Nachrichten vom 16.01.2012

16. Januar, 15:30 Uhr
Mit 30 durch Tübingen
Wenn es nach dem Tübinger Gemeinderat gegangen wäre, gäbe es bereits seit 20 Jahren nicht nur in den Wohnstraßen ein Tempo 30, sondern in ihrem gesamten Siedlungsgebiet. Damals erhoffte man sich weniger Abgase, weniger Lärm und mehr Sicherheit. Doch das Regierungspräsidium sorgte sich um den Verkehrsfluss und stimmte gegen die Vorschläge. Jetzt brachte das Regierungspräsidium doch selbst die Vorschläge. Der Grund ist die Verschärfung des Luftreinhalteplans, mit Einschränkungen für den Straßenverkehr. Im Schlossberg-Tunnel und auf den beiden Auffahrten zum Tunnel, soll das Tempo-Limit von 60 auf die üblichen 50 Stundenkilometer gesetzt werden. Ein Tempolimit 30 gelte dann auch auf dem verlängertem Ring um den Alten Botaischen Garten, in der Wilhelmstraße ab dem Nordring, sowie Kelternstraße und Stadtgraben. Mittlerweile ist das Rathaus nicht mehr überzeugt von dem Vorschlag. Das Busse und und Laster bei Tempo 30 mehr Abgase in die Luft blasen, zeigte sich bei Schadstoff-Messungen in anderen Städten. Dies liege an ihren Motoren, die im kleineren Gang höher drehen, sowie an ihrem Rußfilter und Katalysatoren, die nicht auf die optimale Betriebstemperatur kommen. Dies soll mit einem Mess-Bus überprüft werden. Die Entscheidung um den Tempo30 Ring wurde vertagt, bis die Ergebnisse vorliegen.
Unterirdisch durch Dußlingen
Schneller als geplant geht es mit dem Ausbau des Dußlinger Tunnels voran. Schon im März soll Verkehr durch die erste, fertige Röhre rollen. Zur Zeit arbeiten die Techniker und Ingenieure der Siemens AG mit Hochdruck an der elektrischen Ausstattung der Tunnelröhre. Kabel werden gezogen, Beleuchtungskörper, Entlüftungsanlagen und Pumpen montiert. Verbunden damit ist der Ausbau des Betriebsgebäudes an der Wilhelm-Herter-Kreuzung, in dem die gesamten technischen Einrichtungen für den Tunnel untergebracht sind: eine Trafostation für die Umwandlung der Netzspannung von 20 Kilo- auf 400 Volt, Schaltschränke, Überwachungseinrichtungen für die Tunnelröhre sowie alle Betriebssysteme, Notstromversorgung, Pumpen für die Entwässerung und Löschwasserversorgung des Tunnels und vieles mehr.
Mehr Sicherheit
Seid Mai 2011 fordert eine Elterninitiative eine Verbesserung der Verkehrssicherhei an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Schweikhardtstraße. Bislang verwies die Stadt auf Maßnahmen zur Verkehrserziehung der Sprösslinge. Nachden am 7. Dezember ein Neunjähriger angefahren wurde, gab es nun in der letzten Woche einen Ortstermin. Nicht nur die Elterninitiative, auch Gehbehinderte demonstrierten Tübingens erstem Bürgermeister Michael Lucke sowie weiteren Vertretern der Stadt, der Polizei und des Regierungspräsidiums ihre Schwierigkeiten beim Überqueren der vierspurigen Strasse. Einen Tunnel würde es aufgrund des geplanten Schindhautunnels nicht geben, hieß es daraufhin. Auch eine Brücke stehe nicht in absehbarer Zeit in Aussicht. Allerdings wolle man die Möglichkeit einer Verlängerung der Grünphase für Fußgänger prüfen.
Ja zu Steg und Rampe
Rund 200 Reutlinger Bürgerinnen und Bürger folgten am Donnerstag dem Aufruf von Johannes Schempp und Werner Schobel und demonstrierten auf dem Steg über die Konrad-Adenauer-Straße für den Erhalt von Überweg und Rampe. Dabei machten die beiden Stadträte deutlich, dass es ihnen keineswegs um den Steg in der jetzigen Form geht. Sie können sich durchaus auch einen schöneren Neubau vorstellen. Wichtig sei aber, dass es weiterhin an der Stelle einen Steg über die stark befahrene Konrad-Adenauer-Straße gibt – mit Rampen an beiden Seiten. Damit treffen sie offensichtlich den Nerv der Bevölkerung. In den vergangenen drei Tagen konnte die neu gegründete Bürgerinitiative „Ja zu Steg & Rampe“ bereits weit über 500 Unterschriften sammeln und seit Donnerstag kamen noch zahlreiche dazu.
