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Nachrichten vom 21.12.09

Oase für Obdachlose

In Reulingen gibt es jetzt neuen Wohnraum für Wohnungslose. Die Arbeiterwohlfahrt schafft durch Anmietung von Wohnraum Oasen für Obdachlose. Die Oase V ist jetzt nach fünf Monaten Bauzeit fertig. Die Renovierung wurde komplett aus Spendengeldern finanziert. Ab Januar ziehen die neuen Bewohner in fünf kleine Wohnungen. Die ambulante sozialpädagogische Betreuung ist auf 18 Monate angelegt. Dazu zählt Unterstützung bei Behördengängen und die Hilfe bei persönlichen Problemen wie Sucht, Schulden oder Arbeitslosigkeit. Kriterien für den Einzug sind der dringende Bedarf, die soziale Perspektive und der Faktor der harmonischen Hausgemeinschaft. Seit 15 Jahren funktioniert das Modell nach demselben Prinzip. Die GWG ermittelt geeignete Gebäude, die Wohnungslosenhilfe koordiniert die Hilfsangebote. Die Reutlinger Oasen bieten eine Chance, den Teufelskreis aus Armut und Wohnungslosigkeit zu durchbrechen.

Neues Blockheizkraftwerk

Der neueste Baustein des Reutlinger Energiekonzepts ist ein Blockheitkraftwerk, das nun im Beruflichen Schulzentrum eingeweiht wurde. Der Vorteil dieser Art Kraftwerk ist sein geringer Energieverlust. Die produzierte Wärme kann nämlich gleich vor Ort eingesetzt werden. 150.000 Euro hat den Landkreis Reutlingen das neue Kraftwerk gekostet, 10% Förderung gab es zusätzlich vom Klimaschutzprogramm des Bundesumweltministeriums. Die Investition soll sich aber schon in fünf Jahren gerechnet haben.

Antizyklisches Kusterdingen

Auch Kusterdingen hält sich an die bundesdeutsche Devise: Ausgeben in Zeiten der Krise. Die angesparten Beträge sind nur eine Anzahlung zur Finanzierung des derzeitigen Straßenbaus und der Erschließung neuer Gewerbegebiete. Dafür wird bei Kindergarten und Kinderkrippe gespart, ob eine neue Schulmensa gebaut wird, hängt von der Entscheidung in Sachen Werkrealschule ab. Des weiteren sollen die neuen Schulden durch den Verkauf von Grundstücken zumindest ein wenig abgefedert werden - wachsen wird der Schuldenberg trotzdem.

Achtung Böllerkontrolle

Als Folge des Brandes am Tübinger Marktplatz letztes Jahr hat es sich dieses Silvester endgültig ausgeböllert. Wer sich nicht an das sogenannte "Abbrennverbot" hält, bekommt einen Platzverweis und/oder gleich ein Bußgeld aufgedrückt. In der kompletten Altstadt ist nun also das Abschießen von Feuerwerkskörpern verboten. Und damit sich auch jeder daran hält, werden am Silvestermorgen über ein Dutzend Verbotsschilder aufgestellt. Weiterhin werden sowohl das Ordnungsamt als auch die Polizei bis zum Neujahrsmorgen die betroffenen Straßen kontrollieren. Sogar Info-Flyer in 5 verschiedenen Sprachen wurden verteilt, um von vornherein Verstößen gegen das Abbrennverbot vorzubeugen. Wer es trotzdem tut, wird dafür eine Geldstrafe von 125 Euro zahlen müssen. Also: Lieber gar nicht erst provozieren und sich mit seinen Knallern und Raketen einen ungefährlichen Ort suchen- auch wenn diese vermutlich übervölkert sein werden.

Jugendbüro berichtet

Der Jahresbericht des Jugendbüros Steinlach-Wiesaz liegt seit dieser Woche vor. Darin wird vor allem deutlich, dass die Jugendpfleger viel Wert auf Gespräche und aktiven Austausch mit den Jugendlichen legen. Laut des Berichts drehen sich diese Gespräche vor allem um Alkoholkonsum- und prävention. Durch den vorerst auf Probe wieder eröffneten Jugendraum im Bürgerhaus Nehren haben die Jugendlichen nun nicht nur einen Treffpunkt sondern auch die Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Kulturnacht-Konzept

Die Tübinger Kulturnacht hat für den 8. Mai 2010 ein neues Konzept vorgestellt. Das beruht auf der Fehleranalysen der letzten Kulturnacht von 2008. Die Zahl der Veranstaltungen wird weniger und nur die Kernstadt soll Austragungsort der Kulturnacht sein. Das soll die Kulturnacht überschaubarer und besser erreichbar machen. Außerdem erhalten die teilnehmenden Künstler erstmals Geld. Der Gesamtetat von 70 000 Euro soll über Eintrittsbändel, Sponsorengelder und einen üppigen Stadtzuschuss in Höhe von 15 000 Euro gedeckt werden. Das Kulturnetz will die Kulturnacht im Wechsel mit Reutlingen alle zwei Jahre organisieren. Alle Kunstbereiche sollen vertreten sein, am liebsten hätten die Veranstalter exklusive Kulturnachtbeiträge.

