende. 1994 trat die Stadt dem Klimabündnis Europäischer Städte bei, 1998 wurde der erste Kommunale Klimabericht mit Vorgaben für das kommende Jahrzehnt erstellt. Von den 118 Maßnahmen wurden 61 vollständig, 54 teilweise und drei gar nicht realisiert. Imzwischen werden die städtischen Liegenschaften komplett mit regenerativen Energien versorgt, der Radwegeverkehr hat um 7 % zugenommen, und die Stadtbuslinien verzeichnen einen Zuwachs von 28%. Auch die energetische Sanierung von Schulen und der Einsatz von Erdwärme zeige Wirkung, so hieß es. Reutlingen liegt derzeit auf Platz drei in der Solar-Bundesliga der deutschen Großstädte.

Sternwarten hat ein Ende

Im Rahmen einer langen Sternenacht wurden am Samstag die neuen Räume auf dem Dach der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule eröffnet. Jetzt verfügt der Reutlinger Verein für Volksbildung in der Achalmstadt über eine der modernsten Sternwarte in Deutschland, sagte Bürgermeister Robert Hahn. Es ist die einzigste öffentliche Sternwarte mit eigenem Planetarium in Baden-Württemberg. Zusätzlich entstand ein Klassenraum für die Steinbeis-Schule und ein eigenes Studio für die Sternwarte, das den Namen „Karl-Heinz-Danzer-Studio“ trägt. Die Danzer-Stiftung finanzierte den Ausbau und die Modernisierung mit rund 500 000 Euro.

Waage trifft Löwe

Der Astronome Florian Freistetter war beim Tübinger Uni-Kongress „Wunschbild und Weltverständnis“. Er konzentrierte sich auf die Rolle der Himmelskörper, machte eine Inventur im Sonnensystem und stellte fest, das in der Astrologie die Beliebigkeit regiert. Denn von den 168 Monden im Sonnensystem ist anscheinend nur der Erdmond von Bedeutung. Die Existens der äußeren Planeten Uranus, Neptun und Pluto wurde lange vor ihrer Entdeckung vorausberechnet. Mittlerweile wurden ganze Bücher über Pluto und seinen Einfluss auf das Liebesleben geschrieben. Laut Florian Freistetter könne man sich aussuchen was man möchte. Es gebe keine Regeln für die Deutung der Himmelskörper. Je nachdem welcher Planet für die Prognose gewählt wird, kann etwas anderes heraus gelesen werden. Laut Florian Freistetter könne die Astrologie nicht funktionieren. Ein Kongress-Teilnehmer auf dem Tübinger Schloss meinte das es trotzdem als Geschäft funktioniert.

Schokosozial

Das Schokoladenfestival Chocolart wird vom 30. November bis 5. Dezember die Tübinger Innenstadt beherrschen. 12 der 103 Chocolatiers aus 14 Ländern werden fair gehandelte Schokolade anbieten. Erstmals gibt es das Tübinger „Kirschle“, eine für die Chocolart entworfene Praline mit Kakao aus Fairtrad-Plantagen. Der Erlös des Kirschle-Verkaufs geht an drei soziale Projekte, die sich für die Partnerschaft mit Villa El Salvador engagieren. Die Redaktionen von Radio TuVilla informieren in monatlichen Radiosendungen über die Städtepartnerschaft. Die Tübinger Lebenshilfe kooperiert mit der Behindertenbehörde aus Villa El Salvador und das Uhlandgymnasium pflegt eine Schulpartnerschaft mit der Schule Fe y Alegria.

Besuch aus Bouaké

40 Jahre Städtepartnerschaft mit Bouaké. Das war für den Geschäftsführer der Volkshochschule Reutlingen Dr. Ulrich Bausch und für den Parnerschaftsverein um Sabine Gross ein schöner Anlass die Partner als Gäste in Reutlingen willkommen zu heißen. 35000 € kostete das Projekt und ermöglichte zehn Deutschlehrern aus Bouaké eine Studienfahrt nach Deutschland. Sie gewannen spannende Eindrücke vom Schulunterricht in Deutschland und auch Wetterphänomene sie der Schneeregen am Montag war für die Besucher etwas besonderes. Die Pädagogen berichteten auch von Meinungen seitens der Bevölkerung der Elfenbeinküste. »Die Leute sagen immer, die Menschen in Deutschland seien ausländerfeindlich«, berichtete Einer der Pädagogen aus Bouaké. Mit diesen Vorurteilen konnten aber zumindest die Reutlinger aufräumen. Zusätzliche ermöglichten die Reutlinger ihren Partnern eine Geschichts-Städtereise die über Weimar und Nürnberg bis nach Berlin führte.

Neue Aufgaben für ältere Menschen

Senioren machen einen großen Teil der Wirtschaftskraft aus - denn viele von ihnen verfügen über genug Geld, um sich Luxusgüter leisten zu können. Das macht sie aber auch zu einer beliebten Zielgruppe für unerwünschte Werbung. Sollten Probleme dieser Art ausufern, kann sich jeder Konsument bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Allerdings gibt es die Beratungsstellen nicht mehr allzu häufig. Von Tübingen muss man entweder nach Ulm oder Friedrichshafen fahren. Dabei soll nun der Kreisseniorenrat Abhilfe schaffen. In diesem Gremium sitzen ältere Menschen mit viel Berufserfahrung, die sich ehrenamtlich betätigen wollen. Und nun bieten sie auch Verbraucherberatung an - und das nicht nur für Ältere. Laut eigener Aussage bieten sie dafür einen großen Erfahrungsschatz aus Berufs- und Konsumentenleben an und verstehen sich selbst als "Lotsen in Sachen Verbraucherschutz". Anfragen können persönlich, per Telefon oder per eMail gestellt werden: an kreisseniorenrat_tuebingen@t-online.de

Nicht alle Tassen im Schrank

Das Stadtmuseum Tübingen sammelt alte Weihnachtsmarkttassen für einen guten Zweck. Normalerweise werden jedes Jahr neue Tassen an die am Weihnachtsmarkt beteiligten Vereine für 90 Cent pro Stück verkauft. Die Idee ist nun, dass die Leute ihre alten Weihnachtsmarkttassen zurück geben und diese wieder verkauft werden. Der Erlös soll dem Asylzentrum Tübingen und dem Bündnis gegen Abschiebehaft Rottenburg/Tübingen zu Gute kommen. Derzeit befinden sich ca. 160 000 Tassen im Umlauf. Vom 26. November bis zum 10. Dezember sammelt das Stadtmuseum die weißen Tassen mit den Motiven von Sepp Buchegger ein und präsentiert sie in seinem Schaufenster.



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