Neue Arbeitsplätze
Beim Reutlinger Theater Die Tonne entstehen gerade bundesweit erstmals Arbeitsplätze für Schauspieler mit Behinderung. An zwei Tagen in der Woche erhalten die neuen Mitarbeiter Tanz- , Gesangs- und Schauspielunterricht. Dazu kommt individuelle Förderung samt Sprechschulung und außerdem begleitet ein Jobcoach die Schauspieler mit Handicap. Dafür entsteht gerade ein behindertengerechtes Umfeld im neuen Theaterzentrum an der Planie 22. Die Ludwigsburger Paul Lechler-Stiftung fördert das vorerst auf zwei Jahre angelegte Modellprojekt mit 30.000 Euro. Tonne-Intendant Enrico Urbanek erhofft sich Erfolge auch unter künstlerischen und pädagogischen Gesichtspunkten. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen Reutlinger Studenten der Sonderpädagogik.
Bürgerbus
„Bürger fahren Bürger“ heißt ein Pfullinger Projekt, das an vier Tagen einen Fahrdienst zwischen der Innenstadt und Wohngebieten in Hanglage anbietet. Die seien schlecht an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Vor allem ältere und gehbehinderte Menschen nutzen das Fahrangebot, um Einkäufe heim zu transportieren. Rund 20 Fahrer mit Personenbeförderungserlaubnis beteiligen sich am Bürgerbus. Die Finanzierung läuft größtenteils über Sponsoren, die Stadt würde eventuelle Defizite übernehmen.
Sparen mit LED-Lampen
Das Tübinger Stadtmuseum hat auf LED-Beleuchtung umgerüstet und mit einer Infoveranstaltung für die kostensparenden Leuchtdioden geworben. 15 000 € kostete der Ausstausch, der sich mit Stromeinsparungen von 6000 € pro Jahr in weniger als drei Jahren amortisieren soll. Eine weitere Einsparung ergibt sich durch die lange Lebensdauer der LEDs, die jedoch wegen der recyclebaren elektronischen Bauteile als Sondermüll entsorgt werden. Die Tübinger Stadtwerke planen eine Aktion zur Verbreitung der LEDs. Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann die energiefreundlichen Lichtspender auch im Gummibärchen-Laden neben dem Stadtmuseum in Aktion bewundern.
40 Jahre WHO
Tübingens Stadtteil Waldhäuser Ost, kurz „WHO“, wird 40 Jahre alt. Am Sonntag wurde mit einer Fotoausstellung, Dokumentationen und dem Erzählcafé „Geschichten aus WHO“ im Stadtteiltreff gefeiert. Letzterer verschafft seit einem Jahr Abhilfe am bisherigen Mangel an Begegnungsstätten. Die Volksbank half bei der Renovierung der Räume einer ehemaligen Eisdiele im Gebäude des Einkaufszentrums, dessen Eigentümerin sie ist. Die teilt sich nun der Stadtteil-Treff mit der Grundschule WHO, die hier ihren Mittagstisch für die Ganztagsschule anbietet. Danach treffen sich die Bürger der Trabantenstadt zum Schachspielen, zum gemeinsamen Werken und Basteln, zu Vorträgen und Lesungen. Eine Gruppe chinesischer Frauen gestalteten bereits ein Erzählcafé, es gibt einen Büchertausch und einen regen Austausch von Informationen rund um alle Fragen des Lebens. 30 Ehrenamtliche sorgen dafür, daß das Café täglich geöffnet ist. Doch um den Treff auch am Abend offen zu halten, bräuchte der Verein noch weitere Aktive.