Schulprojekte in Mössingen

Für zwei Lehrer vom Firstwald-Gymnasium ist Schule auch Lebensraum. Sie gestalten ihn mit sportlichen und künstlerisch-musikalischen Projekten. Gilian Hughes inszeniert ein Musical über das Leben der Familie Trapp. Dieter König plant Projekttage zur Fußballweltmeisterschaft. Schüler sollen in die Rollen von Spielern, Managern und Trainern schlüpfen. Bei solchen Aktionen können Schüler mehr lernen, als im klassischen Fächerkanon. Die Lehrer möchten Schüler zum kritischen Denken erziehen, ihnen Selbstbewusstsein vermitteln und mit den Jugendlichen in Dialog treten. Im neuen Wahlfach Literatur und Theater ist demnach Kreativität und die Fähigkeit zur Auseinandersetzung gefragt. Das ist immerhin sogar im Abitur möglich. Das Firstwald-Gymnasium ist eine von 19 Schulen, die für den Deutschen Schulpreis nominiert sind.

Elternbildung

Was ist „B hoch 5“? Das ist die Abkürzung für „Interkulturelle Begegnung, Begleitung und Bildung für Bürger in Bästenhardt“. Betreut wird das Projekt von den beiden Sozialarbeitern Silke Hänle und Reinhold Geiger. Hier fängt die Förderung der Kinder mit einem Bildungsangebot an ihre Eltern an. Sie bieten Beratungsstunden an, vermitteln Sprachkurse und Computerkurse und organisieren Seminare und Vorträge. Dabei haben sie schon spannende Debatten unter Teilnehmern aus verschiedenen Ländern erlebt, über Erziehungsmethoden, die Rolle der Frau und das Schulsystem. Seit 2007 sind die beiden schon damit beschäftigt, Familien mit und ohne migrantischen Hintergrund zu vernetzen. Außerdem wollen sie die Eltern ermutigen, sich in Schulen und Vereinen mit einzubringen. Bis 2012 ist das Projekt noch genehmigt.

Kindergarten bleibt

Der Gemeinderat hat endlich eine Entscheidung gefällt- und der Kindergarten am Österberg bleibt vorerst, wie und was er ist. Nach dem Hin- und Her der vergangenen Monate wurde beschlossen, dass er weder saniert noch abgerissen und komplett erneuert werden soll. Allein die Brandschutzvorkehrungen werden verbessert. Wieso nun doch nichts grundlegend geändert werden soll, wurde mit Worten begründet, die wir wohl noch häufiger hören werden: "Wegen der sehr schwierigen Haushaltslage..."

Menschenversuche

Die Wahl des richtigen oder besten Medikaments zur Behandlung einer bestimmten Krankheit hängt für den Arzt von vielen Faktoren ab. Von der zu behandelnden Erkrankung über die Krankheitsgeschichte des Patienten und den möglichen Nebenwirkungen bis hin zu Vorlieben der Pharmalobby nimmt vieles Einfluss darauf, welche Medikamentenpackung wir letztlich in den Händen halten. Die meisten Medikamente sind, wenn sie auf den Markt kommen, zwar von Testpersonen erprobt worden, doch ist dies keine Garantie für ihre Sicherheit. Wolf Dieter Ludwig, Chefarzt einer Berliner Klinik sprach am vergangenen Dienstag im Tübinger Studium Generale über dieses Problem und forderte ein besseres Mitspracherecht für Patienten bei der Wahl ihrer Arzneien. Jeder Organismus sei anders und keine Testperson nehme andere Medikamente mit möglichen Gegenwirkungen oder sei über 65 Jahre alt. So würden viele Probleme mit den Wudnermittelchen erst „am Markt“ festgestellt. Informierte Patienten könnten dem Arzt in Zukunft bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung effektiv unter die Arme greifen - so wünscht es sich jedenfalls Ludwig. Besser als das Dasein als reines Versuchskaninchen ist’s wohl allemal.

Schaffe schaffe Scheiße baua

Niemals zuvor durfte das Tübinger Bauamt mehr Geld ausgeben als im Jahr der globalen Krise. Mit Steuereinnahmen und Konjunkturprogramm standen 40 Millionen € zur Verfügung. Der größte Anteil des Geldes floss jedoch nicht in Tübingens Lieblingspolitikum, die Mühlstraße, sondern in allerlei Sanierungsarbeiten an Schulen, Turnhallen, für LTT und Zimmertheater und den Neubau zweier Kinderhäuser. Und es seien noch Gelder vorhanden, so heißt es. 2010 soll es noch größer weitergehen. Saniert werden sollen das Sportinstitut, die Chemie, die alte Frauenklinik, das geowissenschaftliche Institut, und die Psychiatrie, Und dann wäre da noch der Neubau der Mensa, das molekularbiologische Institut, die neue Augenklinik und die Intensivmedizin im Crona-Zentrum. Da staunt der schlichte Bürger inmitten der Krise.



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