Flexible Oberstufe
Das Kultusministerium gibt nun den Gymnasien die Möglichkeit, den 8-jährigen aber auch wieder 9-jährigen Bildungsweg anzubieten. 4 Gymnasien im Landkreis ziehen mit und bieten sogar eine Art Mischform beider Wege an. Hier können die Schüler selbst in der Oberstufe entscheiden ob sie lieber die einjährige oder doch die zweijährige Sekundarstufe besuchen. Viele Schüler haben Probleme seit der Einführung der einjährigen Oberstufe. Viele sind einfach zu jung, und können auch den vielen Stoff nicht richtig lernen. Der Druck sei ein größerer als früher. Deswegen bieten die vier Gymnasien nach der 11. Klasse an selbst zu entscheiden wie das Tempo sein soll. Die Initiative das Konzept zu unterstützen ging von der Fürstenwaldschule in Mössingen aus. Dort haben sie durch Projektgruppen eine selbstverwaltende Oberstufe gegründet, die es schafft die Kluft zwischen den G8 und den G9 Schülern zu verringern. Das Konzept sieht vor, bis zur 10. Klasse den Stoff nach G8 Standart zu unterrichten. Danach wird der Stoff der einzelnen Fächer in Module aufgeteilt, die es den Schülern erleichtern sollen, sich mit dem jeweiligen Stoff auseinander zu setzen. Das Projekt wurde schon vor Weihnachten dem Ministerium gezeigt und es wurde eine sorgfältige Prüfung des Konzeptes zugesichert. Wenn es zu einem positiven Ergebnis kommt würden die Schulen das neue Konzept ab dem Schuljahr 2012/14 anbieten.
Internationale Wirtschaft
Die Wilhelm-Schickard-Schule richtet im Schuljahr 2012/23 das neue Profil „Internationale Wirtschaft“ ein. Grund dafür sind die in der internationalen Wirtschaft geforderten Kompetenzen und Kenntnisse. Der Lehrplan des neuen Profils baut zu einem Drittel auf Themen der internationalen Wirtschaft auf, die bilingual, also auf Deutsch und Englisch, unterrichtet werden. Die Schüler der Eingangsklasse haben die Wahl zwischen den Fächern „Global Studies“ mit bilingualem Unterricht und „Internationaler Geschäftskommunikation“ mit fremdsprachlichem Englischunterricht. In den Jahrgangsstufen kommt das Pflichtfach „Ökonomische Studien“ hinzu – Volkswirtschaftslehre für die globalisierte Wirtschaft, die ebenfalls bilingual unterrichtet wird. Das neue Profil sieht die Abteilungsleiterin des Wirtschaftsgymnasium Ella Klein als Weiterentwicklung des bestehenden Angebots. Um die Fächer „Global Studies“ und „Internatiolnale Geschäftskommunikation“ an die betrieblichePraxis zu bringen, strebt die Schule Kooperationen mit Unternehmen an, sagte Kleine. Vorgestellt werden die Fächer am 14. Februar bei einem Informationstag.
Preisausschreiben
Zum 5. Mal schreibt der Zonta-Club Tübingen den ‚Young Woman-Awards in Public Affairs‘ aus. Der Preis in Höhe von 250 Euro ist für Schülerinnen der Oberstufen verschiedener Schulen gedacht, die durch besonderes ehrenamtliches Engagement brillieren. Die Bewerberinnen sollten darlegen, wie ihr Engagement internationale Beziehungen verbessert und auch die Stellung der Frau im eigenen Land sowie weltweit beurteilen. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar.
Teilchenbeschleuniger
Eine Ausstellung im Hörsaalzentrum der Morgenstelle gibt Einblicke in den Teilchenbeschleuniger des Kernforschungszentrums Cern in Genf. Mit dieser größten je gebauten Maschine versuchen die Wissenschaftler die Anfänge des Universums zu rekonstruieren. Auch Tübinger Forscher sind daran beteiligt. Sie untersuchen einen von vier so genannten Kollisionspunkten der 27 Kilometer langen Teilchenrennbahn. Ein hochsensibler Detektor misst und sortiert die aufeinander geprallten Teilchen. Die Ausstellung zeigt die Größe und Komplexität der Detektoren und liefert ein verkleinertes Modell der Versuchsanordnung.
Empfehle diesen Artikel bei Facebook
Twittere diesen Artikel!
Sende dies zu MySpace
Blog this on Blogger
Empfehle diesen Artikel bei del.icio.us
Füge hinzu zu Google Bookmarks
Email this via Gmail
Sende diesen Artikel einem Freund per Email
Abonniere die Kommentare für diesen Beitrag
Get Shareaholic


